Von der Matratze bis zu Hausabfällen

von Redaktion

Hat Kolbermoor ein Müllproblem im öffentlichen Raum? Diese Beobachtung hat zumindest ein Bürger der Stadt gemacht und sich ans OVB gewandt. Was die Stadtverwaltung dazu sagt – und welche Strafen Müllsündern drohen können.

Kolbermoor – Eine alte, ausgediente Matratze hinter dem Altkleidercontainer, ein ganzer Stapel Pizzakartons auf einem kleinen Mülleimer im Stadtzentrum, ein blauer Müllsack mit Haushaltsabfällen an einem öffentlichen Abfalleimer an der „Brücke der Freundschaft“: Einem Bürger aus Kolbermoor, der sich jetzt an die OVB-Redaktion gewandt hat, ist nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen eine vermehrte „Vermüllung“ im Stadtgebiet aufgefallen. Hat die Stadt Kolbermoor ein Müllproblem im öffentlichen Raum?

„Nein, das ist übertrieben“, findet Thomas Rothmayer, Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Es sei zwar richtig, dass die Stadt immer wieder beobachte, dass an gewissen Wertstoffinseln im Stadtgebiet Müll abgestellt oder nicht rechtmäßig entsorgt werde, aber: „Dass das in den vergangenen Wochen überhandgenommen hat, können wir nicht bestätigen.“

Da für die Wertstoffinseln innerhalb der Stadt der Landkreis Rosenheim zuständig ist, schreitet die Gemeinde dort nach Angaben von Rothmayer nur in gewissen Fällen ein. „Letztlich kommt es darauf an, was dort abgestellt worden ist“, erklärt der Ordnungsamt-Chef. „Eine Gasflasche, die dort beispielsweise einmal widerrechtlich abgestellt worden ist, haben wir natürlich aus Sicherheitsgründen sofort einsammeln lassen.“

Michael Glas, Leiter des Kolbermoorer Bauhofs, findet ebenfalls, dass sich das Problem von Müllablagerungen in der Stadt nicht signifikant erhöht hat. Wobei er nicht verhehlen will, dass derartige Vermüllungen in Kolbermoor gelegentlich vorkommen. „Wir haben schon immer das Problem, dass vor allem in der Innenstadt an manchen öffentlichen Abfalleimern einfach Hausmüll entsorgt wird“, erzählt Glas.

In einem Fall habe man daher auch einst reagiert und den öffentlichen Mülleimer abmontiert. In einem anderen Fall habe die Stadt den betroffenen Mülleimer eine Zeit lang nicht geleert. Was wiederum einem Anwohner gestunken habe, der „dann angerufen hat und gesagt hat, dass er seinen Müll dort nicht entsorgt hat und dafür nicht verantwortlich ist“.

Doch was könnten die Gründe dafür sein, dass Anwohner ihren Hausmüll nicht in der Hausmülltonne, sondern in einem öffentlichen Mülleimer entsorgen? „Das hat wahrscheinlich einfach finanzielle Gründe“, vermutet Glas. Er könne sich vorstellen, dass die Schuldigen kleinere Tonnen bestellt hätten, um Geld bei den Entsorgungsgebühren zu sparen, diese kleineren Tonnen aber halt nicht ausreichten.

Wenn nachweisbar sei, wer den Müll widerrechtlich entsorgt habe, würde die Kommune das natürlich melden, so Glas. „Wir wühlen die Mülltüten aber nicht nach Hinweisen auf den Besitzer durch“, stellt der Bauhofleiter klar. So könne man nur reagieren, wenn beispielsweise ein Brief mit Anschrift aus dem Müll herausragt und dadurch der „Besitzer“ identifizierbar sei. Wer erwischt wird, dem drohen übrigens teilweise harte Strafen: Denn derartige Ordnungswidrigkeiten rund ums Thema Hausmüll können mit Bußgeldern zwischen 20 und 320 Euro bestraft werden. Handelt es sich bei den Hinterlassenschaften sogar um Sperrmüll, zu dem beispielsweise Autoreifen zählen, sind sogar Bußgelder bis zu 2500 Euro möglich. „Letztlich kommt es darauf an, was abgelagert wird und wie einsichtig sich der Bürger zeigt“, stellt Rothmayer vom städtischen Ordnungsamt daher klar.

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