Siedlerfest Kolbermoor setzt Maßstäbe

von Redaktion

Bewährte Festtradition und ein innovatives Holzhaus für den nächsten Schritt

Kolbermoor – Kann man das Sommerfest in der Kolbermoorer Siedlung noch irgendwie verbessern? Wer schon einmal dort war, wird sagen: „Nein!“ Denn es ist immer bestens geplant, top organisiert und hat dennoch den Charme eines echten großen Familienfestes. Genau deshalb ist das Siedlerfest aus dem Kolbermoorer Festkalender nicht mehr wegzudenken. Dennoch gelingt es den Siedlern Jahr für Jahr, noch ein Stück besser zu werden, oft sogar mit großen Sprüngen.

Vergangenes Jahr war das die Einweihung eines eigenen Klowagens. Eine profane Sache, möchte man auf den ersten Blick sagen, wenn dieser Klo-„wagen“ nicht ein Toilettencontainer wäre, der ebenerdig und damit barrierefrei aufzustellen ist. Normalerweise haben Feste für alle, die schlecht zu Fuß sind und die Treppe zu einem Standard-Toilettenwagen nur schwer erklimmen können, oft ein vorschnelles Ende: Wer muss, muss heim. Der barrierefreie Toilettenwagen der Siedler ist deshalb ein großer Wurf und wird darum auch gern von den anderen Kolbermoorer Vereinen ausgeliehen. Heuer ist der „Innovationssprung“ aber noch einmal größer: Die Siedler haben sich auf ihrem Gelände beim Siedlerplatz ein richtiges kleines Holzhaus hingestellt. Die Überlegung, die dazu führte, ist wieder einmal siedlertypisch. Das Zelt, in dem bisher beim Fest die Essensausgabe untergebracht war, war in die Jahre gekommen, so erklärt Siedlervorstand Christian Wagner. Ein Ersatz dafür, das war klar, würde nicht unter 8000 Euro zu haben sein. Da kam man auf die Idee, ob man für annähernd das gleiche Geld nicht etwas Richtiges, etwas Festes bekommen könnte.

Als Nicht-Siedler hätte man gesagt: Geht nie und nimmer! Doch als Siedler weiß man, dass man in den eigenen Reihen so viel Wissen und vor allem so viele helfende Hände hat, dass, wie es in dem alten Spruch heißt, Unmögliches sofort erledigt wird, nur Wunder etwas länger dauern. Und deshalb steht er jetzt da, der schmucke Anbau an die schon vorhanden gewesene Garage. Das Ganze dank der mehrmonatigen Eigenleistung für gerade mal 10000 Euro hingestellt, mit Platz genug für alle möglichen Siedlergerätschaften, vor allem aber mit Platz für eine geradezu professionelle Essensausgabe. Denn die ist mit das Herzstück jeden Siedlerfestes, mindestens genauso wichtig wie der Bierausschank. Denn ein Siedlerfest ohne was „Gscheits“ zum Essen, das wäre keines.

Wobei für den Siedler und alle Gäste aus ganz Kolbermoor traditionsgemäß am ersten Tag, am kommenden Freitag, Kesselfleisch mit angeboten werden muss, und am zweiten Tag Rollbraten und anderes vom Grill. Doch auch beim Essen zeigt sich, dass die Siedler mit der Zeit gehen – selbstverständlich gibt es auch Vegetarisches und das nicht nur als das eine Alibi-Gericht, wie man es von manchen Festen kennt, sondern sowohl Kasspatzen als auch „Chili sine Carne“, mit ebenso viel Liebe und Können zubereitet, wie es bei alle anderen Gerichten der Fall ist.

Und was das Bier anbelangt: Das ist beim Siedlerfest eigentlich noch nie ausgegangen, in diesem Jahr hat man einen Vorrat, der allein schon von den Fässern her für gute 1400 Mass reichen wird. Bei den rund 800 Besuchern an den zwei Tagen – so viel sind es erfahrungsgemäß – heißt das, dass, wie Vorstand Christian Wagner scherzhaft sagt, „uns keiner von den Erwachsenen heimgeht, bevor er nicht seine zwei Mass getrunken hat“.

Kurz: Auch in diesem Jahr, dem zweiten großen „Einweihungsjahr“ in Folge, ist alles für ein echt „griabiges“ Siedlerfest angerichtet.

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