40 Dürüm für einen guten Zweck

von Redaktion

Er versteckt Geld, lädt zum Essen nach Venedig ein und hat eine Party für hunderte Menschen organisiert: Der selbst ernannte „Robin Hood“ aus Rosenheim sorgt mit seinen Aktionen immer wieder für Aufsehen. Jetzt hat er sich etwas überlegt, um auch den Ärmsten eine Freude zu machen.

Rosenheim/Kolbermoor – Die Irritation hört man Emre Cakmak an. „Warum brauchst du 40 Dürüm?“, fragt der Inhaber der Filiale „Ege Döner“ in Kolbermoor. Nur wenige Sekunden zuvor gab Rosenheims selbst ernannter „Robin Hood“ dort seine Bestellung ab. „Ich hab schon lange überlegt, was ich für die obdachlosen und armen Menschen der Stadt tun kann“, sagt er am Telefon.

Auf der Suche
nach dem Fuffi

Bisher lag sein Hauptaugenmerk vor allem darauf, Geld an den unterschiedlichsten Orten zu verstecken. Einen Tipp zum Geldversteck postet er anschließend auf seinem Instagram-Profil „find.money.rosenheim“ – und sorgt damit seit einigen Monaten dafür, dass zahlreiche Menschen sich direkt im Anschluss auf die Suche nach den 20 Euro im Gebüsch oder dem Fuffi hinterm Stromkasten machen.

Der unbekannte Wohltäter sorgt mit seinen Aktionen immer wieder für Aufsehen. Erst im Mai lud er zur „Party des Jahres“ ein. Zuvor verloste er ein Treffen in Venedig – samt Übernachtung in einem Fünf-Sterne-Hotel und Restaurantbesuch. Wer hinter dem Pseudonym „Robin Hood“ steckt, wissen wohl nur wenige. Auch gegenüber dem OVB verschweigt er seine Identität. Ein wenig Informationen über sich gibt er dennoch preis. Über Nacht sei er mit Investitionen in eine Kryptowährung reich geworden. Statt Geld zu verstecken, beschloss „Robin Hood“ dieses Mal etwas anderes auszuprobieren. „Die Idee, Döner zu verschenken, hatte ich schon seit einiger Zeit“, sagt er am Telefon. Vor einigen Tagen sei es dann so weit gewesen. Mit einer Kamera ausgestattet, spazierte „Robin Hood“ in den „Ege Döner“ in Kolbermoor – und bestellte 40 Dürüm. Nach seiner anfänglichen Irritation darüber, warum jemand 40 Dürüm bestellt, fragte Emre Cakmak nach den Beweggründen. Als er erfuhr, dass „Robin Hood“ das Essen an die Rosenheimer Tafel spenden will, bot er ihm kurzerhand Hilfe an und gab ihm 40 Dürüm und Getränke kostenlos. „Es ist schön, zu sehen, dass die guten Menschen noch nicht ausgestorben sind“, sagt Cakmak: „Die Armut könnte uns alle treffen. Es ist einfach schön, Menschen etwas Gutes zu tun.“

Ausgestattet mit den Lebensmitteln fuhr „Robin Hood“ zur Essensausgabe der Rosenheimer Tafel in die Samerstraße. „Ich hab vorab schon geklärt, ob es passt, wenn ich vorbeikomme“, sagt er am Telefon. Die Verantwortlichen seien von der Idee begeistert gewesen. Und auch bei den Kunden der Tafel war die Freude groß. Das zeigt ein Blick auf das Video – das durch die Unterstützung von Nino Perkusic entstanden ist.

Freudig nehmen sie das Essen entgegen. Eine junge Frau erzählt „Robin Hood“ von ihren sechs Kindern, die daheim auf sie warten. Ein anderer Mann klopft ihm anerkennend auf die Schulter. „Es war schön zu sehen“, sagt „Robin Hood“ einige Tage nach der Übergabe. Die Dürüm, die übrig geblieben sind, verteilte er im Anschluss im Salingarten.

Ein Video zeigt, wie er einen älteren Mann anspricht, fragt, ob er Hunger hat und möglicherweise einen Dürüm haben möchte. Der Mann bedankt sich, nimmt das Essen entgegen. „Robin Hood“ freut sich über die gelungene Aktion – und schmiedet neue Pläne. Vorgesehen sei ein Blitzer-Special. „Alle, die im Juli geblitzt worden sind, sollen mir den Bescheid zuschicken. Ich übernehme dann drei davon“, verrät er.

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