Kolbermoor – Gute Nachrichten für Nutzer des Stadtbusses in Kolbermoor: Die Stadt wird für weitere acht Jahre die erforderliche Linienkonzession, die zum 31. August 2026 ausläuft, bei der Regierung von Oberbayern beantragen. Um die Fahrgäste aber weiterhin zuverlässig durchs Stadtgebiet kutschieren zu können, muss die Stadt zwei neue Busse anschaffen. Doch mit der Art der Busse waren einige Ratsmitglieder alles andere als glücklich.
Ausrangiertes
Feuerwehrfahrzeug
Bereits seit 2013 betreibt die Stadt Kolbermoor den Stadtbus als eigene Linie im öffentlichen Personennahverkehr. Ein Angebot, das sich die Kommune einiges kosten lässt. So rechnet die Stadt nach Angaben von Elisabeth Kalenberg, geschäftsleitende Beamtin, für das Jahr 2025 mit einer finanziellen Unterdeckung von 434.000 Euro. Im Jahr davor war es sogar ein Defizit von fast 500.000 Euro.
„Für viele Bürgerinnen und Bürger ist der Stadtbus eine wertvolle Einrichtung“, stellte Kalenberg in der jüngsten Stadtratssitzung klar. „Die Anbindung der Wohngebiete an die Innenstadt, insbesondere zu Einkaufsmöglichkeiten, zu Ärzten, zu Altenheimen und auch zum Bahnhof, trägt dazu bei, dass vor allem die älteren Bürgerinnen und Bürger möglichst lange ihre Selbstständigkeit und ihre Mobilität erhalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.“ Dies gelte insbesondere für Schwerbehinderte, die „unentgeltlich befördert“ würden.
Damit der Stadtbus aber auch in Zukunft pünktlich und zuverlässig die Fahrgäste an den Haltestellen einsammeln kann, muss die Stadt auch die Flotte in Schuss halten. Nach Angaben der Stadtverwaltung sind seit 2020 drei Linienbusse unterwegs, ein viertes Fahrzeug diene als Ersatz. „Aufgrund des Alters und der Reparaturanfälligkeit der zwei aus dem Jahr 2016 stammenden Busse wurde der Fuhrpark zwischenzeitlich um ein ausrangiertes Feuerwehrfahrzeug als weiteres Ersatzfahrzeug erweitert“, legte Kalenberg dem Gremium dar.
So scheint die Zeit dringend gekommen, neue Fahrzeuge anzuschaffen. In diesen Fällen schreibt das Saubere-Fahrzeug-Beschaffungsgesetz (SaubFahrBeschG) allerdings vor, dass 65 Prozent der neuen Fahrzeuge sauber, davon wiederum mindestens 50 Prozent emissionsfrei sein müssen.
Doch diese Modelle sind aus Sicht der Verwaltung derzeit für die Stadt nicht praktikabel. „Für den Einsatz von E-Bussen sind derzeit die geringen Reichweiten problematisch“, stellt die geschäftsführende Beamtin klar. Alternative Kraftstoffe kämen hingegen aufgrund des „nicht vorhandenen beziehungsweise ungünstigen Tankstellennetzes“ nicht infrage.
Die Stadtverwaltung legte dem Stadtrat daher die Beschaffung zweier dieselbetriebener Linienfahrzeuge ans Herz. Zumal das trotz SaubFahrBeschG wohl keine Konsequenzen hat, wie die Verwaltung verdeutlichte: „Nach dem SaubFahrBeschG ist bei Nicht-Beachtung der Vorgaben nicht mit Sanktionen zu rechnen. Dieses hat die Regierung von Oberbayern auf Nachfrage mit Rückversicherung beim Ministerium bestätigt.“
Keine Chance für
sauberen Antrieb
Eine Entscheidung pro Diesel, die nahezu alle Ratsmitglieder nachvollziehen konnten, die aber dennoch bei einigen „Bauchschmerzen“ auslöste, wie beispielsweise Andrea Rosner (Grüne) betonte. Auch Leonhard Sedlbauer (CSU) machte deutlich: „Keiner von uns schafft heute gerne Diesel-Fahrzeuge an.“ Letztlich stimmte das Gremium aber bei nur einer Gegenstimme dafür, erneut die Linienkonzession zu beantragen und die Ersatzfahrzeuge anzuschaffen.