Kolbermoor – Auch die Kolbermoorer SPD hat nun ihren Bürgermeisterkandidaten vorgestellt: Er heißt Christian Morgenroth und dürfte vielen Kolbermoorern kein Unbekannter sein: Der 50-Jährige, der seit 42 Jahren in Kolbermoor lebt, hat ehrenamtlich zehn Jahre lang das berühmte Kolbermoorer Zeltlager geleitet. Auch bei den Naturfreunden war er aktiv: Als Kind lernte er dort das Skifahren und engagierte sich sehr früh als Übungsleiter. Später übernahm er die Skischule der Naturfreunde und führte diese für mehr als 20 Jahre.
Führungspositionen
in Sportartikelbranche
Es ist diese Bereitschaft, sich aktiv für andere einzubringen, die ihn in die politische Landschaft führte, denn „danebenzusitzen und zu schauen, wenn eigentlich gehandelt werden muss“ – das ist nicht seins, wie er sagt. So brachte ihn das Aufleben von Kräften, die er nicht nur als rechts oder sehr konservativ, sondern zunehmend als extremistisch beschreibt, zum politischen Engagement und zur SPD. Der Schritt zum Bürgermeisterkandidaten der Partei war für ihn dann ebenfalls nur logisch: „Es war nach der Herzensentscheidung, das Erbe von Peter Kloo ganz nach den Werten der SPD weiterzuführen zu wollen, einfach folgerichtig anzupacken und sich für die vakante Stelle aufstellen zu lassen.
Die Partei und auch Peter Kloo selbst sehen in ihm den richtigen Mann. Was sie überzeugt hat? Vielleicht dass er in einer Führungsposition der Sportartikelbranche arbeitet und er es dort mit großen Mitarbeiterstäben und enormen Budgets zu tun hat und hatte, die die Höhe des Kolbermoorer Haushalts, also 90 Millionen Euro, durchaus erreichten.
Große Apparate zu führen, ist für ihn also nichts Neues und auch nicht, dies mit einem Zukunftsblick zu tun. „Es geht im Firmenmanagement immer darum, zu erkennen, wohin die Entwicklungen gehen und dabei immer im Auge zu behalten, welche tatsächliche Zukunftswirkung heutige Entscheidungen haben können. In einem erfolgreichen Management denkt man in langen Zeiträumen, fünf Jahre haben da eher Augenblickscharakter“ so sagt er.
Und auch die Hauptaufgabe einer Stadtverwaltung, die Entwicklung von Wohnung, Gewerbe und Verkehr, seien Projekte, die jeweils einen langen Atem voraussetzten. Schließlich gehe es hier um eng vernetzte Felder, es seien Zusammenhänge, die sich gegenseitig befruchten und in der Summe eine Stadt attraktiv machen: „Neues Gewerbe etwa“, so führt Christian Morgenroth aus, „benötigt zusätzlichen, bezahlbaren Wohnraum.“
Für neue Bürger aller Altersklassen braucht es nach Angaben Morgenroths zudem weiterhin gesicherte Kinderbetreuungsangebote, eine Infrastruktur mit sicheren Schulwegen, zukunftsfähige Mobilitätslösungen und natürlich auch attraktive Freizeitangebote. Dazu müssen Nachhaltigkeits- und soziale Themen immer angepasst werden. Im Bemühen, dies alles in einer sinnhaften Balance voranzutreiben, sei Kolbermoor zu dem geworden, was es heute ist. Morgenroth: „Und so soll es fortgeführt werden.“
Doch sei das nur die eine Seite einer erfolgreichen Führungskraft. Für Christian Morgenroth ist klar: „Man kann so viel gute Ideen haben, wie man will, so viel Weitsicht wie nur möglich – wenn man es nicht schafft, seine Umgebung da einzubinden, andere Menschen zu überzeugen, mitzunehmen und zu eigenem aktiven Handeln für die gemeinsamen Ziele zu motivieren, dann wird man letztlich nicht weit kommen.“
Bürger lebten schließlich nicht in Fünf-Jahres-Plänen, sondern „im Hier und Jetzt“ und müssten sich deshalb auch angesprochen fühlen. Dies sei eine Überzeugung, die Christian Morgenroth nicht nur durch sein berufliches Wirken erlangt hat, sondern auch durch den jahrzehntelangen Kontakt nicht zuletzt mit jungen Menschen: „Gerade sie wollen gewonnen, wollen überzeugt werden, was ein Gespräch auf Augenhöhe voraussetzt, bei dem aber die eigene klare Haltung durchaus erkennbar sein muss.“
Die ganze Familie steht hinter ihm
Christian Morgenroth jedenfalls freut sich, von der SPD als Bürgermeisterkandidat ins Rennen geschickt zu werden, zumal er diesbezüglich auch mit seiner Familie im Reinen ist: „Wenn Carina, meine Frau, meine Kandidatur nicht ebenfalls für die absolut richtige Entscheidung halten würde und mir dazu geraten hätte, wenn nicht auch meine drei Kinder dafür wären, dann hätte ich diesen Schritt kaum unternommen.“