Kolbermoor – Der großzügige Verkaufsraum mit den dunklen Wänden und den wenigen Sitz- und Stehtischen wirkt noch etwas steril. Doch auch das soll sich bald ändern. So ist eine große Couch, die unter dem großen Bild der Skyline von Istanbul für Gemütlichkeit sorgen soll, bereits bestellt. „Spätestens in vier Wochen wird alles so sein, dass sich hier jeder wie zu Hause fühlen kann“, sagt Ibrahim Karayilan (39), der vor wenigen Tagen auf dem Gelände der Alten Spinnerei in Kolbermoor (An der Alten Spinnerei 6) seinen Imbiss „Dönerium“ eröffnet hat. Sein alter Imbiss mit demselben Namen war vor rund einem Jahr in Flammen aufgegangen.
Spielecke wird
bald eingerichtet
Ein Rückblick: Karailan, der 2011 aus seiner Heimatstadt Istanbul nach Deutschland gekommen war und seitdem in Kolbermoor lebt, hatte am 18. November 2024 in seinem Imbiss an der Haßlerstraße gerade die Vorbereitungen für den Verkaufsstart getroffen, als in den Räumlichkeiten ein Feuer ausbrach. Karayilan schlug sofort bei der direkt gegenüber ansässigen Wache der Feuerwehr Kolbermoor Alarm. Trotz „einer extrem starken Rauchentwicklung“, wie es Feuerwehr-Kommandant Armin Hörl damals ausdrückte, gelang es den Brandbekämpfern „relativ schnell“, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Dennoch wurde die komplette Einrichtung des Imbisses ein Raub der Flammen.
„Zwei, drei Monate“ haben ihn diese dramatischen Minuten noch extrem beschäftigt, verrät der 39-jährige Imbiss-Inhaber, gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Er selbst musste damals einige Stunden im Krankenhaus verbringen, nachdem der Verdacht einer Rauchvergiftung bestanden hatte. „Mittlerweile denke ich da aber nicht mehr dran und schaue nur noch nach vorn.“ Zumal er „endlich“ wieder hinter der Theke stehen und seine Kunden mit Dürüm, Köfte, Lahmacun und Co. versorgen kann. Karayilan: „Endlich kann ich wieder Vollgas geben.“
Dass er sich dafür eine neue Heimat suchen musste, stört den 39-Jährigen nicht. Der Standort am Kolbermoorer Bahnhof sei zwar aufgrund der Laufkundschaft „sehr gut“ gewesen. Doch das Spinnerei-Gelände, in dem eine hohe Kundenfrequenz herrsche, viele Unternehmen untergebracht seien und zahlreiche Menschen zum Einkaufen gingen, sei „genauso gut“. Was er letztlich auch am bisherigen Geschäft merke: „Es läuft gut, auch viele Stammkunden von früher sind schon da gewesen.“
An der Speisen- und Getränkeauswahl, die das Dönerium nun unter der neuen Adresse anbietet, hat sich nach Angaben des gebürtigen Istanbulers im Vergleich zum vorherigen Domizil kaum etwas geändert.
Höchste Priorität hat für Karayilan nun, die Räumlichkeiten in den kommenden Wochen gemütlicher und attraktiver zu machen. Schließlich soll sich „jeder Gast hier wohlfühlen“, so der 39-Jährige, „besonders auch Familien“. Dafür soll unter anderem eine Spielecke sorgen, die er einrichten will.
Räumlichkeiten
in neuem Glanz
Und was passiert mit den ausgebrannten Räumlichkeiten an der Haßlerstraße, deren Sanierung zunächst nur schleppend voranging, die mittlerweile aber äußerlich in neuem Glanz erstrahlt? Dazu kann Karayilan, der die Räumlichkeiten nur angemietet hatte, wenig sagen. Dennoch macht er deutlich, dass er, sollte er die Möglichkeit dazu bekommen, durchaus in Erwägung ziehen würde, dort ein zweites Dönerium zu eröffnen. Aber: „Wichtig ist jetzt zunächst einmal, dass der Laden hier läuft und die Kunden zufrieden sind.“