Kolbermoor – Morgen ist es endlich so weit. Dann ist für zwei junge Menschen aus Kolbermoor der Tag da, auf den sie fast ein ganzes Jahr hingearbeitet, zuletzt auch hingefiebert haben. Vorbei damit auch das anstrengende Bemühen, alles, zumindest möglichst viel, geheim zu halten. Denn zwar wurde das diesjährige Kolbermoorer Prinzenpaar – Marina I. und Bastian I. – schon am 11. November der Öffentlichkeit vorgestellt. Das ganze Drumherum aber – was werden die beiden anhaben, wie wird der Krönungswalzer aussehen, wie ihr Showprogrammtanz: All das blieb bislang ein Geheimnis, das erst jetzt im Mareis-Saal beim Krönungsball des Faschingsvereins Mangfalltal gelüftet wird. Und ab dann werden viele Kolbermoorer für fünf Wochen in eine Welt eintauchen, die im Wesentlichen nur von einem Thema bestimmt wird – vom Fasching.
Auch für Marina Berger und Bastian Seiffert wird diese Faschingswelt eine ganz besondere sein. Denn zwar sind beide trotz ihrer Jugend – beide 21 Jahre alt – schon so etwas wie „alte Hasen“ im Kolbermoorer Fasching, tanzten bereits in der Garde mit. Aber das Prinzenpaar nicht nur zu begleiten, sondern es selber zu sein, das ist schon noch eine ganz andere Nummer. Denn das Prinzenpaar, das sind die zwei, um die sich in den kommenden Wochen alles dreht – sie sind sozusagen der Fasching schlechthin. Und zumindest für Marina gab es kürzlich schon einen „hoheitsvollen“ Moment vorab, als sie zum ersten Mal, da sozusagen noch probehalber, ihr Haar hergerichtet bekam.
Auch privat
ein Paar
„Das war schon toll, man fühlt sich da wirklich wie eine Prinzessin“, sagt sie und strahlt. Und man versteht mit einem Mal, warum es für viele junge Gardemädchen ein heimlicher Traum ist, auch einmal Prinzessin werden zu können. Davor gibt es allerdings mindestens eine Hürde: Man braucht einen passenden Faschingsprinzen, um sich bewerben zu können.
Den hatte sich Marina in der Person von Bastian selber ausgesucht, schon kurz nach der vergangenen Saison. Und der war nach kurzer Überlegenszeit auch mit von der Partie. Mehr noch. Er muss sich gedacht haben: „Wenn sie schon möchte, dass ich ihr Prinz bin, dann soll sie mich auch über den Fasching hinaus nehmen“ – denn seit Frühjahr vergangenen Jahres sind die beiden auch privat ein Paar.
Und glücklicherweise ist die Chance groß, dass sie das auch nach dem Fasching noch sein werden. Denn Manuel Eckert, seit 2014 Präsident des Faschingsvereins Mangfalltal, kann sich nicht daran erinnern, dass der Kolbermoorer Fasching je schon einmal private Bande zwischen Prinzessin und Prinz ruiniert hätte.
Ganz selbstverständlich ist das nicht, denn der Fasching kann einen schon an seine Grenzen bringen: In der eigentlichen Faschingswoche etwa gibt es jeden Tag nicht nur einen Auftritt, sondern zehn, elf, oder mehr. Da bleibt weder fürs Verschnaufen viel Zeit noch für erholenden Schlaf: Denn bis man nach dem letzten Auftritt zu Hause ist, ist es in der Regel weit nach Mitternacht, aber um sechs Uhr morgens geht es schon wieder los mit dem Herrichten für den nächsten Tag.
Dass dieser Ausnahmezustand nicht zu einem schlechten Traum missrät, sondern für das Prinzenpaar – wie auch für die Garde und alle anderen Beteiligten – ein echter Jahreshöhepunkt wird, dafür sorgt, so sagen Marina und Bastian übereinstimmend, der Zusammenhalt im gesamten „Hofstaat“. „Wenn man mal schlecht drauf sein sollte, dann kümmern sich die anderen um einen, sind für einen da, tragen einen mit. Und spätestens, wenn man dann wieder auf der Bühne steht, ist man sowieso wieder voll dabei, da ist alles andere, auch etwaiges müde sein, von einem abgefallen. Die Tatsache, dass alle von der Garde so etwas wie eine verschworene Gemeinschaft sind, hat auch speziell für das Prinzenpaar ihr Gutes. „Denn im Grunde freut man sich schon auch sehr darauf, in der kommenden Saison wieder ein echter Teil der Truppe zu sein“, sagen Marina und Bastian.
Und dazu muss man wissen, dass ein Prinzenpaar ab seiner internen Nominierung sozusagen von allen anderen getrennt ist: Man trainiert nicht mehr mit den anderen in der Garde, man trainiert nur noch mit „seinem“ Prinz oder „seiner“ Prinzessin. Und dazu kommt die Geheimhaltung: Man muss allen gegenüber, auch gegenüber engeren Freunden, ständig mehr oder weniger gute Ausreden parat haben, warum man beim gemeinsamen Training, das etwa ab Mai beginnt, nicht mehr dabei ist.
Endlich Schluss mit
der Geheimniskrämerei
Doch wie gesagt: Ab dem morgigen Samstag fallen für die beiden auch die letzten Schranken der auferlegten Geheimniskrämerei, dann sind sie für alle in all ihrer hoheitlichen Pracht zu sehen. Und die beiden vergessen schon jetzt nicht, all jenen zu danken, die mit ihnen zusammen die kommenden tollen Tage ermöglichen.
Dazu zählen nicht nur alle anderen, die in irgendeiner Form in der Faschingsgilde beteiligt sind, zählen nicht nur Eltern, Verwandte und Freunde. Es zählen auch die Arbeitskollegen und die Arbeitgeber hinzu – im Falle von Marina die Firma Gabor, im Falle von Bastian das BRK Rosenheim –, die den beiden nicht nur volles Verständnis, sondern auch alle Unterstützung entgegengebracht haben.