Niederschwellige Verbindung zur Lokalpolitik

von Redaktion

„Stadtgespräch“ der Parteifreien Kolbermoor zu aktuellen Themen

Kolbermoor – Bei einem „Stadtgespräch“ der Parteifreien Kolbermoor standen aktuelle Entscheidungen des Stadtrats und die Ziele des Bürgermeisterkandidaten Thomas Rothmayer im Mittelpunkt. Vorsitzender Christian Sedlmayr betonte: „Ziel der Veranstaltung ist es, die aktuellen Entscheidungen im Stadtrat zu erklären und selbstverständlich mit unserem Bürgermeisterkandidaten Thomas Rothmayer seine Ziele für Kolbermoor zu diskutieren.“ Ein zentrales Thema war die neue Stellplatzsatzung für Pkw und Fahrräder, die seit 1. Oktober gilt. Fraktionssprecher und Zweiter Bürgermeister Dieter Kannengießer erläuterte, dass die Satzung aufgrund des Wegfalls der landesgesetzlichen Verpflichtung zur Herstellung von Stellplätzen neu gefasst werden musste.

Geplantes Parkhaus
wird benötigt

Nach seinen Angaben wurde mit der Kommunalisierung der Stellplatzpflicht die kommunale Selbstverwaltung gestärkt, dies habe jedoch eine neue Bürokratisierung in den Kommunen zur Folge. Die Satzung wurde einstimmig beschlossen und ist auf der Homepage der Stadt abrufbar.

Uneinigkeit herrschte lediglich bei der Höhe des Ablösebetrags, der für die vertragliche Ablösung der Stellplatzpflicht angesetzt wurde. Die Verwaltung hatte hierfür 30000 Euro als Beispielrechnung ermittelt, wobei Kannengießer betonte, dass dies keine Kalkulation, sondern ein Durchschnittswert auf Basis der Bodenrichtwerte sei.

Das neu zu errichtende Parkhaus der Stadt koste laut Kannengießer 45000 Euro pro Stellplatz ohne Grundstückskosten. Seit 2019 wurden lediglich bei fünf Bauvorhaben 19 Stellplätze abgelöst, der Großteil der Bauwerber erfüllte die Stellplatzpflicht selbst.

Bürgermeisterkandidat Thomas Rothmayer stellte sich im Anschluss vor und verwies auf seine beruflichen Kompetenzen sowie seine Vernetzung in Kolbermoor.

Ein weiteres Schwerpunktthema bildete das geplante Parkhaus am Bahnhof. Rothmayer entgegnete auf Nachfragen, dass der Eindruck eines leeren Parkhauses am Rathaus täusche, da von den 167 Parkplätzen etwa 100 vermietet und die Mieter tagsüber nicht vor Ort seien. Die Notwendigkeit für das neue Parkhaus am Bahnhof sei unumstritten und diene der Entlastung des innerstädtischen Parkverkehrs sowie den Besuchern von Veranstaltungen. Die Holzbauweise des Parkhauses werde zudem gesondert gefördert.

Auch die Fortführung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) wurde diskutiert. Rothmayer erklärte, dass die Stadtentwicklung ein langfristiges Projekt sei und der Sanierungsplan für die Stadtmitte eine Laufzeit von 15 Jahren habe. Bereits umgesetzte Maßnahmen seien unter anderem der Vorplatz am Friedhof, die Neugestaltung des Karl-Daniels-Platzes und die Tonwerksunterführung.

Rothmayer erläuterte zudem seine Kandidatur für den Kreistag. Aufgrund der engen Verbindung vieler Sachthemen, wie weiterführende Schulen und die Romed-Kreiskliniken, sei eine Einflussnahme notwendig. Kolbermoor sei mit rund 17 Millionen Euro im Jahr 2025 der größte Kreisumlagenzahler. Mit ihm bewerben sich weitere Stadtratsmitglieder für den Kreistag.

Zur Sprache kamen ebenfalls die Ganztagsbetreuung und das Freibad. Die Inklusionsbeauftragte Vroni Gmeiner erkundigte sich nach der Barrierefreiheit beim Neubau der Ganztagsbetreuung. Rothmayer erklärte, dass die Planungen erst am Anfang stehen und Gmeiner wie üblich eingebunden werde.

Verbesserungen
für das Freiband

Über das Freibad entspann sich eine Diskussion zu Öffnungszeiten, Beheizung und Attraktivität. Michael Zaissler, Ortsvorsitzender des VdK, wies auf die Abhängigkeit der Öffnungszeiten vom qualifizierten Personal hin. Rothmayer verwies auf die anstehende Sanierung des Freibades in den kommenden Jahren und kündigte an, kurzfristige Verbesserungen vor dem Start der neuen Saison zu prüfen.

Abschließend betonte Vorsitzender Sedlmayr, dass die „Stadtgespräche“ der Parteifreien fortgesetzt werden und er sich freue, wenn viele Kolbermoorer Themen mit den Stadträten und dem Bürgermeisterkandidaten intensiv diskutieren.

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