Kolbermoor – Mit über 3000 Mitgliedern und mehr als einem Dutzend Abteilungen ist der SV-DJK Kolbermoor unangefochten der mitgliederstärkste Verein der Stadt. Ein Verein, der aber für seine Mitglieder und sein breit gefächertes Angebot Platz braucht. Und hier stößt der SV-DJK langsam an seine Grenzen.
Wunschzettel
ist lang
So benötigt der Sportverein nicht nur eine adäquate Geschäftsstelle, sondern auch eine neue Turnhalle. Was wiederum Millionen kosten wird. Um eine zukunftsträchtige Lösung zu finden, haben Vertreter des Sportvereins gemeinsam mit dem Stadtrat jüngst über Möglichkeiten diskutiert, wie der Verein und dessen Sportstätten künftig aufgestellt werden könnten. „Der Verein hat Sportstätten, die Stadt hat Sportstätten“, beschreibt Bürgermeister Peter Kloo (SPD) den Ist-Zustand, der letztlich im Austausch zwischen Stadt und Verein zur Frage geführt habe: „Wir wollen kein Stückwerk mehr – aber was wollen wir dann?“ Woraufhin die Stadt den SV-DJK bat, „frei von der Leber weg einen Wunschzettel zusammenzuschreiben“. Herausgekommen ist nach Angaben von Kloo „ein riesiger Wunschkatalog“, der aus seiner Sicht „sinnvolle Idee wie auch unsinnigere“ beinhalte. Sabine Balletshofer-Wimmer, Vorstandssprecherin des SV-DJK Kolbermoor und zudem CSU-Stadtratsmitglied, findet hingegen, dass jeder Vorschlag auf dieser Liste „seine Berechtigung“ hat. Wenngleich ihr natürlich klar ist, „dass nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann“.
Die Strategie des SV-DJK in puncto Wunschliste umschreibt sie daher mit einem Vergleich. „Wir sind sozusagen mit einem Wunsch nach einem Mercedes in die Gespräche gegangen und müssen jetzt sehen, was am Ende herauskommt.“ Sie habe jedenfalls ein „gutes Bauchgefühl“.
Zumal sie der Stadt durchaus „ein offenes Ohr für die Anliegen des SV-DJK“ bescheinigt. Bürgermeister Kloo macht gegenüber dem Mangfall-Boten jedenfalls deutlich, dass er den Sportverein als wichtigen Teil Kolbermoors ansieht. „Sport ist ein Teil der Kolbermoorer Stadtgesellschaft“, sagt der Rathauschef, weshalb es aus seiner Sicht auch keine Aufteilung in „meine Hallen und deine Hallen geben“ dürfe. Kloo: „Auch wenn es keine Pflichtaufgabe ist, ist der Sportverein ein wesentlicher Bestandteil der Stadt und gehört zu unserer Stadt einfach dazu.“
Wobei Hallen ein gutes Stichwort ist: Denn auch wenn der SV-DJK nun zunächst – sozusagen als Hausaufgabe – die Wunschliste etwas zusammenstreichen soll, ist bereits jetzt für beide Parteien eindeutig, woran kein Weg vorbeiführen wird. „Wir werden über kurz oder lang eine vierte Turnhalle brauchen“, macht Kloo deutlich. Und zwar keine Zweifach-Halle, sondern eine Dreifach-Turnhalle. „Da reden wir sicherlich über einen Investitionsbetrag von acht bis neun Millionen Euro.“ Auch einen Standort hat die Stadt dafür schon im Auge – und zwar auf dem Areal zwischen der Staatsstraße 2078 und dem Straßenzug Am Waldrand, wo bereits jetzt Sportstätten als erlaubte Bebauung im Bebauungsplan festgeschrieben sind.
Renovierung ist
dringend notwendig
Doch eine Turnhalle ist nur einer von zwei besonders dringlichen Wünschen, die SV-DJK und Stadt umtreiben. Auch das örtliche Herzstück des Sportvereins, die Turneralm an der Aiblinger Straße, muss dringend saniert und ausgebaut werden. Angedacht ist, den Bereich, den derzeit hauptsächlich die Fußballer nutzen, zu sanieren und dort laut Balletshofer-Wimmer eine „ordentliche Geschäftsstelle“ einzurichten. Ein Anbau auf dem Gelände soll den Fußballern dann eine neue, moderne Heimat bieten. „Mein persönliches Ziel ist, mit den Planungen und den Gesprächen rund um die Kosten jetzt so weit zu kommen, dass wir das spätestens 2027 umsetzen können“, so die SV-DJK-Vorstandssprecherin.
Aufnahme in
den Finanzplan
Auch Bürgermeister Peter Kloo hält es für unabdingbar, das Projekt „Sportstätten“ demnächst „in den fünfjährigen Finanzplan der Stadt aufzunehmen“, wenngleich allerdings noch völlig offen sei, wie etwaige Kosten zwischen Stadt und Verein aufgeteilt würden. Nach derzeitigem Stand geht Kloo für das Gesamtkonzept von einem Investitionsvolumen in einem „guten zweistelligen Millionenbereich“ aus.