Zum Thema „Quartierszentrum Kolbermoor Nord-Ost“ (Lokalteil):
Ein Kindergarten soll entstehen. Das ist löblich. Leider sind unsere bestehenden Kindergartengebäude nicht immer funktionstüchtig, zum Beispiel, weil sie „absaufen“, wie der Waldkindergarten in 2024. Dieses Risiko besteht auf dem Quartiersareal auch.
Brauchen wir nicht eher mehr Personal in bestehenden Kindergärten? Und wie entlastet wird der Verkehr, wenn nur die eingesparten Fahrten zum Kindergarten betrachtet werden, dabei aber hunderte Autos der Neubürger außen vor bleiben, die sich ihre Arbeitsstelle leider nicht immer aussuchen können und flexibel sein müssen?
Und wie werden die Kinder ohne Radlspur und Gehweg zum Beispiel über die Zufahrt Fürstätter Straße kommen? Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums durch Flächenneuversiegelung scheint nicht zu funktionieren. Obwohl in den letzten Jahren immer wieder neue Baugebiete ausgewiesen wurden, kommt man dem Problem offensichtlich nicht bei. Dafür wurden städtische Wohnungen auf der Karolinenhöhe in der Vergangenheit verkauft, die jetzt teilweise abgerissen, teilweise luxussaniert werden sollen. Warum hat die Stadt bislang nicht mitgeteilt, wie viele Wohnungen überhaupt geplant sind? Und ist die Mehrheit der Wohnungen auf einmal nun doch nicht für private Investoren gedacht?
Nicht nur die „unmittelbaren Nachbarn“, sondern Bürger aus der ganzen Stadt warnen vor weiterer Überlastung der Verkehrsadern, vor Aufheizung und Verlust der Artenvielfalt im geschützten Biotop, Hoch- und Grundwassergefahren, immensen unkalkulierbaren Kosten für die Erschließung des Areals auf wenig tragfähigem Grund und den anschließenden Infrastrukturfolgekosten.
Was also überwiegt? Die Bedenken der Bürger richten sich nicht massiv gegen Zuzug, sondern gegen massiven Zuzug. Ein kleiner, aber feiner Unterschied!
Alexander Gotthardt
Kolbermoor