Der feste Glaube an eine heile Welt

von Redaktion

Stimmungsvolles Adventssingen der Stadtsing- und Musikschule Kolbermoor

Kolbermoor – Wenn die Stadtsing- und Musikschule Kolbermoor zu ihrem alljährlichen Adventssingen einlädt, wird den zahlreichen Zuhörern keineswegs eine bloße Abfolge von Gesang- und Musikstücken geboten. So einfach macht es sich die Chorgemeinschaft wahrlich nicht. Vordergründig zählt eine Botschaft, die im Programmzettel aufleuchtete und die Regina Berger als Religionspädagogin in wohlgesetzte Worte fasste. Wenn alle den Blick nach oben richten, so die Sprecherin, würden im Hellen Hoffnung und Liebe erkennbar werden.

Langanhaltender
Schlussapplaus

Das ausgezeichnete Bläserquartett eröffnete mit der Intrade „O Schein, o Glanz, o Wunder“ den musikalischen Reigen, der sich, wie es Tradition im Alpenraum ist, an den Geschehnissen der Heiligen Nacht zu Betlehem orientierte. „Is finsta draußt“, hieß es dann vom gemischten Chor unter Heide Hausers Leitung. Klar in Text und Gesang, untermalt von einer wunderbaren Gitarrenbegleitung, hatten die „Hacher Dirndln“ aus Marquartstein mit „Draußn im Woid is scho finsta“ gleichfalls ein geheimnisvolles Lied beizusteuern, das sie durch „Maria auf der Reis“ ergänzten. Der Mannagsang und Chor berichteten gemeinsam in den Liedern „Ein Mann vor Zeiten zu uns kam“ und „Er ist das Wort“ von einem Schlüsselsatz der katholischen Religion, den Johannes der Täufer so stimmgewaltig prägte.

Unverbrüchlich ist der Flötenspielkreis, ergänzt mit Bass und Gitarre, mit dem klanglichen Gesamtbild der Stadtsing- und Musikschule verbunden. Edi Berger als ehemaliger Singschulleiter sorgte für die stete Weiterentwicklung des Flötenspiels, und was in der Stadtkirche „Wiederkunft Christi“ erklang, konnte sich schon hören lassen. Ihr mystisches Spiel fand seine Fortsetzung in einer fröhlichen Hirtenmusik. Regina Berger erzählte von Ludwig Thomas „Heiligen Nacht“ und schilderte die eindrucksvolle Botschaft des Propheten Johannes, dass ein verheißungsvoller Stern aufgehen werde und wenn alle den Blick nach oben richten, Hoffnung und Liebe entstehen würden. Dies wurde zuweilen eindrucksvoll von Peter Maiers dezentem Zitherspiel untermalt.

Sein „Mannagsang“, erstarkt durch harmonisch sich einfügende Neuzugänge und fleißige Probenarbeit, leitete mit „Kaiser Augustus“ die Herbergssuche ein, die durch gesangliche Spielszenen und den gemischten Chor mit „Und drauß’d geht da Wind“ zu einem musikalischen Gesamtbild geformt wurde. Die Bläser verstärkten die tragischen Geschehnisse noch durch eine mit klopfendem Rhythmus versehene „Fanfarello“. Dazwischen erklang immer wieder das Saitenspiel der „Eabachmusi“. Mit Spannung verfolgte der Zuhörer ihr hauchzartes Spiel bei den präsentierten Landlern. Kolbermoor beheimatet hier eine Musikgruppe von beispielloser Qualität.

Mit „Jetzt tuats auf oamal brenna“ und einem stimmgewaltigen Gloria des gemischten Chores wusste man dann schon, dass diese ewig aktuelle Geschichte ein gutes Ende nehmen würde. Dadurch, so Regina Berger, dürften wir uns den Glauben an eine heile Welt nicht nehmen lassen. Beseelt von dieser Botschaft wurde gemeinsam das Lied „Es wird scho glei dumpa“ gesungen, bevor sich alle Zuhörer und Mitwirkenden nach dem von den „Hacher Dirndln“ angestimmten „Andachtsjodler“ erhoben. Besser kann man einen Adventssonntag kaum bereichern. Nach dem langanhaltenden Schlussapplaus füllten sich auch die Spendenkörbchen für wohltätige Zwecke überaus gut.

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