Kolbermoorer Gastronom jetzt auch mit Food-Trailer für Salingarten

von Redaktion

Nachbarstadt Rosenheim plant Maßnahmen zur Aufwertung der Anlage – Erster Schritt bereits erfolgt

Kolbermoor/Rosenheim – Ein Spielplatz, neue Toiletten und Sprühnebel-Anlagen: Für den Salingarten gibt es große Pläne. Über eine Neuheit freuen sich nicht nur die Rosenheimer bereits jetzt: Denn Dennis Gärtner, Gastronom aus Kolbermoor, hat dort sein „Rolling Bistro“ eröffnet.

Gärtner, der in Kolbermoor das „Your Baristro“ und in Bad Feilnbach den Kiosk im Schwimmbad betreibt, steckt voller Ideen. „Von nichts kommt nichts“, sagt er am Telefon und lacht. Schon seit einiger Zeit spielte er mit dem Gedanken, einen Food-Trailer zu eröffnen. „Ich hatte da schon seit Längerem Bock drauf“, sagt er. Aufgrund seiner vielen anderen Projekte sei diese Idee jedoch in den Hintergrund gerückt. Bis jetzt.

Sein „Rolling Bistro“ im Salingarten hat er vor Kurzem eröffnet, nachdem er von der Stadt die Genehmigungen erhalten hatte. Bereits bei den Vorbereitungen stellte er fest, „dass wir mehr Strom brauchen, als ursprünglich geplant“. Zudem musste auch der Standort noch einmal angepasst werden.

Aus der Ruhe bringen lässt sich Dennis Gärtner davon nicht. Er kann sich auch vorstellen, Currywurst, Pommes, Schnitzel oder Salate anzubieten. „Wir müssen schauen, was der Platz zulässt und wie die Nachfrage ausfällt“, sagt er.

Neben alkoholfreien Getränken hat Gärtner auch Bier und Aperol Spritz im Visier. „Alkohol wird bei mir nicht ,to go‘ ausgeschenkt. Man kann ihn nur direkt vor Ort konsumieren, bei unseren Sitz- und Stehplätzen.“

Allein im Jahr 2024
40 Betretungsverbote

Trotz allem wird das Ausschenken von Alkohol an dieser Stelle vonseiten der Rosenheimer Polizei eher problematisch gesehen. Auch, weil auf die Beamten in Zukunft womöglich mehr Diskussionen zukommen könnten, betont Polizeihauptkommissar Robert Maurer. Die Einhaltung des Alkoholverbots im Salingarten wird dem Polizisten zufolge aber auch ganz normal weiter kontrolliert. „Dabei könnte nun natürlich mehr diskutiert werden, aber es wird die Zeit zeigen, welche Probleme es tatsächlich gibt oder welche entstehen könnten“, sagt Maurer.

Allein im vergangenen Jahr mussten laut Christian Baab, Pressesprecher der Stadt Rosenheim, 40 Betretungsverbote ausgesprochen werden. Zudem wurden 30 Bußgelder verhängt – unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Alkoholverbot.

Ursprünglich wollte Gärtner seinen Food-Trailer ohnehin an der Kaiserstraße aufbauen. Logistisch sei das jedoch nicht möglich gewesen. „Ich habe aber nicht lockergelassen. Irgendwann sind wir dann auf den Salingarten gekommen“, erinnert sich Gärtner. Es habe mehrere Gespräche gegeben, schließlich habe man sich darauf geeinigt, den Versuch zu wagen. Für die kommenden Monate soll der Food-Trailer also im Salingarten stehen, direkt neben den Rosen-Pavillon.

„Ein gastronomisches Angebot wird in diesem Bereich für mehr Aufenthaltsqualität sorgen“, sagt Oberbürgermeister Andreas März auf OVB-Anfrage. Auch, weil zahlreiche Sitzgelegenheiten zum Konzept gehören.

Platz nehmen und
den Park genießen

„Man soll im Salingarten Platz nehmen können und den Park genießen“, ergänzt März. Aus diesem Grund bietet Dennis Gärtner neben To-go-Angeboten auch die Möglichkeit an, Speisen und Getränke direkt vor Ort zu verzehren.

„Ein Espresso aus einer Porzellantasse schmeckt ohnehin besser“, sagt er und lacht. Zwar sei in dem Food-Trailer kein Platz für „80 Teller und 50 Tassen“, aber er glaubt, dass sein Konzept trotzdem funktioniert. Auch, weil er mit dem Gedanken spielt, sich einen Geschirrspüler in das Fahrzeug einbauen zu lassen.

Im Moment könnte sich Gärtner durchaus vorstellen, an mindestens sechs Tagen in der Woche geöffnet zu haben – und zwar ab Mittag, jedoch nur bei gutem Wetter. „Wir behalten uns vor, den Trailer bei schlechtem Wetter zuzulassen“, sagt er am Telefon.

Dennis Gärtner hofft, dass er mit seinem Food-Trailer dazu beitragen kann, dass sich das Bild, das viele Bürger vom Salingarten haben, wandelt. „Durch das gastronomische Angebot entsteht noch einmal ein ganz anderer Charakter in dem Park“, sagt er. Dabei soll es nicht bleiben. So wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche Ideen in diversen Ausschüssen vorgestellt, wie der Salingarten aufgewertet werden könnte. „Noch in diesem Jahr wird dort ein Spielplatz gebaut“, sagt Oberbürgermeister März. Dann folgen sukzessive weitere Maßnahmen, beispielsweise die Entfernung der alles zuwachsenden Sträucher.

Zwischen Münchener Straße und Salingarten wird laut Andreas März ein Boulevard geschaffen, umrahmt von Bäumen und Sprühnebel-Anlagen zur Abkühlung. Auch die öffentlichen Toiletten werden erneuert. „Insgesamt wird der Salingarten freundlicher, heller und übersichtlicher. Ohne dunkle Ecken“, sagt März.

Nach der Aufwertung des Salingartens soll dann der Fokus auf die Münchener Straße gerichtet werden. Dort, wo für einige Monate eine Fußgängerzone eingerichtet wurde. Mittlerweile wurde der Verkehrsversuch jedoch beendet.

„Es hat sich herausgestellt, dass es nicht funktioniert hat“, sagt März. So sei die Fußgängerzone nie als solche angenommen worden. Unter anderem wohl deshalb, weil sie nach wie vor von Bussen genutzt wurde. „Dadurch war die Sicherheit der Fußgänger gefährdet“, sagt März.

Aus diesem Grund habe sich eine Mehrheit der Stadträte für die Aufhebung ausgesprochen. „Entscheidungen zu korrigieren und nicht auszusitzen, wenn es offensichtlich nicht passt, sollten wir der Politik auch zugestehen“, unterstreicht März.Anna Heise

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