Zoff um Wohnbau-Projekt in Kolbermoor

von Redaktion

Um die Dimensionen eines geplanten Parkhauses im Rahmen des Wohnbauprojekts „Am Alpenblick“ aufzuzeigen, haben Kritiker ein Gerüst aufgestellt. Doch woher wissen diese überhaupt, wie groß das Gebäude werden soll? Was dahinter steckt und wie die Stadt reagiert.

Kolbermoor – Bereits seitdem die Pläne für das rund acht Hektar große Areal, dessen Entwicklung die Stadt und die Max von Bredow (MvB) Baukultur gemeinsam planen, bekannt wurden, sind einige Anwohner in Alarmstimmung. Durch Teilerwerb einer Fläche südlich der Siedlung „Am Alpenblick“ hat die Stadt Kolbermoor die Möglichkeit, im Rahmen der Stadtplanung ein neues Gebiet zu entwickeln. Seitdem übt jedoch die Bürgerinitiative „Nord-Ost-Team” (N.O.T) immer wieder lautstarke Kritik am Projekt. Nun starteten die Kritiker eine spezielle „Gerüst-Aktion“.

In einer Pressemitteilung schrieb die Bürgerinitiative, dass man „die Aktion einiger engagierter Bürger“ begrüße, die mit einem „1:1-Phantomgerüst auf dem dafür vorgesehenen Areal die tatsächlichen Dimensionen eines der geplanten Parkhäuser des sogenannten ‚Quartierszentrums Kolbermoor-Nordost‘ zeigen“. Wie Dr. Michael Rath, Sprecher der BI, dem OVB erklärte, sei das Gerüst am vergangenen Samstag (25. Januar) aufgebaut und später wieder abgebaut worden. Es sollte aufzeigen, dass sich die geplanten Dimensionen alles andere als „harmonisch“ in die Umgebung einfügten.

Wie reagiert die Stadt
auf die Aktion?

Einige Kolbermoorer hätten deshalb die befürchtete Höhe eines der Parkhäuser auf dem Planungsgelände, gleich nach dem Teufelsgraben-Engpass, demonstriert. Davon ausgehend habe man „vorsichtig erahnen“ können, auf welche Dimensionen man sich aus der Anwohnerperspektive einzustellen habe, so die Bürgerinitiative. Das am anderen Ende des Planungsgeländes, ganz im Osten an der Karolinenhöhe gelegene zweite Parkhaus, würde, so Rath, nach dem vorgestellten Planungsmodell sogar noch deutlich größer und höher ausfallen.

Das Aufstellen habe man mit dem aktuellen Pächter der Fläche geklärt, Reaktionen habe es bislang nicht gegeben.

Doch woher kennen die Kritiker eigentlich die vermeintlich genauen Dimensionen der Baukörper und wie reagiert die Stadt auf die Aktion? Auf Nachfrage teilte diese mit, dass der Verwaltung und auch dem Bürgermeister nichts von einer solchen Aktion bekannt gewesen sei. „Die ‚N.O.T.‘ hat uns darüber nicht informiert. Rückmeldungen von Bürgern gab es ebenfalls nicht“, erklärte Christian Poitsch, Leiter des Kolbermoorer Stadtmarketings, gegenüber dem OVB.

Höhe mit Lineal
gemessen

Bis dato gebe es bekanntlich noch keinen Bebauungsplan. „Dementsprechend kann es auch noch keine konkreten Planungen für das/die Parkhaus/häuser geben“, so Poitsch. Deshalb wäre zu hinterfragen, auf welcher inhaltlich relevanten Basis sich Kritik über ein „nicht harmonisches Einfügen“ zum aktuellen Zeitpunkt bilden könne, entgegnet Poitsch den Aussagen der Bürgerinitiative.

Auf OVB-Nachfrage erklärte Dr. Michael Rath, dass die Gerüst-Aktion eine Reaktion auf die im Mareis-Saal von der Stadt und der MvB Baukultur gezeigte Planung gewesen sei. Anhand des dort gezeigten Modells des Quartierszentrums habe man die Maße des Parkhauses mit einer Art Lineal abgemessen und sie in die tatsächliche Größe umgerechnet.

Am vergangenen Wochenende führten Kritiker erneut eine Aktion durch. Dieses Mal sollten zwei Gerüste aufgestellt werden, damit die Rahmengröße des künftigen Parkhauses noch besser vorstellbar werde.

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