Kolbermoor – Es ist mittlerweile schon eine Traditionsveranstaltung, die sich viele Kolbermoorer auf keinen Fall entgehen lassen: die Vorsilvesterparty, die der Gewerbeverband Kolbermoor stets am 30. Dezember eines Jahres ausrichtet. So auch am Montag, 30. Dezember 2024, auf dem Platz vor der Stadtsing- und Musikschule. Beinahe schon zur Tradition gehört es aber auch, dass sich Bürger der Stadt im Nachgang über die Lärmbelästigung durch die Veranstaltung, zu der Tausende Besucher pilgern, beklagen. Doch heuer scheint die Bevölkerung mit dieser „Tradition“ gebrochen zu haben.
Veranstalter
ist zufrieden
„Es war eine tolle Veranstaltung. Wir waren sehr zufrieden“, zieht Giacomo Anzenberger, Vorsitzender des Kolbermoorer Gewerbeverbandes, gegenüber dem Mangfall-Boten ein durchweg positives Fazit der Vorsilvesterparty, zu der nach Schätzung des Vorsitzenden rund 3000 Besucher auf den Marktplatz gekommen waren. Wobei sich nicht nur Veranstalter und Besucher erfreut zeigten, sondern auch die musikalischen Stimmungsmacher. „Die DJs waren begeistert“, konnte Anzenberger berichten. Was den Kolbermoorer Geschäftsmann besonders freut: „Es gab dieses Mal überhaupt keine Beschwerden wegen der Lautstärke.“ Auch sonst sei bei ihm keinerlei Kritik zur Vorsilvesterparty seitens der Bevölkerung aufgeschlagen. „Auch aus Sicht der Polizei gab es keine Probleme“, weiß Anzenberger. Einsatzkräfte seien zwar „kontrollmäßig“ da gewesen – mehr aber auch nicht. Aussagen, die die Polizeiinspektion Bad Aibling gegenüber dem Mangfall-Boten bestätigt. „Soweit ich weiß, gab‘s rund um die Vorsilvesterparty in Kolbermoor nichts Außergewöhnliches“, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage.
Und bei der Stadtverwaltung? „Die Beschwerden sind ja in der Vergangenheit immer relativ schnell gekommen“, weiß Christian Poitsch vom Stadtmarketing aus Erfahrung. „Bislang habe ich aber noch gar keine Beschwerden darüber gehört.“ Auch Kollegen aus der Stadtverwaltung, die „relativ nahe am Veranstaltungsort wohnen“, hätten sich bislang nicht negativ über die Lautstärke der Musik geäußert. Was laut Poitsch auch damit zusammenhängen könnte, dass „die Bühne ja mittlerweile anders steht als früher“.
„Kirche im
Dorf lassen“
Nach der Vorsilvesterparty 2023 hatten sich noch rund eine Handvoll Bürger an die Stadt gewandt und über die Lärmbelästigung durch die ihrer Meinung nach zu laut aufgedrehte Musik beklagt. Beschwerden, die Poitsch im Rückblick nicht kleinreden, aber auch nicht zu hoch hängen will. „Ich denke schon, dass es für Anwohner und die Bevölkerung erträglich ist, wenn vielleicht zehn derartige Veranstaltungen im Jahr in der Innenstadt stattfinden“, sagt er. „Da sollte man dann schon die Kirche im Dorf lassen.“