Bruckmühl/Feldkirchen-Westerham – In Oed, einem Ortsteil der Gemeinde Irschenberg, startete kürzlich eine knapp 30-köpfige Gruppe bei strahlendem Wetter zu einer gemeinsamen ganztägigen Wanderung. Es handelte sich dabei aber nicht um einen gemütlichen Herbstspaziergang, sondern um eine Begehung der Gemeindegrenze, die von der Marktgemeinde Bruckmühl initiiert wurde. Dabei wurde der letzte noch „unbegangene“ Abschnitt im Südosten, Süden und Südwesten inspiziert.
Zu den Teilnehmern zählten seitens der Marktgemeinde unter anderem Bürgermeister Richard Richter, Fachbereichsleiter Markus Zehetmaier und Organisatorin Christina Riedl. Die Gemeinde Irschenberg wurde unter anderem durch den Zweiten Bürgermeister Marinus Eyrainer und Geschäftsleiter Michael Fellner vertreten.
Vierte und letzte Etappe
der Grenzbegehung
Einen wichtigen Teil der „Grenzpfahl-Inspekteure“ bildeten die Vertreter der beiden Ämter für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV). Für das ADBV Rosenheim nahmen neben Vermessungsamtsrätin Irene Rixner der Leitende Vermessungsdirektor, Amtsleiter Falk Brem teil, sein Amtskollege Martin Neubauer vertrat den Landkreis Miesbach. Zum weiteren Teilnehmerkreis zählten außerdem die Feldgeschworenen und Jagdpächter aus den beteiligten Gemeinden. Bürgermeister Richard Richter hieß die „Grenzgänger“ zur vierten und letzten Etappe willkommen, darunter auch den Initiator und Bruckmühler Feldgeschworenen Sepp Hochwind.
Angeführt von seinem örtlichen Kollegen Konrad Mack, verantwortlich für die Gemarkung Götting, startete die Formation von Oed aus unter anderem am Hochhänger Bach entlang, der sich als harmloses kleines Rinnsal erwies, bei der Hochwasserkatastrophe 2021 aber sein „anderes Gesicht“ gezeigt hatte. Nahe des Bachs, der in diesem Abschnitt zu gleichen Teilen Bruckmühl und Irschenberg zugeordnet wird, wurde ein zusätzlicher Grenzpfahl eingeschlagen.
Danach ging es weiter Richtung Fehlleiten, ebenfalls Gemeinde Irschenberg, zum Bruckmühler Ortsteil Oberleiten. Dort wurde Halt gemacht am Gedenkkreuz für den 1945 unmittelbar vor Kriegsende von der SS ermordeten Göttinger Lehrer Georg Hangl. Die weitere Route führte „auffi, obi und ummi“ und die Grenzgänger „wandelten“ nur selten auf bequemen Wanderwegen. Sie gingen im unwegsamen Gelände und kreuz und quer auf teils nassen Wiesen, sumpfigen Waldböden, durch Gestrüpp, über Trampelpfade und über teils steile und unwegsame Hänge. Außerdem überquerten sie häufig Gräben und kleinere Bäche, die oftmals die Grenzen markieren.
Die metergenauen Gemeindegrenzlinien mitsamt der Markierungen hatte freilich der leitende Vermessungsdirektor Falk Brem „digital“ dabei und konnte so den oftmals in Zickzackform verlaufenden und nur in gewissen Abständen markierten Verlauf exakt definieren. Unterwegs wurden an einigen Stellen auf Anordnung des ADBV zusätzliche Markierungen angebracht.
Die mittägliche Brotzeit wartete in Buchen auf die Grenzwandergruppe und danach ging es weiter über Sonnenleiten und Ebersberg, alle zu Bruckmühl gehörig, wieder ins Irschenberger Gemeindegebiet nach Immenfeld und Reiter.
Per Shuttle-Transport gelangte die Gruppe dann zum Treffpunkt an der Verbindungsstraße zwischen Vagen und Irschenberg, wo sowohl der Irschenberger Bürgermeister Klaus Meixner als auch sein Feldkirchen-Westerhamer Amtskollege Johannes Zistl dazustießen.
ADBV-Leiter
zieht positives Fazit
Den Höhepunkt der Grenzbegehung bildete dann tief unten im nur schwer zugänglichen Hirschgraben oberhalb von Mittenkirchen am „Drei-Länder-Eck“ – oder genauer „Drei-Gemeinde-Eck“ zwischen Irschenberg, Feldkirchen-Westerham und Bruckmühl die gemeinsame Anbringung der Grenzmarkierung. Die kommunale Wanderung endete schließlich nahe der Mangfall in der Vagener Au – nach einer „Gesamt-Fußmarschstrecke“ von 15 Kilometern einschließlich beachtlicher rund 600 Höhenmetern.
Den Abschluss des „Grenzwandertages“ bildete ein gemeinsames Abendessen beim Kramerwirt in Irschenberg. Ein positives Fazit zog ADBV-Leiter Falk Brem gegenüber dem OVB: „Wie wir bei der heutigen Gemeindegrenzbegehung gesehen haben, versehen unsere Feldgeschworenen auch im schwierigsten und unzugänglichsten Gelände mit tief eingeschnittenen Gräben an der Gemeindegrenze hingebungsvoll ihre Pflicht. Nach dem heutigen Tag kennen auch alle Vertreter der beteiligten Gemeinden die Grenzen ihrer Gemeindegebiete in der Örtlichkeit und können dies bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.“