Ein besonderes Zuhause

von Redaktion

20 Jahre Kolbermoorer Trachtenheim – Zwei Vereine wachsen näher zusammen

Kolbermoor – Heimatlos. dieses Wort beschreibt das Dasein der beiden Kolbermoorer Trachtenvereine „Immergrün Kolbermoor“ und „D´Mangfalltaler“ bis in das Jahr 2005 wohl am besten. Obwohl sie seit Jahrzehnten ihren festen Platz im Kolbermoorer Stadtleben haben, hatten sie bis dahin nie ein wirkliches Zuhause.

Natürlich geisterte immer wieder der Gedanke eines Trachtenheims durch die Köpfe der Vereine – jedoch hatte niemand allein die finanziellen Mittel, um so etwas zu stemmen. Auch dachte keiner der Beteiligten daran, ein gemeinsames Projekt dieser Größenordnung anzustoßen. Dies änderte sich jedoch im Herbst 2004 grundlegend mit dem Abriss der Hauptschule an der Flurstraße.

Neue Bestimmung
für den Pavillon

Bereits Jahre zuvor platzte die Schule sprichwörtlich aus allen Nähten, sodass die Platznot durch einen Pavillon mit vier Klassenzimmern und Sanitäranlagen gelindert wurde. Als die Schule abgerissen wurde, stellte sich für die Verantwortlichen die Frage, was nun mit dem kürzlich hinzugefügten Neubau passieren sollte. Zu schade wäre es, wenn dieser ebenfalls den Baggern zum Opfer fallen würde. So kam die Vorstellung, den Pavillon aus der „Abrissmasse“ herauszulösen und ihm eine neue Bestimmung zu geben. Die zündende Idee, diesen in ein Trachtenheim umzubauen, gab Stadtbaumeister Andreas Meixner. Nach Rücksprache mit Bürgermeister Peter Kloo, welcher ebenfalls Trachtler bei den Immergrünen ist und die Situation seiner Leidensgenossen nur zu gut kannte, konnte er diesen für seinen Vorschlag gewinnen und das Projekt nahm Gestalt an – nachdem beide Vereine ins Boot geholt wurden.

Fleißig waren damals alle Beteiligten, sodass die Demontage im Herbst 2004 begann und an Pfingsten im darauffolgenden Jahr das neue Zuhause der Trachtler eingeweiht werden konnte. Die Mitglieder der beiden Vereine leisteten unzählige Arbeitsstunden und wurden zusätzlich durch den Kolbermoorer Bauhof unterstützt. Unterstützung gab es auch von der Brauerei Maxlrain, die das Trachtenheim mit der notwendigen Innenausstattung versorgte. So wurde der Pavillon mit seinen vier Klassenräumen in zwei Inventarräume und einen großen Proberaum beziehungsweise Saal mit Küche umgewandelt. Das ursprüngliche Flachdach wurde durch ein Zeltdach ersetzt, sodass ein Speicher zur Einlagerung dazugekommen ist.

Am Pfingstmontag 2005 wurde dann das neue Trachtenheim feierlich eingeweiht. Um allen anwesenden Mitgliedern, der Geistlichkeit, Kommunalpolitikern und den Vertretern der Trachtenverbände einen Platz bieten zu können, wurde eigens ein Zelt mit Bühne davor aufgebaut. Im neuen Trachtenheim ging es jedoch besinnlicher zu – hier fand eine kleine bebilderte Ausstellung über die unterschiedlichen Bauphasen statt. So fanden beide Vereine nach Jahren der Heimatlosigkeit nicht nur ein neues Zuhause, sondern entdeckten während der Bauphase auch viele Gemeinsamkeiten und wuchsen somit zu einer starken Einheit zusammen.

Ort für Proben
und Versammlungen

Auch heute noch hat das Kolbermoorer Trachtenheim seinen Reiz der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit nicht verloren. Erfüllt es vor allem seinen Zweck für die Proben der Kinder, Jugend und Aktiven und das Inventar ist es doch für alle Mitglieder eine lieb gewonnene Heimat geworden. Dabei dient es nicht nur zum Proben des Nachwuchses, auch finden in diesem die Jahresversammlungen, Hoagaschts, Stammtische, Faschingsfeiern und viele weitere Veranstaltungen statt.

So entstand ein kleines Juwel, welches von Beginn an die unterschiedlichsten Leute zusammengebracht hat und immer noch zusammenbringt – sozusagen eine Begegnungsstätte der besonderen Art.

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