von Redaktion

Die umgebaute Flurstraße in Kolbermoor ist gerade einmal wenige Tage befahrbar, schon hagelt es auf Facebook Kritik an der Umsetzung: Vor allem Autofahrer sehen durch die Verengung eine „Schikane“. Doch es gibt auch positive Stimmen.

Kolbermoor – Fünf Monate lang mussten sich motorisierte Verkehrsteilnehmer in Geduld üben und andere Strecken nutzen – doch seit wenigen Tagen dürfen sie wieder die wichtige Kolbermoorer Nord-Süd-Verbindung „Flurstraße“ befahren.

Weil sie Fußgänger und Fahrradfahrer entlang der Strecke besser schützen will, hat die Stadt in aufwendigen Bauarbeiten in den vergangenen Monaten den Straßenzug umbauen lassen. So wurde beispielsweise die Fahrspur durch die Bahnunterführung verengt, der Gehweg hingegen verbreitert. Das Ergebnis stößt jedoch auf ein geteiltes Echo.

Neue Belastung
für die Autofahrer

Gerade einmal wenige Stunden für den Verkehr freigegeben, wurde in der Facebook-Gruppe „Kolbermoor – do san ma dahoam“ bereits heftig über die Neugestaltung der Flurstraße, die als wichtige Nord-Süd-Verbindung gilt, diskutiert. Zentrale Kritik mehrerer Gruppenmitglieder: Die neue Straßengestaltung sei ihrer Einschätzung nach nur für Radfahrer und Fußgänger von Vorteil, für Autofahrer hingegen eine zusätzliche Belastung.

„Nur für die Fahrradfahrer ist diese Straße von Vorteil! Und natürlich für die Sicherheit der Fußgänger“, findet ein Gruppenmitglied. Für die Autofahrer gäbe es hingegen für diese „sehr wichtige Straße definitiv zu viele Barrieren“. Was nach seiner Einschätzung aber ins Bild anderer Entscheidungen der Kommune passe, denn: „Die Stadt- beziehungsweise Straßenplanung war noch nie die beste in Kolbermoor.“

Auch ein anderer Nutzer findet, dass dort „nur auf die Sicherheit der Radfahrer geachtet“ worden sei. „Tempo 30 könnte ich sogar gut nachvollziehen, da an dieser Straße viele Kinder ihren Weg zur Schule finden“, schreibt das Gruppenmitglied. „Aber dieser Parcours und die übertriebene Verjüngung der Unterführung sind meines Erachtens eher Schikane als Zugewinn.“ Auch dieser Nutzer bemängelt, dass sich „die Fehlplanung im Straßenverkehr wie ein roter Faden durch die Verkehrsplanung in unserer Stadt“ ziehe.

Wobei nicht nur die Autofahrer die neue Straßenführung kritisch beäugen. „Auch als Radfahrerin bin ich nach meinen ersten Durchfahrten skeptisch“, berichtet ein Gruppenmitglied. „Wenn ich auf der rechten Seite bergab fahre, ist der Radweg an der Unterführung unterbrochen.“ Das Mitglied befürchtet, dass die Stelle an der Unterführung nun „ein Nadelöhr“ und „noch krasser“ werde. Da bringe auch „die neue Optik mit Blumeninseln“ nichts.

Doch zwischen den kritischen Stimmen finden sich durchaus auch positive Wortmeldungen. So freut sich ein Gruppenmitglied darüber, dass „die Zeit der Umleitung über die Bergstraße ein Ende hat“. Zudem findet der Facebook-Nutzer, dass „unter den gegebenen Rahmenbedingungen“, die die Bahnunterführung biete, „ein guter Kompromiss für alle Verkehrsteilnehmer“ entstanden sei. „Fußgänger und Radfahrer kommen jetzt gefahrlos durch“, so das Gruppenmitglied weiter. „Und für die Autofahrer herrscht endlich Klarheit, wer hier Vorfahrt hat.“

Ein weiteres Mitglied der Facebook-Gruppe findet es ebenfalls nicht schlimm, wenn durch die Maßnahme das Tempo auf der Straße reduziert werde. „Dann geht‘s halt a bisserl langsamer, wird auch nicht so schlimm sein“, kommentiert der User, der den Stadtbürgern einen Hang zum Herumkritteln bescheinigt: „Hauptsache gleich wieder gemeckert – das ist das in Kolbermoor.“

Und wie bewertet die Stadt selbst, bei der zumindest bis vergangenen Freitag keine Beschwerden zur Flurstraße eingegangen sind, die Umsetzung der Baumaßnahme? Die Stadt ist mit dem Ergebnis „sehr zufrieden“. „Die Umgestaltung ist wie geplant erfolgt und parallel konnten auch noch einige Dinge im Bereich der Infrastruktur ertüchtigt beziehungsweise neu verlegt werden“, teilte Christian Poitsch, Stadtmarketingchef und Sprecher der Stadt, auf OVB-Anfrage mit.

Stadt ist mit
Neuerungen zufrieden

„Ein wichtiges Ziel, die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern im Bereich der Bahnunterführung herzustellen, ist nun zu 100 Prozent erreicht worden.“ Einen Nachbesserungsbedarf dort sieht die Stadt hingegen nicht.

Die Kosten der Gesamtmaßnahme inklusive Umgestaltung der Treppenanlage, die von der Flur- zur Bergstraße hinaufführt, sowie für die Ertüchtigung der Wasserversorgungseinrichtungen werden sich nach aktuellem Stand auf rund 720000 Euro belaufen, was laut Poitsch der Summe entspricht, die „geplant und veranschlagt“ war. „Kostensteigerungen sind bisher keine bekannt“, so der Stadtmarketingchef.

Derzeit werden im Bereich der Kolbermoorer Flurstraße noch Restarbeiten entlang des Straßenzugs durchgeführt sowie die neue Treppenanlage zwischen Flur- und Bergstraße fertiggestellt. Mit einem Ende der dortigen Baumaßnahmen rechnet der Stadtmarketingchef – vorausgesetzt, das Wetter macht den Planungen keinen Strich durch die Rechnung – bis Ende Oktober.

Schon Kritik an neuer Flurstraße

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