Bad Aibling – „Man hat jetzt einfach ein sehr mulmiges Gefühl“, sagt Stefan Linnerer nach einem Tag, an dem das Telefon im Kurhaus kaum stillstand. Kurz zuvor, am vergangenen Montag, waren Unbekannte in den frühen Morgenstunden in das zentrumsnahe Veranstaltungsgebäude in Bad Aibling eingebrochen und entwendeten dabei unter anderem einen mehrere hundert Kilogramm schweren Tresor, in dem sich Bargeld und Dokumente befanden. Die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim ermittelt. Kurhaus-Pächter Linnerer spricht indes gegenüber dem Mangfall-Boten über den spektakulären Raub und die eigene Gefühlswelt.
Nachts nicht mehr
allein rumlaufen
Denn bei ihm und seiner Belegschaft mache sich seit dem Vorfall längst ein „unsicheres Gefühl“ breit. Erschreckend sei vor allem, wie schnell und leicht es dann doch gehen könne, dass Kriminelle in ein solches Gebäude eindringen und großen Schaden hinterlassen können. „Wir werden jetzt nicht mehr einfach so nachts um 23 Uhr alleine dort herumlaufen“, ist sich der Pächter sicher. Denn für ihn ist klar: „Das waren mit Sicherheit Profis.“ Besonders mulmig zumute ist ihm auch deshalb, weil er den spektakulären Raub im Nachgang durch die Videoüberwachung zumindest teilweise mit eigenen Augen mit ansehen konnte. „Auf dem Video sieht man eine maskierte Person“, sagt Linnerer. Nur die Augen seien zu sehen gewesen. Es dürften jedoch mindestens zwei Eindringlinge gewesen sein, da man per Audioaufnahme hören könne, wie sich mehrere Männer unterhielten, berichtet Linnerer. Natürlich sei ein erheblicher Sachschaden entstanden, der jedoch über die Versicherung abgedeckt werden sollte, erzählt der Pächter. Auch hätten die Täter eine gewisse Verwüstung hinterlassen, wobei etwa die aufgebrochenen Fenster mithilfe des Aiblinger Bauhofs schnell wieder verschlossen werden konnten. Im entwendeten Tresor haben sich zudem über 5000 Euro Bargeld befunden.
Das Schlimmste sei jedoch nicht der materielle Schaden, sondern vielmehr die Angst und das beklemmende Gefühl, die nun zurückbleiben.
Immerhin hat der erschreckende Vorfall keinen Einfluss auf den laufenden Betrieb des Kurhauses. „Der Schlüsseldienst hat die Schlösser schon ausgewechselt“, sagt Linnerer. Es hätten bereits wieder Musikproben im Veranstaltungsgebäude stattgefunden und die weitere Programmplanung werde durch den Einbruch Anfang der Woche nicht gestört.
Froh darüber zeigt sich auch Kurdirektor Thomas Jahn, der sich zuvor gegenüber dem Mangfall-Boten ebenfalls fassungslos über die „neue Dimension der Gewalt“ geäußert hatte. „Wir können die Veranstaltungen ganz normal durchführen“, sagt er. Wenngleich am Tag nach dem Vorfall der Probenbetrieb sowie die gleichzeitigen polizeilichen Untersuchungen eine äußerst gewöhnungsbedürftige Kombination darstellten.