Einblick in den Wertstoffhof

von Redaktion

Nachhaltige Abfallwirtschaft Thema bei Infoveranstaltung der Grünen Kolbermoor

Kolbermoor – Was passiert mit unserem Abfall, nachdem wir ihn zum Wertstoffhof bringen? Unter dem Motto „Wohin kommt der Müll?“ luden die Grünen des Ortsverbands Kolbermoor zu einer informativen Veranstaltung ein. Else Huber vom Vorstand der Grünen begrüßte dazu den Abfallberater des Landkreises, Bernhard Bock, als Experten. Er informierte umfassend über die Abfallentsorgung und Wiederverwertung im Landkreis Rosenheim.

Unterschiedliche
Konzepte

Dabei zeigte er auf, dass es unterschiedliche Konzepte gibt: Beim Gelben Sack wird der gesamte Abfall gesammelt, jedoch können aus diesem System letztlich nur etwa 30 Prozent der Wertstoffe recycelt werden.

Im Gegensatz dazu liegt die Recyclingquote bei Wertstoffhöfen und Wertstoffinseln bei rund 65 Prozent, da die Bürger hier bereits vorab sortieren. Das sogenannte „Bringsystem“ fordert eine aktive Beteiligung der Bevölkerung – ein wichtiger Schritt zur Abfallvermeidung. Am Wertstoffhof Kolbermoor können Altglas, Altmetalle, Altreifen, Alttextilien, Elektrogeräte, Batterien, CDs und vieles mehr getrennt entsorgt werden. Dank dieser sortenreinen Sammlung werden nicht nur wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen, sondern auch erhebliche Einnahmen erzielt.

Dass die Abfallwirtschaft des Landkreises effizient arbeitet, zeigt sich auch in den stabilen Müllgebühren, die seit Jahren zu den niedrigsten in Oberbayern gehören.

In der Diskussion wurden zahlreiche Fragen gestellt, unter anderem zur Reduzierung der Sammelcontainer. Tatsächlich werden einige Kunststoffverpackungen, wie Joghurtbecher und Plastikflaschen, nicht mehr einzeln gesammelt, sondern in den roten Container für Verpackungsmüll gegeben. Moderne Sortieranlagen des Dualen Systems ermöglichen eine gezielte Trennung der verschiedenen Kunststoffe. Selbst Aluminium, das früher nicht so leicht aussortiert werden konnte, wird heute durch verbesserte Technologien effizient recycelt. Auch die Grüngutsammlung am Wertstoffhof bietet eine wertvolle Möglichkeit für Gartenbesitzer, überschüssiges Pflanzenmaterial umweltgerecht zu entsorgen. In den drei Kompostieranlagen des Landkreises wird daraus hochwertiger Bio-Kompost produziert, der zum Verkauf angeboten wird.

Ein weiteres Thema war die Biotonne, die im Landkreis Rosenheim nicht eingeführt wurde. Bock erklärte, dass die ländliche Struktur, lange Transportwege und die damit verbundenen hohen Kosten von rund acht Millionen Euro pro Jahr gegen eine flächendeckende Einführung sprechen.

Letztlich bleibt trotz aller Bemühungen eine Restmüllmenge von 161,5 Kilogramm pro Person im Jahr. Dieser Abfall wird in der Müllverbrennungsanlage Burgkirchen entsorgt. Täglich transportieren spezielle „ZAS“-Müllzüge den Restmüll von Thansau nach Burgkirchen. Das Thema Müllvermeidung nahm einen großen Raum in der Diskussion ein.

Umsetzung bleibt
Herausforderung

Die Vorschläge sind bekannt, doch die Umsetzung im Alltag bleibt eine Herausforderung: Einwegverpackungen vermeiden, auf Feuchttücher, Plastiktüten, Einmalbecher und Tetrapaks verzichten – jeder kann mit kleinen Schritten einen Beitrag leisten.

Nach dem Vortrag nutzten viele Besucher die Gelegenheit, sich weiter zu informieren und durch die bereitliegenden Broschüren zu stöbern. Die Veranstaltung machte deutlich: Nachhaltige Abfallwirtschaft beginnt bei jedem Einzelnen.

Artikel 8 von 9