Klimawandel: Grüne sehen dringenden Handlungsbedarf

von Redaktion

Ortsverband Kolbermoor sieht Landnutzung durch Wetterextreme beeinflusst – Experten warnen

Kolbermoor – Der grüne Ortsverband Kolbermoor hat kürzlich eine Veranstaltung zum Thema „Hochwasser und Dürre – was spielt sich vor unseren Augen ab?“ abgehalten, um auf die dringende Notwendigkeit zur Bekämpfung der Klimakrise und ihrer Folgen hinzuweisen.

Die Bilder der jüngsten Überschwemmungen weltweit, insbesondere in Europa, sind noch präsent und verdeutlichen die Dringlichkeit des Themas. Der Ortsverband konnte Professor Dr. Karl Auerswald, einen langjährigen Experten von der School of Life Sciences der Technischen Universität München, als Referenten gewinnen.

In seinem Vortrag legte Professor Dr. Auerswald dar, wie die Landnutzung den Klimawandel beeinflusst und betonte die Bedeutung, Wasser in der Fläche zu halten. Er wies darauf hin, dass der „landnutzungsgetriebene Klimawandel“ oft unterschätzt werde. Praktiken wie die Versiegelung von Flächen, Drainage und Entwässerung sowie die Verdichtung der Böden tragen zu extremen Wetterereignissen bei. In Bayern sind etwa fünf Prozent der Fläche versiegelt, was zu einer Reduzierung der Grundwasserbildung um 13 Prozent führt. Dies verschärft die Wasserknappheit und erhöht das Risiko von Überschwemmungen.

Professor Dr. Auerswald schlug vor, Abflusshindernisse einzubauen, um Regenwasser länger in der Fläche zu halten, und die Durchlässigkeit der Böden aktiv zu fördern. Er präsentierte Lösungen wie Dachbegrünungen, die Nutzung von Schotterrasen für Parkplätze und Maßnahmen gegen die Flächenversiegelung. Im Durchschnitt entfallen pro Einwohner Bayerns 300 Quadratmeter versiegelte Fläche, die durch nachhaltige Konzepte reduziert werden könnten.

Nach dem Vortrag moderierte Uwe Reusche, Sprecher des grünen Ortsverbands, eine lebhafte Diskussion mit den zahlreichen Besuchern. Die zentrale Frage war, wie Gemeinden und Einzelpersonen dazu beitragen können, die Flächenversiegelung zu reduzieren und Wasser in der Fläche zu halten. Die Veranstaltung verdeutlichte, dass Klimaschutz vor Ort beginnt – durch bewusste Entscheidungen in der Land- und Stadtplanung sowie durch individuelle Maßnahmen im Alltag. Nur so können zukünftige Hochwasser und Dürren besser bewältigt und eine lebenswerte Umwelt für kommende Generationen gesichert werden.

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