Kolbermoor – Die SPD Kolbermoor hat Christian Morgenroth einstimmig zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gewählt. Der 50-Jährige soll im kommenden Jahr die Nachfolge von Peter Kloo antreten, der nach fast 24 Jahren an der Spitze der Stadt nicht mehr kandidiert. Im Anschluss daran wurden die Kandidaten für den Stadtrat aufgestellt. Laut SPD-Führung ein „repräsentativer Querschnitt der Gesellschaft: Frauen und Männer, verschiedene Altersgruppen, Erfahrung und neue Ideen“. Die 24 Kandidaten wollen gemeinsam „für ein soziales, modernes und zukunftsfähiges Kolbermoor“ antreten.
Die Versammlung war geprägt von Anerkennung und Aufbruch. Ronja Endres, Landesvorsitzende der bayerischen SPD, war nach Kolbermoor gekommen, um Peter Kloo die Rothemund-Medaille persönlich zu überreichen. Eine Auszeichnung für sein jahrzehntelanges Engagement und seine Verdienste um die sozialdemokratische Politik vor Ort.
Mit emotionalen Worten würdigte Endres die Arbeit des scheidenden Bürgermeisters. Peter Kloo habe die Stadt in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit „Weitsicht, Mut und einem feinen Gespür für die Menschen“ geprägt. Unter seiner Führung habe sich Kolbermoor von einer Industriestadt zu einer modernen, lebenswerten Kommune verwandelt. Die Arbeit soll nun Christian Morgenroth fortsetzen – mit neuen Impulsen und klarer Haltung.
Der SPD-Kandidat bringt dafür nach Einschätzung des SPD-Ortsvereins „reichlich Erfahrung“ mit. Beruflich ist der dreifache Familienvater seit vielen Jahren in leitender Position als Produktmanager tätig. Daneben engagiert er sich seit mehr als drei Jahrzehnten ehrenamtlich: In Kolbermoor leitete er über zehn Jahre das Zeltlager Kohlstatt sowie die Skischule der Naturfreunde. Derzeit führt er als Jugendtrainer viele Kinder in den Leistungssport und setzt sich für die Ukrainehilfe ein. Morgenroth steht nach eigenen Angaben für eine Politik, die auf Dialog setzt. Er wolle „Menschen verbinden und nicht spalten: „Ich möchte Politik machen, die für alle da ist – ehrlich offen und mit Haltung.“ In seiner Rede stellte er ein umfassendes Zukunftskonzept vor. Einer seiner Schwerpunkte ist bezahlbarer Wohnraum für alle – als Grundrecht und Voraussetzung für eine lebendige Stadtgemeinschaft. Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Er möchte Begegnungsorte für alle schaffen, die Gemeinschaft fördern und dabei den demografischen Wandel nicht vernachlässigen.
Auch die Innenstadtentwicklung liege ihm am Herzen. Projekte wie das neue Parkhaus, das neue Schulgebäude an der Mangfallschule oder der neue Mareissaal dürfen laut Morgenroth nicht reine Prestigeobjekte sein, sondern Bausteine einer modernen Innenstadt. Ebenso wichtig ist ihm nach eigenen Angaben der klimagerechte Umbau der Energieversorgung mit Fernwärme und Solarenergie sowie die Entwicklung eines Grün- und Erholungsnetzwerkes am Mangfallufer.
Dabei setze er auf eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen, um auch die Mobilität klimafreundlicher und effizienter zu gestalten sowie den ÖPNV weiter auszubauen. Damit Kolbermoor wirtschaftlich attraktiv bleibt, soll auch die Digitalisierung weiter ausgebaut werden. Gerade der Bereich KI werde die Arbeitswelt maßgeblich verändern, so Morgenroth: „Wir dürfen auf technische Entwicklungen wie künstliche Intelligenz nicht nur reagieren, sondern müssen sie aktiv und verantwortungsvoll nutzen.“