Kolbermoor – Der Brand in einem Massagesalon an der Rosenheimer Straße gestern früh hatte nicht nur Auswirkungen auf den Berufsverkehr, sondern auch Folgen für den Bewohner der darüberliegenden Wohnung. Denn diese ist nach Angaben von Armin Hörl, Kommandant der Kolbermoorer Feuerwehr, „kurzzeitig nicht bewohnbar“. Verletzte gab es glücklicherweise nicht zu beklagen, der Sachschaden bewegt sich nach einer ersten Einschätzung der Polizei im „niedrigen sechsstelligen Euro-Bereich“.
Gegen 8.10 Uhr wurde die Feuerwehr über eine starke Rauchentwicklung in einem Ladenlokal im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Nähe des Rathauses informiert. „Beim Eintreffen konnten wir neben dem Rauch im Geschäft auch eine leichte Rauchentwicklung im Treppenhaus feststellen“, schildert Hörl den Einsatzbeginn. Während Einsatzkräfte den Brandherd im Massagesalon löschten, bemühte sich eine weitere Atemschutztruppe darum, die Ausbreitung des Rauchs im Mehrfamilienhaus zu verhindern.
Weder im Massagesalon noch in den Wohnungen im ersten und zweiten Obergeschoss waren zum Zeitpunkt des Brandes Menschen anwesend. Anwohner aus dem dritten Stock, die in ihren Wohnungen waren, verließen das Gebäude, konnten nach Ende der Lösch- und Belüftungsarbeiten aber wieder in ihre Räumlichkeiten zurückkehren. Weniger Glück hat dagegen der Bewohner der Wohnung, die direkt über dem Massagesalon liegt. Denn durch die besondere Beschaffenheit der Decke war nach Angaben von Hörl der Rauch dorthin gezogen. Um ausschließen zu können, dass sich zwischen den Etagen ein weiterer Brandherd befindet, wurde „der Bodenbereich mit einer Wärmebildkamera untersucht und auch ein Stück weit aufgemacht“, wie Hörl berichtet.
Die Frage nach der Ursache für das Feuer muss nun die Kriminalpolizei Rosenheim klären. „Es ergaben sich bislang keine Hinweise auf eine Vorsatztat“, teilt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit. Um „richtig arbeiten zu können“, musste die Feuerwehr, die mit rund 35 Einsatzkräften im Einsatz war und zur Unterstützung noch die Feuerwehr aus Pullach angefordert hatte, den Bereich um den Einsatzort zeitweise für den Verkehr sperren. „Das hat ein bisschen zu einem Verkehrschaos geführt“, so Kommandant Hörl, der dazu klarstellt: „Da können wir in diesen Momenten aber keine Rücksicht darauf nehmen.“
Mathias Weinzierl