Bad Aibling – Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist am Mittwoch, 5. November, in die Ghersburgstraße geeilt, nachdem Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst wegen eines „Gefahrstoffaustritts“ alarmiert wurden. Wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Bad Aibling auf OVB-Nachfrage nun mitteilt, sei gegen 12 Uhr mittags etwa die Menge eines Teelöffels an Quecksilber in einem Gebäude ausgetreten. Quecksilber gilt als hochgiftiger Gefahrenstoff, der laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit akute und chronische Beeinträchtigungen der Gesundheit nach sich ziehen kann.
„Bei der Räumung einer Wohnung ist ein altes Thermometer zu Boden gefallen“, berichtet der Polizeisprecher. Dieses sei auf der Treppe zerbrochen, wobei der Gefahrenstoff ausgetreten ist. Daraufhin habe die 56-jährige Frau die Rettungsleitstelle alarmiert. Auch die Feuerwehr Bad Aibling, die mit mehreren Einsatzkräften vor Ort war, teilt im Nachgang mit, dass das alte Thermometer von einem Schrank gefallen war. „Das hochgiftige Quecksilber verteilte sich daraufhin über zwei Etagen des Treppenhauses.“ Da sich die feinen Quecksilberkügelchen auch in den Teppichfliesen der Stufen festgesetzt hatten und nicht ohne Weiteres entfernt werden konnten, wurde zur Unterstützung die „TUIS-Stufe 3“ ausgelöst, wie die Feuerwehr Bad Aibling in einer Mitteilung berichtet.
Daraufhin rückten Spezialisten der Werkfeuerwehr Infraserv aus Gendorf (Gemeinde Burgkirchen an der Alz im Landkreis Altötting) an. Wie Feuerwehr und Polizei erläutern, konnte die gesamte Menge des ausgetretenen Quecksilbers mit einem speziellen Absauggerät durch die Spezialkräfte aufgenommen werden. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr arbeiteten währenddessen ausschließlich unter Atemschutz und in Schutzkleidung.
Laut Feuerwehrangaben wurden das aufgesaugte Gefahrgut sowie kontaminierte Teppichfliesen und andere Gegenstände luftdicht in Säcken und Fässern verpackt. „Eine Spezialfirma hat diese dann entsorgt“, sagt der Polizeisprecher. Bei dem Vorfall handelte es sich um ein „Versehen“, weshalb keine strafrechtlichen Konsequenzen vorliegen, so der Sprecher, der das verantwortungsbewusste Alarmieren der Rettungskräfte nach dem Bruch des „handelsüblichen Thermometers von früher“ lobt.
Auch Reinhard Huber, federführender Kommandant der Feuerwehr Bad Aibling, hält es für wichtig, die Bevölkerung über derartige Gefahren zu informieren. „Solche Gefahrenstoffe sind ja in vielen Dingen noch enthalten, da sollte man unbedingt aufpassen.“ Der Einsatz am Mittwochmittag war nach rund fünfeinhalb Stunden beendet.