Kolbermoor – Am Fasching scheiden sich seit jeher die Geister: Während die einen mit der närrischen Zeit überhaupt nichts anfangen können, gehört für andere die Faschingssaison zu den wichtigsten Phasen des Jahres. Zu dieser Gruppe gehört auch Manuel Eckert aus Kolbermoor. Der 36-Jährige, Präsident des Faschingsvereins Mangfalltal, fiebert seit Wochen dem Start in die Saison am heutigen Dienstag, 11.11., entgegen. Erster Höhepunkt der neuen Saison ist die heutige Präsentation der Prinzenpaare ab 18 Uhr im Mareissaal in Kolbermoor (Eintritt frei). Gegen 19.19 Uhr wird zunächst das Geheimnis um das Kinderprinzenpaar gelüftet, das den Faschingsverein in der neuen Saison, die bis Faschingsdienstag, 17. Februar 2026, geht, vertreten wird. Ab 20.20 Uhr nehmen dann der Hofstaat sowie die Erwachsenengarde die Bühne in Beschlag, um den passenden Rahmen für die Präsentation des Erwachsenen-Prinzenpaares zu schaffen. Im OVB-Interview zum bevorstehenden Start in die närrische Zeit verrät Präsident Eckert, was ihn persönlich am Fasching so begeistert, wieso es trotz vieler weltweiter Konflikte wichtig ist, ausgelassen zu feiern, und welches Geheimnis er bislang sogar seiner frisch angetrauten Frau verschweigt.
In puncto Prinzenpaare gilt bei Faschingsvereinen, -gesellschaften und -gilden Jahr für Jahr größte Geheimhaltung vor dem Auftakt am 11.11. Wie funktioniert das in Kolbermoor?
Stand jetzt hat es meines Wissens mit der Geheimhaltung heuer sehr gut funktioniert. Sicherlich gibt es Vermutungen dazu, wer Prinzessin und Prinz sein könnte. Letztlich wird sich‘s wohl erst bei der Präsentation im Mareissaal herausstellen, ob‘s wirklich niemand sonst gewusst hat. Derzeit dürften eigentlich nur elf Leute Bescheid wissen – das Prinzenpaar selbst, sieben Personen aus dem Präsidium sowie der Trainer des Prinzenpaares und ein Co-Trainer.
Sie haben es also nicht einmal Ihrer Frau verraten, die Sie erst im September geheiratet haben?
Nein, auch meine Frau weiß nicht, wer Prinzessin und Prinz in Kolbermoor wird. Es soll ja auch ein bisschen wie Weihnachten sein. Da geht es ja auch darum, die Menschen zu überraschen. Und diese Überraschung wollen wir nicht verderben.
Können Sie zumindest verraten, was das neue Prinzenpaar für diese Aufgabe qualifiziert?
Prinz und Prinzessin sind zu 100 Prozent Faschingsfans, das kann ich gerne verraten. Wenn die nicht zu 100 Prozent Spaß an der Sache hätten, würde das auch gar nicht funktionieren. Schließlich repräsentiert das Prinzenpaar für die kommenden Monate unseren kompletten Faschingsverein. Was ich auch noch verraten kann: Es hat definitiv die richtigen Personen getroffen, sowohl bei den Erwachsenen, als auch bei den Kindern. Ich kenne alle schon lange, wodurch für mich persönlich eine ganz spezielle Verbindung zu den Hoheiten entsteht.
Die vergangene Faschingssaison stand unter dem Motto „Mit Vollgas durchs Mangfalltal“. Wie lautet das Motto der kommenden Saison? Oder ist das etwa ein Geheimnis?
Auch das ist ein gut gehütetes Geheimnis unter den Gilden und wird erst beim Krönungsball am 10. Januar 2026 verraten. Wer jetzt beispielsweise denkt, es hätte etwas mit „Star Wars“ zu tun, weil unser noch unbekanntes Prinzenpaar in Star-Wars-Kostümen posiert, den muss ich leider enttäuschen.
Wie groß ist bei Ihnen persönlich die Freude darüber, dass es endlich wieder losgeht?
Die Vorfreude ist riesig. Wobei man aber nicht unerwähnt lassen sollte, dass für den Vorstand des Faschingsvereins auch extrem viel Arbeit dahintersteckt. Seit unserer Jahresversammlung im April arbeiten wir auf die neue Saison hin. Letztlich gibt es eigentlich nur zwei, drei Wochen im Jahr, die nichts mit Fasching zu tun haben.
Und worauf freuen Sie sich am meisten?
Die komplette Mannschaft endlich wieder in ihren Kostümen zu sehen. Und auf die Reaktionen des Publikums. Denn da die strahlenden Gesichter und glänzenden Augen zu sehen, vor allem die der begeisterten Kinder, das ist schon ein ganz besonderes Erlebnis.
Was begeistert Sie persönlich am Fasching?
Ich muss zunächst vorausschicken, dass ich als Kind und Jugendlicher eigentlich gar nichts mit Fasching anfangen konnte. Letztlich bin ich im Alter von 17 Jahren eher zufällig zum Faschingsverein gekommen – habe dann aber sofort Feuer gefangen. Mich ziehen vor allem dieses Gemeinschaftsgefühl, der Zusammenhalt und diese Freude in den Bann. Und die Freude, die sich durch die bunten Kostüme und das Showprogramm auf das Publikum überträgt. Ein Außenstehender kann sich das vermutlich gar nicht vorstellen. Für den ist es wahrscheinlich auch nicht vorstellbar, wie viel Disziplin und harte Arbeit hinter dieser Form des Faschings, wie wir ihn feiern, steckt.
Zahlreiche weltweite Krisenherde, dazu eine schwächelnde Wirtschaft in Deutschland und scheinbar eine gespaltene Gesellschaft: Da gibt es auch Menschen, die finden, dass es überhaupt keinen Grund gibt, ausgelassen zu feiern. Was würden Sie diesen Menschen erwidern?
Auch wenn es viele Probleme auf der Welt gibt, sollte man sich Zeit nehmen, um diese Probleme und Sorgen für eine gewisse Zeit auszublenden. Unsere Aufgabe ist es, während der Faschingssaison dafür zu sorgen, dass die Menschen einfach mal ein bisschen vom Alltag abschalten können. Und vielleicht dadurch auch das Gefühl bekommen, dass vielleicht doch nicht alles so schlecht ist, wie sie zunächst denken.
Zum Schluss eine persönliche Frage, nachdem Sie Ihrer Frau im September das Jawort gegeben haben: Wer von Ihnen beiden ist denn das größere Feier-Biest?
Meine Frau ist ebenfalls großer Faschingsfan. Wir waren beide Tänzer im Faschingsverein, haben uns im Verein kennengelernt. Auch sie kann also wirklich gut feiern. Und dennoch würde ich sagen: Ich bin das größere Feier-Biest! (lacht).
Mathias Weinzierl