Kolbermoor – Sie haben Peter Kloo (SPD) durch seine nun fast 24-jährige Amtszeit als Kolbermoors Rathauschef begleitet und bei seiner letzten Bürgerversammlung am Montag. 17. November, nochmals den Abend – zumindest aber die Wortmeldungen der Bürger – bestimmt: Verkehrsthemen in verschiedensten Facetten. Letztlich war alles dabei – vom ruhenden über den fließenden bis hin zum noch gar nicht erschlossenen Verkehr.
Kreisel „zu klein und
unpassend platziert“
Rund 120 Bürger waren in den Mareissaal gekommen, um sich vom scheidenden Bürgermeister – Kloo tritt nach seiner vierten Amtszeit bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 nicht mehr an – über Entwicklungen in und rund um die Stadt informieren zu lassen. „Mir hat‘s 24 Jahre Spaß gemacht, diese Vorträge zu halten“, sagte der SPD-Politiker am Ende seines rund eineinhalbstündigen Monologs, was ein Großteil der Besucher mit Applaus bedachte.
Weniger Applaus, dafür mehr Kritik gab‘s seitens der Bürger, die im Anschluss das Wort hatten. Vor allem das Thema Verkehr brannte dem ein oder anderen unter den Nägeln. So zeigte sich ein Bürger aus dem Norden der Stadt besorgt aufgrund der „Doppelkurve im Bereich der Filzenstraße und Kolberstraße“. Diese sei „sehr unübersichtlich“. Zudem seien viele Autofahrer dort „wahnsinnig schnell“ unterwegs, was das Überqueren der Straße „sehr gefährlich“ mache. Er rief die Stadt auf, das Tempo im Bereich der Doppelkurve auf maximal 30 km/h zu begrenzen.
Ein Thema, das die Kommune laut Kloo „auf der Agenda“ habe. Der Stadt sei klar, „dass diese Situation unbefriedigend“ ist, von Vorteil sei jetzt aber, dass den Kommunen in puncto Verkehrsregelung nun mehr Spielraum gegeben worden sei. Unterschiedlicher Meinung ist der Rathauschef hingegen bei der Bewertung des Kreisverkehrs vor dem Rathaus, den der Bürger als „zu klein und unpassend platziert“ bezeichnete, weshalb es „pures Glück“ sei, dass es dort bislang noch keinen schweren Unfall gegeben habe. „Ich glaube nicht, dass wir dort eine besonders gefährliche Stelle geschaffen haben“, konterte Kloo und appellierte an die Autofahrer, vom Gas zu gehen: „Es ist ausdrücklich nicht verboten, einmal mehr zu bremsen.“
Eine andere Bürgerin hakte nach, was aus den Planungen für einen Kreisverkehr an der Kreuzung Rosenheimer Straße/Ludwigstraße geworden ist. „Da sieht und hört man nichts“, so die Kolbermoorerin. Die Planungen zu diesem Kreisverkehr seien laut Kloo „noch aktuell“, wobei der Bürgermeister aber auf die Vielzahl an Baumaßnahmen in den vergangenen Monaten verwies: „Wir können in der Stadt ja nicht alles gleichzeitig aufreißen.“ Zumal die Stadt in Hinblick auf den Kreisverkehr noch in Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern stünde.
Ebenfalls bislang nur im Planungsstand ist die Erschließung der geplanten Siedlung „Quartierszentrum Nord-Ost Am Alpenblick“. Hier merkte eine Anwohnerin an, dass die Fürstätter Straße „relativ eng“ sei. Daher wollte sie vom Bürgermeister wissen, wie die Siedlung verkehrstechnisch erschlossen werden soll. Laut Kloo gibt es zwei Erschließungswege – über die Karolinenhöhe und über die Fürstätter Straße. In der Stadt gäbe es genügend Beispiele dafür, wie man derartige Siedlungen auch mit einer Straßenbreite von vier Metern erschließen könne. „Letztlich müssen wir ja auch durch ein Verkehrsgutachten belegen, dass es geht“, so Kloo weiter. „Das wird sicherlich noch ein bisschen Hirnschmalz erfordern, aber das ist ja auch der Sinn einer Planung.“
Um die Sinnhaftigkeit einer Formulierung ging es dann einem anderen Kolbermoorer, der sich auf ein Erlebnis im ruhenden Verkehr berief. So hatte er mit seinem Auto am Kolbermoorer Friedhof geparkt, aber vergessen, die Parkscheibe einzulegen, was ihm letztlich einen Strafzettel eingebracht hatte, den er „klaglos bezahlt“ habe: „Was mir aber tatsächlich gegen den Strich gegangen ist, war der Ausdruck ,Tatvorwurf‘ auf dem Knöllchen.“ „Wenn einer eine Straftat begeht, dann ist das gerechtfertigt. Aber nicht wegen einer blöden Parkscheibe“, echauffierte sich der Kolbermoorer, der dieses Verhalten als „von oben herab“ bezeichnete. „Das hat mit Bürgernähe gar nichts zu tun. Da verliert der Bürger das Vertrauen in den Gesetzgeber.“
Bürgermeister will bei
Zweckverband nachhaken
Bürgermeister Kloo zeigte zwar Verständnis für die Sichtweise des Kolbermoorers, verwies aber auf das Ordnungswidrigkeitengesetz, das derartige Begrifflichkeiten regle. „Ich gebe Dir aber recht, dass das nicht ganz passt“, wandte sich der Rathauschef an den Wortführer und versprach, das Thema beim Zweckverband Kommunale Dienste Oberland, der für die Stadt auch den ruhenden Verkehr überwacht, anzusprechen. „Ich werde nachfragen, ob man die Formulierung vielleicht ändern kann“, so der scheidende Bürgermeister. „Versprechen kann ich es aber nicht.“