Kolbermoor – Kurz bevor die Corona-Pandemie das gesamte Leben in Deutschland auf den Kopf stellte, luden die Pullacher im Februar 2020 zum ersten Mal zum Faschingstreiben am Gerätehaus ein. Hunderte Kinder und Erwachsene verzauberten Pullach damals in eine Märchenwelt. Und selbst der Gaudiwurm, der eigentlich aus einer Weinlaune heraus testweise entstanden war, wurde zu einem vollen Erfolg.
Schon damals zog Josef Hofmann von der Feuerwehr Pullach die Fäden – und macht das bis heute. „Die Vorbereitungen gehen jetzt so richtig los“, sagt der „Kapitän des Pullacher Faschingskreisels“ und gleichzeitig Leiter der Pullacher Kinderfeuerwehr gegenüber dem OVB und blickt auf das kommende Wochenende.
Denn nachdem die Floriansjünger im Frühjahr 2023 unter dem Motto „Comic“ ihre zweite Gaudi mit rund 400 kleinen und großen Faschings-Enthusiasten veranstaltet hatten, steht nun, zwei Jahre später, die dritte Runde des Faschingstreibens an.
„Es soll etwas Besonderes bleiben“
„Wir wollen das nicht jedes Jahr machen, es soll schon etwas Besonderes bleiben“, erklärt Hofmann schmunzelnd den Rhythmus. Und auch dieses Mal hat sich das Organisationsteam einiges einfallen lassen.
Seit vergangenem Montag werkeln die Organisatoren am Aufbau der Veranstaltung. „Dieses Mal lautet das Motto Weltraum“, kündigt Hofmann an. Demnach suche man immer nach gewissen Themen, für die sich nahezu jeder, auch ohne großen Aufwand, irgendwie verkleiden kann. „Wer zum Beispiel gar kein Kostüm hat oder sich nicht wirklich verkleiden will, kann in diesem Fall auch als Erdling gehen“, sagt Hofmann und verspricht eine tolle Veranstaltung für Groß und Klein. Er rechnet mit 400 bis 500 Besuchern.
Los geht das Faschingstreiben am kommenden Samstag, 22. Februar, um 13 Uhr am Feuerwehrgerätehaus, wo das Prinzenpaar des Faschingsvereins Mangfalltal mit einem Showtanz für Stimmung sorgen wird. Um 13.45 Uhr stellt sich die gesamte Faschingsgesellschaft dann am Feuerwehrhaus zum Faschingszug auf und marschiert geschlossen los. Da es dabei entlang der Staatsstraße über den Radweg geht, können dabei bedenkenlos auch kleine Kinder mitlaufen, betont Hofmann. Ohnehin lege man großen Wert auf die CO2-Neutralität, sprich: Die Teilnehmer können in Fußgruppen und Handwagen mitziehen.
Im Mittelpunkt: der
gemeinsame Spaß
„Bei diesem Zug läuft eigentlich jeder mit, da sind eher weniger Zuschauer“, beschreibt der Kapitän des Pullacher Faschingskreisels die Besonderheit. Im Mittelpunkt stehe dabei der gemeinsame Spaß. Die Feuerwehr freue sich über Themengruppen aus den Bereichen Weltraumhelden, Krieg der Sterne, Raumschiff Enterprise, Aliens, Sonne oder Stern. Dabei könne jeder auch seine eigene Musik mitnehmen, ebenfalls CO2-neutral.
Hofmann weist darauf hin, dass Parkplätze nur sehr beschränkt zur Verfügung stehen. „Deshalb wäre es empfehlenswert, gleich zu Fuß oder mit dem Radl zu kommen.“ Überdies sei für die Zugeinteilung und Planung eine Anmeldung noch bis zum heutigen Donnerstag erwünscht – aber kein Muss.
Laut der Organisatoren ist die Rückkehr vom Zug gegen 14.15 Uhr am Feuerwehrhaus geplant. Anschließend tritt das Prinzenpaar der Faschingsgilde Bad Aibling mit einem Showtanz auf, ehe es mit dem bunten Faschingstreiben am Feuerwehrgerätehaus weitergeht. Unter anderem folgen Auftritte der Oberlandler Kinder- und Jugendgarde samt Prinzenpaar und eine Einlage der Kinder- und Jugendgarde der Faschingsgilde Bad Aibling.
Neben Pommes, Leberkas, Fischsemmeln, Kuchen und Krapfen soll auch ein Barbetrieb für gute Laune sorgen, betont Hofmann. „Dann brauchen wir ja nur noch schönes Wetter“, sagt abschließend Schriftführerin Agnes Langer voller Hoffnung. Denn Änderungen, etwa witterungsbedingt, könne man nie ausschließen. Ein Anmeldeformular sowie weitere Informationen findet man unter www.ffw-pullach.de oder fasching@ffw-pullach.de oder per Whatsapp-Anfrage unter Telefon 0151/65757667.
Während sich nun viele auf das bunte Treiben freuen, gibt es nach den Anschlägen in München und Magdeburg mancherorts auch Bedenken. Einige Städte haben sogar Veranstaltungen abgesagt.
In Pullach ist man aber weniger beängstigt. „Klar hat man das Thema auch irgendwo im Hinterkopf, aber in Hinblick auf Samstag ist das hier weniger präsent“, erklärt Hofmann. Der Faschingszug in Pullach sei überschaubar und auch überregional nicht sonderlich bekannt.