Rosenheim – Als „emotionalen Typ“ würde sich der selbst ernannte „Robin Hood“ aus Rosenheim eigentlich nicht bezeichnen. Aber bei seinem Besuch im Kinderheim kurz vor Weihnachten musste er die ein oder andere Träne dann doch zurückhalten. „Es war eine sehr bewegende Situation“, sagt er am Telefon.
Mit Kryptowährung
reich geworden
Seit über einem Jahr postet „Robin Hood“ in den sozialen Medien Videos davon, wie er an den unterschiedlichsten Orten Geld versteckt. Wer hinter dem Pseudonym „Robin Hood“ steckt, wissen wohl nur sehr wenige Menschen. Auch gegenüber dem OVB verschweigt er seine Identität. Bekannt ist lediglich, dass er mit Investitionen in eine Kryptowährung reich geworden ist. Einen Teil dieses Geldes verschenkt er jetzt an die Rosenheimer. Einfach, weil es ihm Spaß macht.
Wenn er kein Geld versteckt, versucht er, anderen eine Freude zu machen. Er hat Döner an Obdachlose verschenkt, Lebkuchenherzen ins Seniorenheim gebracht. Jetzt wollte er auch den Jüngsten der Gesellschaft etwas zurückgeben. „Nach meiner letzten Aktion ist das Restaurant L’Osteria auf mich zugekommen“, sagt „Robin Hood“. Daraufhin sei die Idee entstanden, 30 Pizzen ins Kinderheim zu bringen.
Über seinen Freund, den SPD-Politiker Abuzar Erdogan, sei der Kontakt zum Kinderheim „Schöne Aussicht“ entstanden. Er habe sich mit der Leiterin Wilma Hansen abgesprochen und alle Details geklärt. Kurz vor Heiligabend sei es dann so weit gewesen.
Gemeinsam mit Stefan Heil, der selbst zehn Jahre im Kinderheim „Schöne Aussicht“ verbracht hat, SPD-Politiker Abuzar Erdogan und Kameramann Nino Perkusic ging es erst zum Restaurant „L’Osteria“ und anschließend – mit 30 Pizzen im Gepäck – ins Kinderheim.
„Wir wollten etwas Gutes tun“, bestätigt „L’Osteria“-Betriebsleiter Tobias Hartmann. Es sei die erste Aktion dieser Art gewesen, aber Hartmann kann sich durchaus vorstellen, dass weitere folgen. Er selbst war nicht mit im Kinderheim dabei, da er sich um das Geschäft kümmern musste. „Aber es freut mich sehr, dass wir den Kindern eine Freude machen konnten“, sagt er.
Kinder waren
voller Vorfreude
Dass das gelungen ist, bestätigt auch „Robin Hood“: „Die Kinder haben den ganzen Tag ihre Zimmer aufgeräumt, weil sie uns die unbedingt zeigen wollten.“ Sie seien voller Vorfreude gewesen. Er habe viel Zeit mit den Kindern verbracht, sich anschließend noch lange mit der Leiterin des Kinderheims unterhalten. „Man denkt danach über vieles nach“, sagt er am Telefon. So seien viele Probleme plötzlich nebensächlich geworden. „Wenn man sieht, dass Kinder, die ihre Eltern früh verloren haben, trotzdem positiv durchs Leben gehen, wird vieles relativiert“, sagt „Robin Hood“.
Für ihn und seine Begleiter sei es eine „schöne Bereicherung“ gewesen. „Es ging darum, den Kindern eine Freude zu machen. Ich denke, das ist uns gelungen. Auch noch einmal vielen Dank an die ‚L’Osteria‘ dafür.“
Dass die Pizzen auch geschmeckt haben, bestätigt Heimleiterin Wilma Hansen in einem Video, das kurz nach dem Besuch in den sozialen Medien veröffentlicht wurde.
Zahlreiche Ideen
für das neue Jahr
Für das neue Jahr hat „Robin Hood“ bereits zahlreiche Ideen. Er will weiterhin Geld verstecken, könnte sich auch vorstellen, wieder eine Party zu schmeißen. Zudem will er krebskranke Menschen unterstützen. Was genau er plant, will er noch nicht verraten. Über die Feiertage geht es aber auch der Geldverstecker etwas ruhiger an. „Silvester ist bei mir immer ganz gemütlich“, verriet er vorab. Um Mitternacht wurde kurz angestoßen, um 1 Uhr lag er im Bett.