Freya jetzt im Heimathafen Kolbermoor

von Redaktion

Der Umzug ist geschafft: Das Wikingerschiff Freya, Kolbermoors neues Wahrzeichen, ist Donnerstagnacht, 27. November, vom Chiemsee überführt, Freitagfrüh, 28. November, dann an seinem neuen Standort abgeladen worden. Wie schnell die Freya unterwegs war – und welche Hindernisse umschifft werden mussten.

Kolbermoor/Prien – Das Wikingerschiff Freya, Kolbermoors neues Wahrzeichen, ist an seinem zukünftigen Standort eingetroffen: In einer Rekordzeit von nur zwei Stunden wurde der 14 Tonnen schwere Holzkoloss am Donnerstagabend, 27. November, vom bisherigen Standplatz in Prien am Chiemsee zu seiner neuen Heimat, dem Firmengelände der Franz Stettner Beverage Group in Kolbermoor, transportiert. „Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man gute Arbeit geleistet und in der Folge alles wie am Schnürchen geklappt hat“, sagte Transportleiter René Venn am Freitagvormittag, 28. November, nachdem die Freya abgeladen war.

Bereits am Donnerstagnachmittag hatten in Prien die Aufladearbeiten für den Transport des Schiffs begonnen. Am Anfang galt es, die Freya um einen Kopf kürzer zu machen, genauer gesagt um den Pferdekopf, den sie hoch an ihrem Bug trägt. Denn bei dem ganzen Transport war eine Herausforderung die Höhe. Und nur ohne Kopf überschritt der Transport nicht die genehmigte – und auch transportfähige – Höhe von 4,90 Metern. Selbst mit dieser Höhe habe aber der Transportweg versagt, der der einfachste gewesen wäre, nämlich über die Autobahn: Für Höhen über 4,50 Meter sei auf deutschen Autobahnen keine Genehmigung zu bekommen, hieß es seitens der Transportfirma.

Die Route über Land war natürlich eine gewisse Herausforderung. Vier Wochen Zeit steckten deshalb in der Routenauswahl und im Einholen aller entsprechenden Genehmigungen. Noch kurz vor der Abfahrt um 21 Uhr fuhr ein Team der Transportfirma nochmals die Strecke ab, um sicherzugehen, dass dort kein zusätzliches Hindernis sozusagen aus dem Boden gewachsen war.

Dann ging’s endlich los – allerdings nicht, wie zunächst angedacht, in Begleitung der Polizei, nachdem diese Aufgaben mittlerweile auch von speziell dafür ausgebildeten Fachleuten übernommen werden können. Als Fachmann hatten die Verantwortlichen Stefan Neubert, der früher selbst Schwertransport-Lkw gefahren war, an Bord geholt. Gerade beim Freihalten der Strecke, sprich beim Regulieren des Verkehrs, war seine Erfahrung unersetzlich.

„So ein Transport ist für den Lkw-Fahrer, sobald alles mal ins Rollen gekommen ist, reine Routine“, so Neubert. Aber das setze dann auch voraus, dass man seinen Lkw und vor allem dessen Gesamtlänge im Griff habe. „Man muss genau wissen, wie man bei Kurven ansetzen muss, damit man auch durchkommt“, beschreibt der Experte die Schwierigkeiten, die auf der Strecke lauern. Deshalb sei es bei größeren Transporten üblich, dass der Fahrer vorab die Strecke abfahre, um so ein eigenes Bild von den möglichen Problemstellen zu bekommen.

„Aufwendiger als das Fahren“, so sagt Stefan Neubert, „ist für Lkw-Fahrer und Transportmannschaft eigentlich das Verladen und vor allem die Ladungssicherung.“ Und in der Tat war die Freya schnell von ihrem Liegehof gehoben, um dann aber lange einige Zentimeter über dem Tieflader schwebend zu verharren. Der musste entsprechend „in die Länge gezogen“ werden, damit die Freya gerade darauf passte, aber auch nicht zu viel Spiel hatte. So kam sie letztlich sozusagen „eingeklemmt“ und dann auch festgezurrt auf ihrer Transportfläche zum Sitzen. Wobei immer wieder nachgemessen wurde, damit die Höhe von 4,90 Metern auch eingehalten wird.

Insgesamt sei ein solcher Transport nichts Besonderes, vielmehr Alltagsgeschäft – jedenfalls von den Ausmaßen der „Ladung“ her gesehen, sagte René Venn, Projektleiter des ganzen Transports. Ein wenig Herausforderung stelle immerhin die Strecke dar und auch der Zustand des Schiffes, da „wir ja nicht wirklich wissen können, wie stabil es in sich noch ist“. Eine Besonderheit sei der Transport in gewissem Sinn aber dann doch gewesen – und zwar wegen der ganzen Geschichte, die mit dem Schiff verbunden sei.

Und wohl auch deswegen hatten es sich einige als Wikinger verkleidete Kolbermoorer nicht nehmen lassen, bei der Verladung mit dabei zu sein, allen voran Nancy Gläser, die sich als Nancy, die Schildmaid, bezeichnete. Auch sie werden sicherlich froh und glücklich gewesen sein, als das Wikingerschiff dann gegen 23 Uhr seinen neuen Heimathafen – das Firmengelände der Franz Stettner Group in Kolbermoor – erreicht hatte.

Nach wenigen Stunden Schlaf ging es für die Transportbeteiligten dann ans Abladen des Filmrequisits, was ebenfalls ohne größere Schwierigkeiten gelang. Der Umzug des neuen Kolbermoorer Wahrzeichens ist also geschafft – im Frühjahr beginnt dann die nächste Herausforderung für das Stettner-Team. Die Restaurierung und der Umbau der Freya, damit das Schiff bereits zu Pfingsten in neuem Glanz erstrahlen kann.

Artikel 2 von 4