Kolbermoor – Es tut sich was beim seit Mitte August geschlossenen Brückenwirt in Kolbermoor. Aktuell sind dort in der Küche des Wirtshauses Handwerker zu Gange. Doch wohin die handwerklichen Arbeiten letztlich führen sollen – ob zu einer Neueröffnung oder dem auf Facebook befürchteten Abriss – bleibt zunächst offen. Denn der Inhaber der Immobilie, die Auerbräu GmbH mit Sitz in Rosenheim, schweigt sich zur Zukunft des Wirtshauses an der Brückenstraße weitgehend aus.
„Absolut irre
Energiekosten
Am Sonntag, 17. August, hatte Wirt Gerhard Fuchs letztmals das Wirtshaus samt Biergarten in Kolbermoor aufgesperrt, um seine Gäste mit bayerischen Schmankerln zu bewirten. Mittlerweile ist Fuchs an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt und hat dem Kirchenwirt Pang, der mehrere Monate verwaist gewesen ist, neues Leben eingehaucht.
Grund für Fuchs Rückkehr nach Pang? Unter anderem die räumlichen Rahmenbedingungen in Kolbermoor, wie der Gastronom im Sommer gegenüber dem OVB deutlich machte. „Der energetische Zustand hier ist der Wahnsinn“, sagte Fuchs damals. „Alleine die Energiekosten sind absolut irre.“ Letztlich seien die Kosten „so exorbitant hoch“ gewesen, „dass es in dieser Form einfach keinen Sinn macht“. Fuchs verriet im Sommer zudem, dass die Brauerei als Inhaber vorhabe, das Gebäude durch einen Sachverständigen prüfen zu lassen und dann zu eruieren, „ob und wie man das Haus ertüchtigen kann“.
Aussagen, die die Brauerei damals weder bestätigen noch dementieren wollte. „Wir werden Gerüchte dazu nicht kommentieren“, sagte Eric Burzinski, PR- und Marketingmanager der Brauerei, Mitte August gegenüber dem OVB und erklärte zudem, dass „wir dazu derzeit keine Informationen weitergeben“.
Auerbräu gibt
keine Auskunft
Daran hat sich bis heute wenig geändert. Nachdem mehrere Anfragen per Telefon und E-Mail zunächst unbeantwortet blieben, trudelte Anfang dieser Woche zumindest auf die jüngste Anfrage eine Antwort ein. „Wir bitten um Verständnis, dass wir zu aktuellen Verhandlungen keine Auskunft geben können“, teilte Prokurist Michael Hinterseer mit.
So kann auch die Befürchtung einiger OVB-Leser, dem Brückenwirt könnte das gleiche Schicksal wie dem Alten Wirt in Aising drohen, derzeit nicht vollständig ausgeräumt werden. Dort hatte die Rosenheimer Brauerei nach jahrelangem Leerstand nahezu zeitgleich mit dem Anrollen der Bagger den Abriss des Gebäudes verkündet. Entstehen soll dort auf dem 5000 Quadratmeter großen Areal letztlich ein neues Dorfzentrum, das aber auch einem neuen Gasthaus eine Heimat bieten soll.
Rein baurechtlich gesehen wäre ein Abriss des Brückenwirts in Kolbermoor durchaus möglich, wie eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung ergeben hat. Allerdings müsste der Inhaber sich mit den Plänen für das Vorhaben zunächst an die Stadt wenden, wie Kolbermoors Stadtbaumeister Andreas Meixner erklärt. Was bislang aber nicht passiert ist, betont Julia Wirth, Mitarbeiterin im Bauamt: „Uns liegt bisher weder eine Anfrage noch ein Antrag vonseiten von Auerbräu vor.“
Und was könnte dort dann – im Falle eines Abrisses – entstehen? „Laut gültigem Bebauungsplan wäre es möglich, auf dem Parkplatz Wohnbebauung zu errichten“, klärt Meixner auf. Auch auf dem Teilstück, auf dem das Wirtshaus-Gebäude steht, wäre Wohnbebauung möglich, aber vermutlich nicht als einzige Lösung: „Dort ist laut Bebauungsplan ein Mischgebiet festgesetzt, in dem beispielsweise Gastronomie oder ein nicht störendes Gewerbe erlaubt ist“, so der Stadtbaumeister. „Eine reine Wohnbebauung dürfte dagegen schwer durchzusetzen sein.“
Handwerker sind
in der Küche im Einsatz
Wobei es derzeit eher Zeichen dafür gibt, dass es in puncto Wirthaus an der Brückenstraße weitergehen könnte. So waren am vergangenen Dienstagvormittag in der Küche des Gasthauses Handwerker im Einsatz, die dort scheinbar Wände ausbesserten, ihren Einsatz aber nicht kommentieren wollten.
So gibt es durchaus Hoffnung, dass der Wunsch eines bislang unbekannten Passanten in Erfüllung gehen könnte. Dieser hatte nämlich eine Titelzeile eines OVB-Berichts ausgeschnitten und – gemeinsam mit einer Blume – an eines der Wirtshausfenster geklebt. So ist dort derzeit zu lesen: „Die Tradition muss bleiben“.