Bad Aibling – Treibt in Bad Aibling ein Pflanzen-Dieb sein Unwesen? Immerhin sind zuletzt immer wieder Pflanzen in der Kurstadt spurlos verschwunden. Und das an verschiedenen Orten. Zum Ärger von Bürgern und zum Ärger der Stadt. So teilte diese nun mit, dass etwa in der Mitterfeldstraße erneut Pflanzen in den Trögen gestohlen wurden, die der Bauhof pflegt und zur Verschönerung der Straße aufgestellt hat.
Diebstähle schaden
dem Miteinander
„Die Pflanztröge tragen zur optischen Aufwertung unserer Straßen bei und sind ein Ausdruck des Einsatzes für das Wohlbefinden der Anwohner. Der Bauhof investiert viel liebevolle Arbeit in die Pflege und Gestaltung der Tröge, um die Straßen zu einem angenehmen Ort für alle zu machen“, sagt Andreas Arnold, stellvertretender Leiter des Bauhofs. Jeder Diebstahl schade nicht nur dem Erscheinungsbild der Straße, sondern auch dem guten Miteinander. Letztendlich betreffe dies Steuergelder der Bürger, so Arnold.
Die Stadt Bad Aibling bittet deshalb darum, die Arbeit des Bauhofs zu würdigen, um sich weiterhin gemeinsam für ein „schönes und harmonisches Stadtbild“ einzusetzen. Gegenüber dem OVB erklärte zudem Franziska Vogl, Pressesprecherin der Stadt Bad Aibling, dass es in den vergangenen Jahren, insbesondere in den Sommermonaten, immer wieder zu Pflanzen-Diebstählen gekommen war. „Allein in der Mitterfeldstraße wurde im letzten Jahr dreimal gestohlen, auch im Stadtpark gab es vermehrt Vorfälle“, so Vogl. Im Lindengarten im Kurpark verschwinden ihren Angaben zufolge ebenfalls immer wieder Pflanzen.
Und offensichtlich machen Diebe auch vor Friedhöfen nicht Halt. So berichtete Irene Ullrich aus Bruckmühl kürzlich von einem äußerst ärgerlichen Erlebnis auf dem Bad Aiblinger Friedhof. Dabei musste sie beim Besuch ihres Elterngrabes feststellen, dass aus der mit Hornveilchen bepflanzten Schale zwei Pflanzen ausgegraben wurden.
„Was ist das nur für ein schäbiger Zeitgenosse, der sich am Gräber-Blumenschmuck vergreift?“, fragt Ullrich fassungslos. „Schämen Sie sich! Die geklauten Pflanzen werden Ihnen keine Freude machen. Wenn Sie sich jedoch aus Geldnöten keinen eigenen Grabschmuck leisten können, spendiere ich Ihnen gerne eine Blumenschale“, richtet sie klare Worte an den unbekannten Dieb. „Dann können Sie auch Ihr verdrecktes, rostiges Messer, mit dem Sie meine Pflanzen ausgestochen und das Sie auf dem Grab vergessen haben, bei mir abholen.“
Über Diebstähle auf dem Friedhof liegen der Stadt indes keine Informationen vor, teilt Pressesprecherin Franziska Vogl auf Nachfrage mit. Doch ein Blick in die Vergangenheit zeigt auch hier, dass dies kein Einzelfall war.
Vor gut zwei Jahren berichtete eine Bad Aiblinger Rentnerin dem OVB, dass sie schon mehrmals Opfer von Diebstahl auf dem Friedhof geworden sei. Vom Urnengrab ihrer Angehörigen wurde damals mehrfach Grabschmuck gestohlen. „Einmal war es ein Herz aus Hauswurzen, einmal wurden Hauswurzen aus einer Schale ausgegraben und zweimal hat man mir blühende Pflanzen geklaut“, erzählte die Frau damals empört. Die Friedhofsverwaltung hatte damals mitgeteilt, dass entsprechende Diebstähle grundsätzlich schon vorkommen, es handelt sich jedoch eher um Einzelfälle. Betroffene müssten sich in solchen Fällen direkt an die Polizei wenden. Dort wiederum war zu erfahren, dass derartige Vergehen nur sehr selten zur Anzeige gebracht werden. Wohl auch wegen der geringen Aussicht auf Erfolg.
Im jüngsten Fall der Bruckmühlerin Irene Ullrich seien die geklauten Pflanzen zwar „keine Tragik“, da sich der finanzielle Schaden in Grenzen halte.
„Nicht einmal vor dem
Friedhof Achtung“
„Aber es empört mich, dass es Zeitgenossen gibt, die nicht mal vor einem Friedhof Achtung haben“, sagt Irene Ullrich. Und offenbar passieren solche Vorfälle ihr zufolge immer wieder. „Einer Freundin wurde auf dem Aiblinger Friedhof im letzten Jahr die Sommerbepflanzung gestohlen“, erzählt sie. Eine weitere Bekannte sei kürzlich ebenfalls von einem Diebstahl auf dem Friedhof betroffen gewesen.
Inzwischen hat Ullrich ihre beiden entwendeten Pflanzen ersetzt. Pflanzen von einem Grab einfach auszugraben, sei in ihren Augen „erbärmlich und respektlos“. Ihre Hoffnung: „Vielleicht meldet sich beim Entwender ja das Gewissen und er schämt sich, falls er oder sie einen entsprechenden Bericht liest.“