Ein Stück Heimat am Körper

von Redaktion

Zweiter „Tag der Tracht“ ist auch an Kolbermoorer Schulen ein großer Erfolg

Kolbermoor – Auf Bildern von Volksfesten der 1950er- und 1960er-Jahre sind nur wenige Menschen in Lederhosen oder Dirndl zu sehen. Kostüm für die Frau, Anzug mit Krawatte für den Herrn – das war die damals „angemessene“ Kleidung, um „unters Volk“ zu gehen. Dies hat sich allerdings im Laufe der Jahrzehnte erheblich gewandelt: Während vor etwa 50 Jahren das Dirndlgwand seinen Siegeszug in der Alpenregion machte – nicht zuletzt durch die Olympischen Spiele 1972, als die Hostessen in eigens entworfene Dirndl eingekleidet wurden – fand ab der Jahrtausendwende ein regelrechter Boom statt.

Besonders die Jugend fand Gefallen an heimatlichem Gwand. So wurde auf dem Rosenheimer Herbstfest jeder Dienstag zum Trachtentag erhoben – ohne große Werbung – nur durch Mundpropaganda. Daraus entwickelte sich der jetzige Zustand: Nach anfänglichen „Auswüchsen“ mit Dirndl aus Fernost oder „Rupfensackleiberl“ legen viele Besucher von Volksfesten oder anderen Brauchtumsveranstaltungen wieder großen Wert auf schöne bodenständige Bekleidung mit der passenden Frisur dazu.

Um diese heimatliche Verbundenheit zu fördern, hat der Bayerische Trachtenverband gemeinsam mit dem Landesverein für Heimatpflege zum zweiten Mal den „Tag der Tracht“ ausgerufen. Dabei steht nicht die festliche Tracht der Vereine im Mittelpunkt, ein „boarisches Gwand“ soll am Arbeitsplatz, in den Schulen oder im Alltag die Liebe zur Heimat widerspiegeln.

Die Kolbermoorer Adolf-Rasp-Schule folgte dem vom Bayerischen Finanz- und Heimatministerium unterstützten Aufruf mit vielen Kindern und Lehrkräften in entsprechender Kleidung. Mit einem Volkstanz der Arbeitsgruppe „Brauchtum“ zeigte diese unter der Leitung von Annelies Weinzierl vom Trachtenverein „d’Mangfalltaler“, dass hier in der Schule ganzjährig Brauchtum gepflegt wird. Auch in der Mangfallschule führten die Kinder der Ganztagsklassen ihren erlernten Volkstanz vor.

Diese Aktion soll das Heimatgefühl stärken und die Lust aufs bodenständige Gwand fördern, wobei natürlich nicht-bayerische Mitbürger gerne ihre angestammte Kleidung tragen können, so wie es einige Kinder am „Tag der Tracht“ präsentierten.

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