Kolbermoor – Geht das geplante Parkhaus am Kolbermoorer Bahnhof für rund fünf Millionen Euro günstiger her, als derzeit seitens der Stadt geplant? Und noch dazu ohne städtebauliche und ökologische Kompromisse? Das behauptet zumindest die Kolbermoorer CSU und hat daher in der jüngsten Sitzung des Stadtrats einen Dringlichkeitsantrag eingebracht. Den lehnte das Gremium zwar mit knapper Mehrheit (11:13) ab. Nach Angaben von Bürgermeister Peter Kloo (SPD) soll der Antrag aber dennoch in einer der kommenden Sitzungen behandelt werden.
Platz für bis zu
236 Fahrzeuge
Erst vor wenigen Tagen hatte der Kolbermoorer Bauausschuss den Vorentwurf des Bebauungsplans 94 „Parkhaus Haßlerstraße“ gebilligt und damit die Weichen für ein Parkhaus mit 236 Stellplätzen am Kolbermoorer Bahnhof gestellt. Laut derzeitiger Planung soll auf der Fläche an der Haßlerstraße, die derzeit als ebenerdiger Parkplatz genutzt wird, ein Parkhaus mit acht Halbebenen in Holzbauweise entstehen, das 236 Fahrzeugen Platz bieten soll. Ein Drittel der Stellplätze soll Elektrofahrzeugen vorbehalten sein. Kostenpunkt: gut elf Millionen Euro.
Ein Betrag, der die CSU-Fraktion seit Monaten umtreibt. Daher hatten die Christsozialen im April beantragt, auch eine konventionelle Bauweise des Parkhauses zu untersuchen. Das Ergebnis der Planer, das dem Stadtrat in seiner Juli-Sitzung vorgestellt worden war: Beim Bau mit Beton ließe sich nur rund eine Million Euro einsparen, die ökologischen Nachteile wären dagegen nach Einschätzung der Experten immens. Eine „signifikante Kostenreduzierung“ sei nach Angaben der Stadtverwaltung wohl nur bei einer „Systembauweise eines einschlägigen Parkhausherstellers“ möglich, teilte die Stadtverwaltung damals mit. Was letztlich auch die Mehrheit des Gremiums überzeugte, die mit 17:5 Stimmen dafür votierten, die Planungen in Holzbauweise fortzusetzen.
Ein Ergebnis, das Martin Elsen, CSU-Stadtratskandidat für die Kommunalwahl im März 2026, so nicht einfach hinnehmen wollte. Wie die CSU per Pressemitteilung informierte, hatte Elsen daraufhin „ein Initialangebot bei einem renommierten Anbieter von Parkhäusern eingeholt“. „Dieses weist eine Einsparung von 5,2 Millionen Euro bei mindestens vergleichbarer ökologischer und städtebaulicher Wirkung aus“, so die CSU weiter.
Die Christsozialen wurden daher in der November-Sitzung des Stadtrats mit einem Dringlichkeitsantrag vorstellig, in dem die Fraktion forderte, „die Planung für die Holzbauweise unverzüglich zu stoppen und den Architekten zu beauftragen, die Stahl-Verbundweise zu prüfen, Kosten und ökologische Wirkung auszuweisen und dem Stadtrat eine zutreffende Entscheidungsgrundlage zuzuarbeiten“.
Wobei nach Einschätzung von Peter Kloo (SPD) allerdings eine „objektive Dringlichkeit“ nicht gegeben sei und so der Antrag inhaltlich nicht in der aktuellen Sitzung behandelt werden müsse. „Da werden noch ziemlich viele Fragen auftauchen, weshalb wir noch ein bisschen Zeit brauchen, das zu prüfen“, sagte Kloo, der aber ankündigte, den Antrag „verwaltungstechnisch behandeln“ zu wollen. Auch wenn er nach einem ersten kurzen Blick auf das CSU-Schreiben befürchte, dass in Hinblick auf die Rechnung der CSU „Äpfel und Birnen“ verglichen werden.
„Sorgfältige Abwägung
dringend geboten“
CSU-Fraktionssprecher Leonhard Sedlbauer, der „eine sorgfältige Abwägung aller Alternativen beim Parkhaus für dringend geboten“ erachtete, beharrte allerdings darauf, dass der CSU-Vorstoß durchaus dringlich sei. „Es sind nicht nur finanzielle Aspekte, die die Dringlichkeit bedingen“, argumentierte Sedlbauer. „Es läuft ja auch die Zeit. Und das ist immer ein Faktor, der in puncto Dringlichkeit einfließen muss.“
Letztlich konnte aber auch die Mehrheit des Stadtrats keine Dringlichkeit erkennen, weshalb der Antrag mit knapper Mehrheit von 13:11 Stimmen abgelehnt wurde. Dennoch wird dem Wunsch nach einem Vergleich zwischen der Holzbauweise und Stahl-Verbundweise Rechnung getragen werden, wie Kloo versprach. Das Thema soll dann in der Dezember-, spätestens in der Januar-Sitzung behandelt werden.