Leserforum

Zweifel an den Plänen für neues Quartier sind nachvollziehbar

von Redaktion

Zu den Berichten „Initiative plant Bürgerbegehren“ und „Rote Linie überschritten!“ (Lokalteil):

Dass ein kritisches Hinterfragen der Pläne für ein neues Quartier im Nordosten von Kolbermoor unverzichtbar ist, können wir aus eigener Erfahrung bestätigen: Neben unserem Wohngebiet wurde vor Jahren trotz unserer Bedenken ein Gewerbegebiet geplant.

Die Stadt versprach ruhiges Gewerbe, im Bebauungsplan waren kleine, nicht störende Handwerksbetriebe mit Betriebsleiterwohnungen ausgewiesen. Erst bei der Abstimmung im Stadtrat wurde bekannt, dass dort ein großer mittelständischer Betrieb bauen wird. Stadträte und Wohnanlieger waren dadurch überrumpelt. Die angesiedelte Firma hielt Auflagen zum Lärmschutz nicht ein und das Landratsamt war nicht bereit, die selbst gemachten Auflagen gegenüber dem Gewerbe einzufordern. Wohnanlieger mussten mehr als zehn (!) Jahre vor Gericht streiten, bis entschieden war, dass Auflagen einzuhalten sind. Im Zuge dieses Rechtsstreits hat das Gericht den Bebauungsplan für ungültig erklärt, weil das Grundprinzip des Trennungsgebots zwischen Wohnen und Gewerbe nicht eingehalten wurde.

Warum kannten Stadt und Landratsamt dieses Grundprinzip nicht? Dennoch möchte die Stadt Kolbermoor an gleicher Stelle einen neuen Bebauungsplan verabschieden, in dem wieder Gewerbe neben Wohnen vorgesehen ist. Stadtverwaltung und Landratsamt bleiben auch untätig, während dort eine Baufirma einen nicht genehmigten Lagerplatz betreibt.

Und auch die vor Jahren gemachten Versprechungen der Stadt Kolbermoor, am Wertstoffhof Lärm zu reduzieren, wurden bis heute nicht umgesetzt, es wird im Gegenteil von Jahr zu Jahr lauter. Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht verwunderlich, wenn Kolbermoorer Bürger den Planungen der Stadt skeptisch gegenüberstehen.

Erich Nagel

Kolbermoor

Was der Bürgermeister hier vorbringt, ist unfassbar. Was bewegt ihn, beunruhigte und engagierte Bürger mit pauschalen Vorwürfen zu überziehen? Warum werden aufwendige Recherchen zu fehlenden Informationen, das Aufdecken von Widersprüchen sowie die Wiedergabe öffentlicher Äußerungen als Angriffe bezeichnet? Steht der Bürgermeister mit dem Rücken zur Wand, weil er das Projekt nicht allen Bürgern als Highlight der Kolbermoorer Wohnbebauung verkaufen kann? Warum liegt ihm so viel an dem Projekt, dass er bei abweichenden Meinungen derart die Contenance verliert? Will er die Bürgerinnen und Bürger nicht einfach darüber entscheiden lassen? Hoffen wir, dass sich 2025 als besseres Jahr für ein Miteinander erweist.

Lion Christian Rath

Kolbermoor

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