Funkelnde Schätze barocker Musizierfreude

von Redaktion

Kammerorchester begeistert in Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit mit Lieblingsstücken

Kolbermoor – Das Kammerorchester Kolbermoor lud kürzlich zu einem Barockkonzert in die Stadtpfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit ein. Unter der Leitung von Martin Kreidt präsentierte das Orchester ein Programm barocker Lieblingsstücke. Den Anfang machte Arcangelo Corellis Concerto Grosso, das wegen seiner abschließenden Pastorale auch als „Weihnachtskonzert“ bekannt ist.

Es folgten Vivaldis „Winter“ aus den Vier Jahreszeiten, in dem der ukrainische Solist Dennis Vasylynets mit Virtuosität und Spielfreude glänzte. So machte er die zahlreichen und so verschiedenen Effekte, die Vivaldi in seine musikalische Beschreibung des Winters eingebaut hat, geigerisch hörbar: das Zähneklappern, das Reißen des Eises, das Wohlfühlen am warmen Feuer beim dahinplätschernden Regen und die pure Freude am Winter. Neben seiner technischen Souveränität überzeugte er so auch mit der musikalischen Gestaltung.

Im anschließenden Doppelkonzert für zwei Violinen von Johann Sebastian Bach bildeten Marinus Kreidt und Dennis Vasylynets ein fulminantes Solistenduo. Die Spritzigkeit und Energie des Konzerts kamen durch den Wettstreit von Solisten und Orchester bestens zur Geltung. Das Kammerorchester griff die Impulse der Solisten auf und spielte die Tempi souverän mit. Dazu trug auch die sehr bewegliche Contiuo-Gruppe – inklusive der Bratschen – bei, die hier die rechten Impulse gab. So gestalteten Orchester und Solisten fein abgestuft die verschiedenen Werke und Sätze und machten so jeweils ihren inneren Charakter hörbar, der zupackend energisch, aber auch feinsinnig dezent und dabei einfach nur wunderschön zum Klingen gebracht wurde. Im Concerto für vier Violinen von Unico Wilhelm van Wassenaer traten alle Stimmgruppen in lebhafte Konkurrenz – ein würdiger Abschluss eines Programms, dessen Schätze musikalisch funkelten. Das Publikum in der voll besetzten Kirche erklatschte sich als Zugabe „Maria durch ein Dornwald ging“.

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