Sicher unterwegs ist nicht so einfach

von Redaktion

Fahrsicherheitstraining des ADFC für ältere Radfahrer zeigt schnelle Erfolge

Kolbermoor – Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich bundesweit mit über 240000 Mitgliedern für die Verkehrswende und mehr Sicherheit im Radverkehr ein. Ein gelungenes Beispiel dafür fand kürzlich an der Adolf-Rasp-Schule in Kolbermoor statt: Der Kreisverband Rosenheim des ADFC organisierte dort ein spezielles Fahrsicherheitstraining für Senioren.

„Eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, klar strukturierte Radverkehrsnetze und vor allem ausreichend Platz für Radfahrende sind entscheidend dafür, dass mehr Menschen das Fahrrad nutzen und sich dabei sicher fühlen“, erklärte eingangs Vorstandsmitglied Christof Gebhardt.

Bewusst auf sechs
Teilnehmer begrenzt

Er appellierte an Politik und Kommunen, den Ausbau einer sicheren und komfortablen Radverkehrsinfrastruktur konsequent voranzutreiben. Nur so könnten sich junge wie auch junggebliebene Radfahrer zügig und unbeschwert im Alltag fortbewegen.

Das Fahrsicherheitstraining fand auf dem Schulgelände der Adolf-Rasp-Schule in Kolbermoor statt. Ziel des Kurses war es, das sichere Beherrschen des Fahrrads in unterschiedlichen Situationen zu verbessern – dazu zählten Übungen zu Balance, richtigem Bremsen und Kurvenfahren.

Die Teilnehmerzahl war bewusst auf sechs Personen begrenzt, um eine individuelle Betreuung zu ermöglichen. Während der insgesamt dreieinhalb Stunden Training erhielten die Teilnehmer wertvolle Tipps und praktische Übungseinheiten für mehr Sicherheit im Alltag. So für den richtigen Sitz des Fahrradhelms, für den optimalen Einsatz der Gangschaltung und zur perfekten Sitzposition auf dem Drahtesel.

Auch auf die Besonderheiten, die Nutzer von Pedelecs und E-Bikes achten müssen, wurde bei dem Kurs eingegangen. Praktische Übungen, bei denen das erlernte Wissen vertieft werden konnte, rundeten die Trainingseinheit ab.

Schon zu Beginn, als Gebhardt die Gründe der Kursteilnahme abfragte, kam Interessantes zutage: „Ich bin zuletzt gestürzt“, „Mich hat ein Auto angefahren“ oder „Ich bin ein wenig unsicher, da ich erst angefangen habe, mit einem E-Bike zu fahren“, erzählten die Teilnehmer von ihren Erfahrungen.

Das freundliche Miteinander setzte sich fort, als Gebhardt das richtige Tragen des Helmes erklärte, das richtige Aufsteigen zeigte und vieles mehr. Über Jahrzehnte eingeschlichene Fehler kamen zutage – aus Zeiten, in denen kaum Verkehr auf der Straße herrschte und somit auch die Unfallgefahr viel geringer war als heutzutage.

„Auch die Gesetzeslage ist vielen nicht so bekannt“, fügte Gebhardt hinzu. Anschaulich erläuterte der Kursleiter die einzelnen Übungen, führte sie vor und korrigierte bei den Teilnehmenden, wenn es nötig war.

Offen und wissbegierig machten die Senioren mit – und schnell wurde deutlich, dass es viele Ansatzpunkte zur Verbesserung gibt. Ob der Schulterblick beim Anfahren, helle und gut sichtbare Fahrradkleidung oder die richtige Blickrichtung rund zehn Meter nach vorn.

Gemeinsamer
Erfahrungsaustausch

Schon kleine Veränderungen können die Sicherheit im Alltag spürbar erhöhen, erklärte Gebhardt. Besonders wertvoll war auch der gemeinsame Erfahrungsaustausch innerhalb der Gruppe am Ende der Schulung, von dem alle profitieren konnten. Und so wurde es ein Kurs, den eigentlich alle älteren Verkehrsteilnehmer einmal absolvieren sollten. Die Kursgebühr von 30 Euro (ADFC-Mitglieder zahlen einen ermäßigten Preis von 15 Euro) ist jedenfalls gut investiertes Geld.

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