Dankbarkeit ist das größte Geschenk

von Redaktion

Rekordjahr für „Kinder helfen Kindern“ – Eindrücke aus Nordmazedonien

Bad Aibling – Während in Deutschland die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr von Ruhe und Besinnlichkeit geprägt waren, waren sie in Nordmazedonien normale Arbeitstage, da das orthodoxe Weihnachtsfest dort erst am gestrigen Dienstag gefeiert wurde. Vom 21. bis 29. Dezember war Alexander Wolff aus Bad Aibling vor Ort, um persönlich bei der Verteilung der Hilfspakete der Aktion „Kinder helfen Kindern“ zu helfen.

Die Aktion hatte zuvor ein Rekordergebnis erzielt: Über 800 Pakete sowie zahlreiche Geld- und Sachspenden wurden allein in der Region gesammelt, deren Einzugsgebiet weit über Bad Aibling hinausreichte. Die Unterstützung kam von langjährigen Partnern und vielen neuen Unterstützern – von Karl-Theodor zu Guttenberg über internationale Unternehmen bis hin zu Vereinen, Kirchengemeinden und Privatpersonen.

Prominente
Unterstützung

So sammelte die Sanofi Deutschland AG an ihren Standorten in Frankfurt am Main und Berlin rund 250 Pakete, während die BMW Unterberger Unternehmensgruppe über 60 Kisten beisteuerte. Die Polizei Bad Aibling beteiligte sich mit 20 Paketen und zusätzlichen Spielen. Des Weiteren unterstützten das Bildungshaus Bad Aibling, zahlreiche Gastronomiebetriebe, die Stadtwerke Bad Aibling, der Trachtenverein GTEV Edelweiß Mietraching sowie Sportvereine wie die U17-Mannschaften aus Bad Aibling und Miesbach oder der TSV 1860 Rosenheim die Aktion. Besonders bemerkenswert war die spontane Geldspende von 100 Euro des Präsidenten der gegnerischen Mannschaft Wacker München, der von der Aktion beeindruckt war. Auch der FC-Bayern-Fanclub war dieses Jahr wieder mit 20 Kisten dabei, was doppelt so viele Pakete waren wie im vergangenen Jahr.

Auch prominente Unterstützung gab es: Neben der Chiemgau Arena Ruhpolding packte Doppel-Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick selbst Hilfspakete und drehte gemeinsam mit Alexander Wolff ein Video, das die Idee der Aktion weitertrug. Die Pakete wurden durch zahlreiche Sachspenden ergänzt: Der dm-Markt Bad Aibling stellte über 250 Hygieneartikel zur Verfügung, der Aiblinger Strickstammtisch fertigte Mützen und Handschuhe. Spontanes Engagement zeigte Vantasy Vans aus dem B&O-Gelände, deren Mitarbeiter beim Verladen der Pakete vom Bildungshaus von der Aktion gehört hatten und spontan zehn leere Kartons mitnahmen, die sie innerhalb weniger Tage gefüllt zurückbrachten. Auch der Edeka-Markt Uhlig in München sowie viele weitere Partner halfen mit Süßigkeiten und Hygieneartikeln.

Ein Höhepunkt in diesem Jahr war eine Whatsapp-Nachricht, die Alexander Wolff von einer unbekannten Nummer erhielt. Die Absenderin hatte über ein Video und einen persönlichen Kontakt über Christine Rußwurm, die ebenfalls fünf Pakete gepackt hatte, von der Aktion gehört und wollte mitmachen. Sie füllte schließlich über 30 Pakete, und ihre Familie spendete zusätzlich 2.000 Euro. Alexander Wolff fand es passend, dass das Whatsapp-Profilbild einen Engel zeigte.

Große Freude über
Lineale oder Bleistifte

Ein zentraler Baustein war erneut die Logistik: Stefan Linnerer, Kurhauspächter und Inhaber von M7 Veranstaltungstechnik, stellte wie in den Vorjahren einen großen Lkw zur Verfügung. Neu dabei war die Firma Neenah Gessner GmbH, die umweltfreundliches Papier zum Umwickeln der Europaletten sowie eine mobile Wickelmaschine bereitstellte. Bevor die Pakete auf die Reise gingen, kontrollierten Helfer der Siebenten-Tags-Adventisten und der Brüdergemeinde über 800 Pakete. Sie wurden mit Getränken von Maxlrainer und Andis Getränkemarkt aus Bad Feilnbach unterstützt.

Für Alexander Wolff war damit jedoch nicht Schluss. Wie bereits im vergangenen Jahr wollte er die Verteilung der Pakete im Zielland persönlich begleiten – diesmal in Nordmazedonien. Da aufgrund der angespannten finanziellen Lage vieler Hilfsorganisationen auf eine offizielle Begleitreise verzichtet wurde, organisierte er die Reise kurzfristig selbst. Er wurde dabei von einem Hotel in Skopje und einem anonymen Flugsponsor unterstützt. Gemeinsam mit Vanco, dem Leiter von ADRA Nordmazedonien, und dessen Fahrer Zoran verteilte Wolff Pakete an Schulen, Pflegefamilien, Internate und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Besonders eindrücklich war der Besuch einer kleinen Schule in Makedonski Brod, einer der ärmsten Regionen des Landes. Dort lernen nur noch elf Kinder, während es früher 400 waren.

„Die Freude über ein Lineal, neue Stifte oder eine funktionierende Bastelschere war riesig“, berichtete Wolff. „Das sind Dinge, die bei uns selbstverständlich sind – dort bedeuten sie sehr viel.“ Insgesamt gingen über 4.000 Pakete nach Nordmazedonien. Viele davon erreichten die Kinder rund um das orthodoxe Weihnachtsfest am 6. Januar. „Diese Begegnungen, diese Dankbarkeit – das war mein größtes Geschenk“, sagte Wolff. Sein Dank galt allen, die diese Aktion möglich gemacht haben – im Hintergrund wie sichtbar vor Ort.

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