Kandidaten-Trio wird wohl ein Quintett

von Redaktion

Aktuell wäre es ein Dreikampf um das Amt des Kolbermoorer Bürgermeisters: CSU, Parteifreie Kolbermoor und SPD haben bereits ihren Kandidaten für die Kommunalwahl am 8. März 2026 präsentiert. Doch könnten es noch mehr Bewerber werden?

Kolbermoor – Im Frühjahr 2026 endet eine Ära in Kolbermoor: Nach 24 Jahren wird dann Kolbermoors Bürgermeister nicht mehr Peter Kloo heißen. Bei der Kommunalwahl 2002 erstmals gewählt und seitdem dreimal im Amt bestätigt, tritt der SPD-Politiker nicht mehr zur Kommunalwahl am Sonntag, 8. März 2026, an. Doch wer wird Kloo beerben? Drei Kandidaten haben bereits ihren Hut in den Ring geworfen. Doch vermutlich wird es zu einem Fünfkampf um das höchste politische Amt der Stadt kommen.

Grüne sind
noch auf der Suche

Die jüngste Kommunalwahl im Frühjahr 2020 darf in puncto Bürgermeistervotum durchaus als klare Sache bezeichnet werden: Bereits im ersten Wahlgang hatte sich Amtsinhaber Kloo mit 52,6 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit gesichert, sodass eine Stichwahl nicht notwendig war.

CSU-Kandidat Leonhard Sedlbauer, 2020 gerade einmal 22 Jahre jung, heimste mit 18,3 Prozent ein beachtliches Ergebnis ein. Auf den weiteren Plätzen folgten Stefan Reischl von den Parteifreien Kolbermoor mit 14,3 Prozent, Grünen-Bewerber Michael Hörl mit 9,2 Prozent und AfD-Vertreter Herbert Schmid mit 5,6 Prozent.

Zumindest CSU-Vertreter Leonhard Sedlbauer, mittlerweile 28 Jahre alt, wird auch 2026 als Bürgermeisterkandidat auf den Wahlzetteln bei der Kommunalwahl auftauchen, wie die Christsozialen vor mehreren Wochen bekannt gegeben haben. Die Parteifreien Kolbermoor setzen dagegen auf ein neues Gesicht, das in der Stadt aber durchaus bekannt ist: Thomas Rothmayer (40), Leiter des städtischen Ordnungsamtes, wird seinen Hut in den Ring werfen.

Auch wer für die Sozialdemokraten den Chefsessel im Rathaus sichern soll, steht mittlerweile fest: Christian Morgenroth (50) soll die SPD-Ära in Kolbermoor ausbauen. Doch allem Anschein nach wird es nicht beim Trio bleiben, sondern ein Quintett in den Wahlkampf ziehen. Denn auch die Grünen wollen mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen gehen. „Wir suchen derzeit noch den geeigneten Kandidaten“, sagt Uwe Reusche, einer der beiden Sprecher des Grünen-Ortsverbandes Kolbermoor, auf OVB-Anfrage. „Wir werden dazu in den kommenden Wochen mit mehreren potenziellen Kandidaten Gespräche führen.“

Gesucht wird nach Angaben des Grünen-Sprechers eine Person, die „die Wähler als interessant empfinden, die vielleicht mal andere Aspekte in die Politik reinbringt und die unsere Themen gut vermitteln kann“, wie der Kolbermoorer die „Stellenausschreibung“ für den Kandidatenjob formuliert. Er habe bereits einige Personen im Kopf, könne aber natürlich noch keine Namen nennen. Für ihn selbst sei dieses Amt nicht denkbar: „Ich bin Unternehmer. Und diese Aufgabe ist ja nichts, was man einfach mal so nebenher machen kann.“

Wer hingegen nach 2020 scheinbar erneut mit einer Kandidatur liebäugelt, ist Herbert Schmid von der AfD, der zudem dem Ortsverband vorsteht. „Ja, wir werden einen Kandidaten stellen“, so Schmid auf OVB-Anfrage. Derzeit stünden zwei mögliche Bewerber zur Auswahl, einer davon sei er selbst. „In den nächsten ein, zwei Wochen werden wir das klären“, sagt Schmid, dessen Ziel es ist, „die Anzahl der Stimmen im Vergleich zu 2020 auszubauen“. Keinen Kandidaten nominieren wird hingegen die FDP, wie Heinz Hilgendorf, Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Rosenheim-Land, klarstellt: „Wir werden uns bei der Kommunalwahl auf die Kommunen konzentrieren, in denen wir stark sind.“

Auch für Parteien oder politische Vereinigungen, die derzeit nicht im Kolbermoorer Stadtrat vertreten sind, ist es natürlich möglich, mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten zur Wahl anzutreten. Allerdings müssen diese sogenannten neuen Wahlvorschlagsträger zunächst eine Hürde meistern: Damit der Kandidat zugelassen wird, sind Unterschriften von 180 Wahlberechtigten aus Kolbermoor als Unterstützung notwendig. Wobei die Unterzeichner keine weiteren Wahlvorschläge oder Unterstützerlisten unterschreiben dürfen.

Geht Herbert Schmid
für AfD ins Rennen?

Eile bei der Kandidatensuche besteht indes nicht. „Die Parteien beziehungsweise politischen Gruppierungen können erst nach Bekanntmachung der Aufforderung des Wahlleiters zur Einreichung von Wahlvorschlägen wirksam Wahlvorschläge einreichen“, teilt Christian Poitsch, Leiter des Stadtmarketings und Sprecher der Stadt, auf OVB-Anfrage mit. Diese Bekanntmachung erfolge frühestens am 9. Dezember, spätestens am 25. Dezember 2025. Dann müssen sich potenzielle Kandidaten aber sputen; denn bis spätestens Donnerstag, 8. Januar 2026, 18 Uhr, muss der Wahlvorschlag letztlich bei der Stadt eingereicht worden sein.

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