Kolbermoor – Mit das Wichtigste bei jedem Verein ist die Jugendförderung, denn die Kleinen von heute sind die Aktiven von morgen. Nun ist die Kolbermoorer Stadtbücherei zwar kein Verein, aber in Sachen „Nachwuchsarbeit“ kann sie sich mehr als sehen lassen.
Höhepunkt
des Jahres
Zahlreiche Veranstaltungen gibt es im Haus, aus Kindergärten und Schulen kommen ganze Gruppen und immer wieder gehen auch die Mitarbeiter des Büchereiteams selbst dorthin. So auch, als sie Werbung für den Sommer-Leseclub der Bücherei machten, der in gewissem Sinn ein Höhepunkt des Büchereijahres ist. Und das mit Erfolg: Über 180 Anmeldungen hatte man in diesem Jahr bei der bayernweiten Aktion und 141 Kinder und Jugendliche haben über die Sommerferien hinweg sogar drei oder mehr Bücher gelesen. Damit durften sie an der großen Verlosung teilnehmen, die, wie jedes Jahr seit 2013, auch diesmal im Sitzungssaal des Rathauses stattfand.
Zahlreiche Preise
zu gewinnen
Gut dreißig Preise gab es zu gewinnen, vom Eisgutschein über einen Gutschein für Pizza bis zu Karten fürs Kino oder Minigolf war alles dabei, was ein Kinderherz erfreuen kann. Und natürlich gingen auch die nicht leer aus, die nicht zu den Ausgelosten zählten: Es gab zwei Tische voller kleiner Geschenke, die durchaus mehr als nur Trostpreise waren. Dazu als krönenden Abschluss einen Kinofilm – in diesem Jahr sogar ganz stilecht mit Popcorn.
Der eigentliche Gewinn für die Kinder, so meinen Andrea Sondhauß und ihr Team, liegt aber woanders: Es ist die Tatsache, einmal entdeckt zu haben, welche abenteuerlichen Welten in Büchern versteckt sein können und sich für diejenigen auftun, die sich ans Lesen wagen. „Wer das Lesen aber erst einmal für sich entdeckt hat“, meint Stadträtin Dagmar Levin, die in diesem Jahr die Losfee war, „der merkt bald, dass er in Büchern Freunde finden kann, die einen durchs ganze Leben begleiten können“. Weshalb sie sich zusammen mit dem Büchereiteam nicht nur über die 25 „Erstleser“ freut, also diejenigen, die sich zum ersten Mal für den Sommer-Leseclub angemeldet hatten, sondern vor allem auch über alle „Wiederholungstäter“. In denen hat sich nämlich der „Leserattenvirus“ offensichtlich schon festgesetzt.
Deutlich macht das auch die Zahl der Ausleihen über die acht Wochen des Sommer-Leseclubs hinweg: Über 1307 Entleihungen konnte die Bücherei verzeichnen. Was bei gut 180 Anmeldungen bedeutet, dass viele weitaus mehr als nur drei Bücher lasen, die Zahl, mit der sich das Eingangstor zur Verlosung öffnete.
Extra 341
neue Bücher bestellt
Für das Bibliotheksteam, vor allem für Jana Giebel und Tatjana Feuerer, hat sich der Aufwand rund um den Sommer-Leseclub deshalb auch dieses Jahr mehr als gelohnt. Denn die Arbeit, die darin steckt, ist nicht ohne: Es müssen Bücher ausgewählt und bestellt werden, die den Lesesommer für die Nachwuchsleser auch wirklich attraktiv machen, 341 neue Bücher waren es in diesem Jahr. Und dann muss der Lesesommer beworben werden, in der Bücherei selbst, aber eben vor allem auch vor Ort, etwa in den Schulen. Schließlich gilt es festzustellen, wer von den Teilnehmern tatsächlich drei oder mehr Bücher gelesen hat und damit an der Verlosung teilnehmen darf.
Engagement als Erfolgsgeheimnis
Dass das Bibliotheksteam diese Arbeit gerne auf sich nimmt, ist ohne Zweifel ein wichtiges Element für den Erfolg der Aktion, aber auch der Bücherei an sich. Denn es könnten die tollsten Bücher im schönsten Ambiente angeboten werden: Wenn nicht eine Stimmung herrschen würde, die zeigt, dass auch die dort Arbeitenden Lesen für ein Riesenabenteuer halten und bei denen man spürt, dass sie ihre Besucher nicht als „Kunden“, sondern als Lesepartner sehen, dann ginge man auch viel weniger gerne dort hin.