Tischtennissportler feiern 60. Jubiläum

von Redaktion

Eines der beliebtesten sportlichen Hobbys – Verein als Talentschmiede bekannt

Kolbermoor – Mitte der Sechziger: Ein noch kleiner Ort, aber mit zwei Tischtennisabteilungen. Das ist einerseits logisch, denn schließlich gab es damals auch zwei Sportvereine, den DJK-Sportbund und den SV Kolbermoor. Andererseits zeigt es, dass Tischtennis schon damals in Kolbermoor eine beliebte Sportart war.

Wenig Geld, aber
viel Spaß und Freude

Für Heinz Engelbrecht und Albert Hamberger, die jeweiligen Gründerväter der zwei Abteilungen, die beide 1964 ins Leben gerufen wurden, ist das einfach zu erklären. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, so berichten beide, gab es viel weniger Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung als heute. Sport war eine davon, denn hier konnte mit wenig Geld viel „Nutzen“ – Spaß, Freude und Geselligkeit – erzielt werden. Beliebt deshalb vor allem Sportarten, die wenig Ausrüstung benötigen – Fußball natürlich, aber auch Leichtathletik und eben Tischtennis.

Mit wie wenig man damals auskam, erzählt Heinz Engelbrecht, der die Tischtennisabteilung im einstigen Sportverein mit aus der Taufe hob. Als Tisch genügte eine einfache Spanplatte, abgeschliffen und lackiert, das „Netz“ in den Anfängen bisweilen ein simples Brett und die Schläger nicht selten solche der Marke Eigenbau.

Trotzdem war man sportlich sehr aktiv und nahm auch dafür einiges in Kauf: Heinz Engelbrecht erinnert sich an ein Auswärtsspiel in Hausham, bei dem man den Austragungsort im Motorrad mit Beiwagen zu erreichen suchte. Im Sommer wäre das ein Vergnügen gewesen, aber es war Winter und, so erzählt Heinz Engelbrecht, der Irschenberg nur mit Schieben zu überwinden. „Geld“, so meint dazu Albert Hamberger, einst Mitgründer der Abteilung beim DJK-Sportbund, „war eben Mangelware. Wir hatten in unserer Abteilung ein Jahresbudget von rund 260 Mark – und haben fehlendes Bares einfach durch Leidenschaft für unseren Sport ersetzt.“

Nachwuchsarbeit schon immer im Fokus

Groß deshalb auch schon damals die Nachwuchsarbeit, der Wunsch, Jüngere für das Tischtennis-Spiel zu begeistern, wie Albert Hamberger berichtet. Und wenn man nach einem roten Faden sucht, der sich von der Gründung der Tischtennisabteilungen bis heute durchzieht – die Jugendarbeit würde sich dafür anbieten. Das zeigte sich auch auf der Geburtstagsfeier, der die Jahreshauptversammlung des SV-DJK, zu dem die beiden Vereine fusionierten, vorausging. Für derzeit rund 80 junge Kolbermoorer ist Tischtennis das erste sportliche Hobby, wie Abteilungsleiter Dr. Michael Fuchs dort berichtete. Nicht wenige angelockt durch Kennenlerntage, die für alle Kolbermoorer Grundschulen in der Turnhalle der Adolf- Rasp-Schule abgehalten werden, für die Interessierten dann gefolgt durch sogenannte Schnuppertrainings.

Entscheidend bei diesen Anfängerveranstaltungen ist es, bei den Kindern den Spaß an der Freud zu wecken und zu erhalten. Hier werde niemand, wenn er nicht aus sich selbst heraus entsprechenden Ehrgeiz entwickelt, auf Leistung getrimmt, wie Michael Fuchs betont.

Trotz – oder wahrscheinlich gerade wegen – dieser „sanften“ Heranführung gehen aus der Tischtennisabteilung des SV-DJK immer wieder große Talente hervor: Allein im letzten Jahrzehnt, so schätzt Fuchs, werden es gut zehn Kaderspieler und wohl fünf bis sechs Nationalspieler gewesen sein. Und die Tatsache, dass die Damenmannschaft des SV-DJK seit über zwölf Jahren in der Ersten Bundesliga mitspielt, spricht sowieso für sich selbst.

Dennoch kommt Breitensport, kommt Spielen, vor allem aus Spaß an der Sache, auch heute nicht zu kurz. Die „Hobbygruppe“ der Tischtennisabteilung ist dafür das beste Beispiel. Hier finden sich rund 30 Frauen und Männer im Alter bis hinauf zu guten 80 Jahren jede Woche zusammen, um „einfach so“ Tischtennis zu spielen.

Und wie es sich für eine solche Gruppierung gehört, ist das Drumherum alles andere als unwichtig: Das anschließende Zusammensitzen beim Wirt ist ebenso ein fester Bestandteil wie kleine Sommerfeste oder die Weihnachtsfeier.

Gründerväter fühlen sich immer noch wohl

Mit das höchste Lob für die Tischtennisabteilung ist aber wohl die Tatsache, dass sich Heinz Engelbrecht und Albert Hamberger auch heute noch „ihrer“ Abteilung nicht nur verbunden, sondern sich darin pudelwohl fühlen: „Es ist auch heute noch ein großer und enger Zusammenhalt, es ist Leidenschaft für unseren Sport vorhanden“, sagt etwa Albert Hamberger. „Und das ist wunderschön.“

Artikel 3 von 10