Kolbermoor – Dass der Mareis-Komplex im Herzen Kolbermoors dringend saniert und aufgehübscht werden muss, steht schon länger fest. Im November 2024 sprachen sich Projekt- und Hauptausschuss der Stadt in einer kombinierten Sitzung dann dafür aus, den Mareissaal sowie kleinere Räumlichkeiten nicht nur durch einen Caterer bewirtschaften zu wollen, sondern auch – so weit möglich – die angeschlossene Gaststätte als „wichtigen Beitrag zur Belebung der Innenstadt“ zu erhalten.
Wie das funktionieren könnte, hat jetzt Architekt Ulrich Farthofer vom gleichnamigen Architekturbüro dem Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung vorgestellt. Dabei sei die Lösung „kein einfaches Unterfangen“ gewesen, wie Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo (SPD) eingangs betonte.
Schießstand könnte genutzt werden
„Wir haben lange Zweifel gehabt, ob das geht, und uns auch Meinungen aus der Gastronomie eingeholt“, so der Rathauschef, der aber auch deutlich machte: „Es ist sehr wichtig für die Stadt Kolbermoor, dass wir auch an der Gaststätte festhalten.“
Angedacht ist nach Angaben von Farthofer „eine klare Trennung von Gastwirtschaft und Caterer, aber mit gemeinsamem Eingangsbereich.“
Um das zu erreichen, wird beispielsweise das bisherige Foyer „ganz rausgenommen.“ Im Foyer soll nun eine balkonartige Galerie eingebaut werden, die einen barrierefreien Zugang zur oberen Ebene des Saales ermöglicht, wie die Stadtverwaltung erklärte. Zudem soll die bisherige Treppe im Seitensaal abgerissen und an der Südfassade neu angebaut werden. „Dadurch verbessert sich die Nutzung der Galerie, die dann unmittelbar an den neu geplanten Balkon im hinteren Bereich des Saales anschließt“, so die Ausführungen der Verwaltung.
Des Weiteren könnten im Untergeschoss neben Lagerräumen für die Küche auch die WC-Anlagen für Saal und Gaststätte untergebracht werden, der Schießstand sowie die Gasträume im Kellergewölbe könnten weiterhin wie bisher genutzt werden. Zudem sehen die Planungen vor, dass der Bühnentrakt im Süden des Saalgebäudes durch einen Anbau erweitert wird, um den Nutzern der Bühne ein besseres Platzangebot zu ermöglichen.
„Ich finde das eigentlich ganz gelungen, dass wir mit Caterer und Gastronomie in beide Richtungen gehen“, kommentierte Florian Spannagl (SPD) die Entwürfe. Der SPD-Politiker regte aber an, in die weiteren Planungen auch „die Vereine, die die Räumlichkeiten nutzen, einzubinden.“ Markus Schiffmann (CSU) lobte ebenfalls die Planungen: „Es freut mich total, dass es uns gelungen ist, jetzt doch die Wirtschaft ein bisschen in den Fokus zu rücken.“
Gerhard Duschl (CSU) hingegen richtete seinen Blick auf die Kosten der Maßnahme. „Ist es denn schon richtig abgesichert, dass es im Vergleich zum Abriss und Neubau die richtige Lösung ist?“, warf der CSU-Vertreter in die Runde. Worauf Kloo erwiderte, dass es seiner Meinung nach „nicht vermittelbar“ wäre, „ein Gebäude, das 1989 entstanden ist, komplett abzureißen.“ Kloo: „Ich traue mir zu, zu sagen, dass ein Abriss und Neubau an dieser Stelle kontraproduktiv wäre und uns keine Kosten sparen würde.“
Zumal zu den Kosten noch gar keine Größenordnung bekannt sei. Allerdings machte der Rathauschef deutlich, dass es „kein Umbau ist, den wir mit links aus der Portokasse bezahlen.“ Und wie würde der zeitliche Ablauf aussehen?
Was sollen die Maßnahmen kosten?
„Der Plan sieht derzeit so aus, dass im Fasching dort noch ganz normal die Veranstaltungen stattfinden könnten“, so Architekt Farnhofer. „Dann würden wir in die Vorarbeiten gehen.“ Eine Fertigstellung sei dann Mitte 2028 anvisiert.
Einstimmig sprach sich der Stadtrat letztlich dafür aus, die Stadtverwaltung damit zu beauftragen, auf der Basis der vorgestellten Planungen eine Vorentwurfsplanung mit Kostenschätzung erstellen zu lassen.