Eine Blutspur führt zum 35-Jährigen

von Redaktion

Niederländer soll in Juwelier-Geschäft eingebrochen sein – Urteil verzögert sich

Kolbermoor/Duisburg – Seit Mitte Februar musste sich ein 35-jähriger Niederländer wegen mehrerer Straftaten vor dem Landgericht Duisburg verantworten. So soll er gemeinsam mit Komplizen nicht nur mehrere Geldautomaten in Nordrhein-Westfalen gesprengt haben, sondern im Sommer 2023 auch in ein Juwelier-Geschäft in Kolbermoor eingebrochen sein.

Neuer Termin
angesetzt

Eigentlich sollte am vergangenen Freitag das Urteil gegen den Angeklagten verkündet werden. Doch daraus wurde nichts. „Die Beweisführung hat deutlich länger gedauert, als zunächst erwartet“, teilte Landgericht-Sprecherin Lara Zwirnmann auf OVB-Anfrage mit. Daher habe das Gericht nun einen weiteren Prozesstermin angesetzt.

Hammer
im Einsatz

Die Täter hatten sich am Dienstag, 27. Juni 2023, in den frühen Morgenstunden mithilfe eines Vorschlaghammers Zutritt zum Juwelier-Geschäft an der Rosenheimer Straße in Kolbermoor verschafft. Dort entwendeten sie nach Angaben der Ermittlungsbehörden dann rund 300 Schmuckstücke im Gesamtwert von circa 250000 Euro. Anschließend machten sie sich auf einem Motorroller, den sie später im Mangfall-Kanal bei Rosenheim versenkten, aus dem Staub. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen nach den Einbrecher blieben erfolglos.

Dennoch zahlte sich die Hartnäckigkeit der Ermittler, die weiter akribisch an dem Fall arbeiteten, aus. So konnte die Polizei einen 35-jährigen Niederländer in Gewahrsam nehmen, der an der Tat in Kolbermoor beteiligt gewesen sein soll.

Doch nicht nur das: Gemeinsam mit bislang unbekannten Komplizen soll der 35-jährige Niederländer auch für drei Sprengungen von Geldautomaten im Jahr 2020 in den Städten Krefeld, Mülheim an der Ruhr und Moers verantwortlich sein. Den Beuteschaden schätzen die Ermittler bei diesen drei Taten auf insgesamt fast 200000 Euro, den Sachschaden auf ebenfalls circa 200000 Euro.

Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtete, hatte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis zu allen ihm vorgeworfenen Taten abgelegt. Zu den Mittätern und kriminellen Organisationsstrukturen, die die Ermittler hinter den Taten vermuten, schwieg sich der Mann allerdings aus.

Polizei stellt
DNA sicher

Klar ist mittlerweile aber, wie die Ermittler dem 35-jährigen Angeklagten auf die Spur gekommen sind und eine Verbindung zum Juwelier-Coup in Kolbermoor herstellen konnten. Bei den Automaten-Sprengungen hatte der Mann DNA-Spuren hinterlassen, die die Polizei bereits auf die Identität des Niederländers führten. Beim Einbruch in Kolbermoor – nach eigenen Angaben vor Gericht hatte er von der Beute nur 6000 Euro bekommen – verletzte er sich dann an einer Glasscherbe und hinterließ so erneut seine DNA an einem Tatort.

Plädoyers am
Mittwoch, 9. April

Der Prozess wird am Mittwoch, 9. April, vor dem Landgericht Duisburg fortgesetzt. Dann sollen nach Angaben von Landgericht-Sprecherin Zwirnmann nicht nur die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gehalten werden, sondern auch das Urteil gegen den 35-Jährigen fallen.

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