Mutmaßlicher Juwelier-Einbrecher angeklagt

von Redaktion

Eine Viertelmillion Euro: So hoch soll der Wert der Schmuckstücke sein, die ein 35-jähriger Niederländer beim Einbruch in einen Kolbermoorer Juwelier gestohlen haben soll.

Kolbermoor/Duisburg – Weil er im Sommer 2023 in ein Juwelier-Geschäft an der Rosenheimer Straße in Kolbermoor eingebrochen sein soll, muss sich seit Mitte Februar ein 35-jähriger Niederländer vor dem Landgericht Duisburg verantworten. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft fälschlicherweise das Landgericht Düsseldorf als Verhandlungsort angegeben. Dem 35-Jährigen wird aber nicht nur die Tat in Kolbermoor vorgeworfen, sondern auch mehrere kriminelle Handlungen in Nordrhein-Westfalen, zu denen sich jetzt ein Sprecher des Landgerichts gegenüber dem OVB geäußert hat.

Heftige Vorwürfe
gegen Angeklagten

„Konkret wird ihm vorgeworfen, sich ab spätestens Anfang des Jahres 2020 entschieden zu haben, seinen Lebensunterhalt durch die Sprengung von Geldautomaten zu bestreiten“, fasste Landgericht-Sprecher Philipp Hein einen Großteil der Vorwürfe zusammen.

So wird dem Niederländer vorgeworfen, bei drei Taten an Geldautomaten „eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt zu haben und dadurch Leib oder Leben eines Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet zu haben“. Taten, bei denen jeweils Sprengstoffpakete und Aufbruchswerkzeug mitgeführt worden seien und bei denen er zumindest mit einer weiteren, bislang unbekannten Person gemeinsame Sache gemacht haben soll.

Zur ersten angeklagten Tat ist es nach Angaben von Hein am 1. März 2020 gekommen. So soll der Angeklagte gegen 5.25 Uhr gemeinsam mit mindestens einem Komplizen versucht haben, an das Geld einer Sparkassenfiliale in Krefeld zu kommen. Ein Vorhaben, das aber scheiterte. „Einer der Täter soll bereits am Geldausgabeautomaten gehebelt haben und das Gasgemisch eingeführt haben“, beschreibt der Landgericht-Sprecher das seitens der Staatsanwaltschaft vermutete Vorgehen. Zu einer Sprengung sei es aber nicht gekommen. Gute drei Wochen später – am 24. März 2020 – soll sich der heute 35-Jährige dann gemeinsam mit dem oder den Komplizen an einem freistehenden Geldausgabeautomaten eines Edeka-Marktes in Mülheim an der Ruhr zu schaffen gemacht haben.

Dort sollen die Täter den Automaten erfolgreich gesprengt und 148530 Euro erbeutet haben. Den Sachschaden bezifferten die Ermittlungsbehörden auf 77000 Euro. Am 4. Juni 2020 war es dann bei einer Volksbank in der Stadt Moers zur Explosion an einem Geldautomaten gekommen, die nach Einschätzung der Anklagevertreter ebenfalls auf das Konto des Niederländers und möglicher Komplizen geht.

Hier spricht der Gerichtssprecher von einer Beute von 58235 Euro und einem „vermeintlichen Sachschaden“ von rund 120000 Euro. Seinen finanziell erfolgreichsten Coup soll der heute 35-Jährige dann am 27. Juni 2023 in Kolbermoor gemacht haben. Dort soll er sich mittels eines Vorschlaghammers in den frühen Morgenstunden Zutritt zu dem Juwelier-Geschäft an der Rosenheimer Straße verschafft haben. „Es sollen 300 Schmuckgegenstände im Wert von circa 250000 Euro entwendet worden sein“, teilte Gerichtssprecher Hein auf OVB-Anfrage mit. Des Weiteren spricht er von einem Sachschaden in Höhe von 6000 Euro an den Räumlichkeiten.

„Für mich ist die Angelegenheit mittlerweile abgeschlossen“, kommentierte allerdings der Inhaber des Kolbermoorer Juwelier-Geschäfts gegenüber dem OVB den Gerichtsprozess. Dass überhaupt ein Verdächtiger verhaftet worden sei und diesem nun der Prozess gemacht werde, habe er nur aus den Medien erfahren.

Von Prozess nur aus
den Medien erfahren

Und was ist mit den rund 300 gestohlenen Schmuckstücken? „Soweit ich weiß, ist bislang keines davon aufgetaucht“, so der betroffene Juwelier.

Für die Hauptverhandlung gegen den 35-Jährigen, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft Düsseldorf in Untersuchungshaft sitzt, sind zwei weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Demnach soll der Prozess vor dem Landgericht Duisburg am kommenden Mittwoch, 5. März, sowie in der Folge dann am Freitag, 21. März, fortgesetzt werden.

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