Bahnübergang nun doch nicht dicht

von Redaktion

Hiobsbotschaft für Verkehrsteilnehmer in Kolbermoor? Die Deutsche Bahn hat von 21. bis 23. September Gleisbauarbeiten angekündigt, die auch Auswirkungen auf die Bauarbeiten der Stadt an der Flurstraße haben. Doch seit gestern Nachmittag ist nun doch wieder alles anders.

Kolbermoor – Während an der Baustelle „Flurstraße“ noch fleißig gearbeitet wird, kündigte sich in der Stadt jüngst die nächste Baustelle an, die den Puls der Autofahrer höherschlagen ließ: Denn nur wenige Tage nach dem Schulstart am Dienstag, 16. September, sollte der Bahnübergang an der Aiblinger Straße gesperrt werden. Doch dazu kommt es nun erst mal nicht.

Baustelle für 72
Stunden angekündigt

Von Sonntag, 21. September, 18 Uhr, bis Dienstag, 23. September, 18 Uhr, sollte die wichtige Verbindung über die Bahngleise gesperrt werden. Die Stadt, die nach eigenen Angaben keinen Einfluss auf diese Bauarbeiten hat, bezeichnete den Zeitpunkt der Maßnahme vor wenigen Tagen als „nicht optimal“, wie Stadtmarketing-Chef und Stadtsprecher Christian Poitsch gegenüber dem OVB zu verstehen gab.

Nach Angaben der Stadt hatte die Deutsche Bahn für den Zeitraum, der insgesamt 72 Stunden umfassen sollte, „dringende Gleisbauarbeiten“ angekündigt. Die Sperre dazu wurde nach Angaben der Kommune seitens des Landratsamtes Rosenheim angeordnet, nachdem es sich um eine Kreisstraße handelt. Die innerörtliche Umleitung sollte durch die Tonwerkunterführung am Bahnhof erfolgen. „Durch den Neubau der Tonwerkunterführung ist die Umfahrung der Sperrung kein so großes Problem mehr“, so der Stadtmarketing-Chef.

Auch wenn die Stadt den Zeitpunkt der Maßnahme als „nicht optimal“ bezeichnete und sogar beim Landratsamt – letztlich aber erfolglos – interveniert hatte, brachte Poitsch durchaus Verständnis dafür auf, dass nicht alle Baumaßnahmen der Bahn zu den für die Bürger bestmöglichen Zeiten machbar sind. Denn der Stadt sei „schon auch klar, dass bei der Vielzahl der Baustellen der Deutschen Bahn nicht alles in der Ferienzeit abgewickelt werden kann“.

Ob das Verständnis der Stadt für den Verkehrskonzern auch jetzt noch vorhanden sein wird? Denn während die Bahn zunächst tagelang mehrere OVB-Anfragen unbeantwortet ließ, meldete sich dann gestrigen Donnerstagnachmittag eine Sprecherin des Konzerns per E-Mail zu Wort – und verkündete das kurzfristige Aus der Gleisbauarbeiten für diesen Termin. „Es hat eine kurzfristige Anpassung in der Bauplanung gegeben: Die ursprünglich geplante Instandhaltungsmaßnahme findet zu einem späteren Zeitpunkt statt, ein neuer Termin wird aktuell abgestimmt“, teilte die Sprecherin mit.

Bei den Arbeiten handelt es sich nach Angaben der Deutschen Bahn um eine „routinemäßige sogenannte Durcharbeitung der Strecke, bei der auch der Bodenbelag im Bereich des Bahnübergangs aus- und wieder eingebaut wird“. Ob diese Maßnahme auch Auswirkungen auf Bahnreisende hat oder sich Anwohner auf eine erhöhte Lärmbelästigung einstellen mussten, dazu machte das Unternehmen keine Angaben.

So werden die Kolbermoorer Verkehrsteilnehmer zwischen 21. und 23. September nicht, wie zunächst vermutet, auf zwei wichtige Nord-Süd-Verbindungen verzichten müssen, sondern letztlich nur auf eine, und zwar auf die Flurstraße. Denn der Abschluss der Bauarbeiten am derzeit noch gesperrten Straßenzug, die seitens der Stadt aufgrund der Vielzahl an Maßnahmen als Puzzle bezeichnet werden, verzögert sich. „Diverse unvorhergesehene Ereignisse rund um die Baumaßnahmen in Kombination mit Personalmangel bei der ausführenden Firma haben zu mehreren Umstellungen im Ablauf und zu einer Neufassung des Bauzeitplans geführt“, teilt dazu Poitsch auf OVB-Anfrage mit.

„Oberste Priorität“ habe nach Angaben der Stadt nun die Fertigstellung des Rad- und Fußgängerwegs auf der Ostseite der Flurstraße. Diese soll noch bis zum ersten Schultag erfolgen. „Beginnend mit dem Einbau der Tragschicht im Geh- und Radweg auf der Ostseite der Flurstraße starteten die abschließenden Asphaltbauarbeiten“, so die Stadt zum aktuellen Stand der Arbeiten. „Nach Einbau der Tragschicht auch im Straßenbereich folgt die Aufbringung der Asphaltdeckschicht auf dem Fuß- und Radweg.“

Der Zeitplan für die Erneuerung der Treppenanlage wurde hingegen – vor allem durch die Bahn – durcheinandergewirbelt. „Nicht zuletzt aufgrund der Sperrung des Bahnübergangs an der Aiblinger Straße sowie durch eine von der Bahn veranlasste turnusmäßige Überprüfung der Bahnbrücken an der Unterführung Flurstraße mussten die Arbeitsabläufe für die Fertigstellung der Bauarbeiten nördlich der Unterführung komplett neu geplant werden“, teilte dazu Stadtsprecher Poitsch mit. „Vor Abschluss der Straßenbauarbeiten wird nun zuerst der untere Teil der neuen Treppe zur Bergstraße hergestellt.“

Lässt sich Zeitplan
noch halten?

Erst nach „definitiver Wiedereröffnung des Bahnübergangs“ und der Freigabe der Flurstraße für den Autoverkehr nach Abschluss der Asphaltbauarbeiten kann laut Stadt die Bergstraße auf Höhe der Treppenanlage halbseitig gesperrt werden, um dort dann von der Bergstraße her den oberen Teil der Treppe und damit das letzte Puzzleteil der Baumaßnahme fertigzustellen. Die Freigabe der Flurstraße für den motorisierten Verkehr soll nach Angaben der Kommune Ende September beziehungsweise Anfang Oktober erfolgen.

Doch ob diese Ankündigungen nach der Absage der Gleisbauarbeiten durch die Stadt noch Bestand haben werden, muss jetzt in weiteren Gesprächen zwischen Stadt und Baufirmen geklärt werden. Stadtsprecher Poitsch, der erst durch eine weitere OVB-Anfrage von der Entscheidung der Bahn erfahren hat, zeigte sich verwundert über die kurzfristige Absage der Gleisbauarbeiten. „Das weitere Vorgehen werden wir nun in der Bauverwaltung besprechen müssen“, sagte er.

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