Zur Berichterstattung zum Thema Flüchtlingsunterkunft Kolbermoor im Lokalteil:
Zum Glück müssen die meisten von uns nicht wie Flüchtlinge leben. Aber die Frage des Umgangs mit ihnen geht dann doch vielen Bürgern auf die eine oder andere Weise nahe. Auch der Bürgermeister von Kolbermoor scheint da ambivalent. Wird der Standort zunächst gutgeheißen, erfolgt kurze Zeit später eine entschiedene Distanzierung.
Eine sehr interessante Frage wurde am vergangenen Mittwoch aufgeworfen: Warum pfercht man Flüchtlinge ausgerechnet in Gegenden mit ohnehin angespanntem Wohnungsmarkt zusammen? Vielleicht, weil man von „Wohnen“ ohnehin nicht sprechen kann?
Jedenfalls scheint der Landkreis relativ schmerzbefreit, werden entsprechende Mietverträge doch schon mal abgeschlossen, was sicherlich nicht über die Köpfe der Kommunen hinweg geschehen kann. Hier zeigt sich, wie auch in Rott, einmal mehr die Politik des Faktenschaffens. Ob Landkreis oder Kommune – es gilt der Meinungsbildung durch Taten zuvorzukommen. Das noch in den Kinderschuhen feststeckende umstrittene Nordostquartier Kolbermoor wird ja in den Stadtnachrichten vom Bauträger auch schon mal vorsorglich beworben …
Silke Rath-Reissmann
Kolbermoor