Kolbermoor – Lichtdurchflutet und fröhlich leuchten verschiedene Blumen in zarten Farben von den Bannern und dem Programmtitel der VHS, die derzeit im Stadtgebiet zu finden sind. „Leben“ ist das Motto des Semesters. Leben ist ein weiter Begriff, der viele Assoziationen auslöst – Leben erwacht langsam wieder in der Natur, Leben kann sich mit Freude und Leid füllen, Leben will gelebt werden, in allen Teilen der krisengebeutelten Welt.
Wachstum, Entwicklung, Kreativität, Begegnung, Lernen und Lehren – die VHS Kolbermoor versucht mit ihrem Programm, diesem lebendigen Motto gerecht zu werden. So lädt sie kunstgeschichtlich Interessierte zu einer Reise an die Côte d’Azur ein, in das Museum Fondation Maeght, das eine Sammlung mit Werken der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts beherbergt. „Reiseleiterin“ in den Süden ist Ute Gladigau am 23. Februar. Fröhlich bleibt es auch mit der bekannten Harfenistin Silke Aichhorn, die am 7. Mai in der Reihe „Galerie-Konzerte“ zu Gast ist. Neben Harfenmusik von Barock bis Swing bringt sie Auszüge aus ihrem humorvollen Buch „Frohlocken leichtgemacht!?“. Die VHS Kolbermoor beschäftigt sich mit Architektur – also mit der Kunst, die das Leben der Menschen wohl am unmittelbarsten bestimmt. Dabei geht es beispielsweise um die große Kathedrale Notre Dame de Paris: um ihren dramatischen Brand 2019 am 2. März und um ihre Kunstwerke und Bildsprache nach der Wiedereröffnung 2024 am 9. März. Der Wiederaufbau Münchens nach dem Krieg ist Thema am 23. März.
Wie kann man heute wirtschaftlich, ökologisch und gesund bauen? Der Antwort dieser Frage auf der Spur gibt es am 13. März eine Exkursion zu zwei Best-Practice-Beispielen – Lehmziegelbau und TinyHouse –, berichtet Florian Siemer am 18. Mai über Bauen mit Holz, erläutert Patrick Berz am 17. April das Forschungsprojekt zum Bauen auf dem hiesigen Seeton und führt Achim Mantel am 24. Juni durch das B&O-Gelände in Bad Aibling. Auch in vergangenen Zeiten beschäftigten sich Architekten mit der Verbindung von Wohnqualität und Wirtschaftlichkeit. Am 20. Mai zeigt die VHS ein Filmporträt über den Architekten Sep Ruf, der seiner Nachwelt lichtdurchflutete Bauten mit viel Bezug zur Natur hinterlassen hat. Simon Hausstetter stellt am 20. April den Baumeister Friedrich Zollinger vor. Dieser entwickelte nach dem Ersten Weltkrieg eine besonders sparsame Dachkonstruktion, die sich charakteristisch mit seinem Namen verband. „Zollinger-Häuser“ stehen beispielsweise in Thansau, in Valley oder in Glentleiten. Christian Poitsch unternimmt am 19. April eine „Architek-Tour“ zum Thema „Heimatstil“ in Kolbermoor und erläutert dabei ausgewählte Beispiele Palette architektonischer Stile zwischen 1880 und 1930. „Habe Mut, ein Anfang zu sein“ – dieses Zitat von Hannah Arendt dient als Motto eines philosophischen Workshops am 25. März. Hannah Arendts 120. Geburtstag ist auch Anlass für die Vorführung eines neuen Films über die große Philosophin und politische Denkerin, deren Werk von den Erfahrungen des Hitlerfaschismus und Holocaust geprägt sind. „Denken ist gefährlich“ – was ist dran an dem Titel des Films? Die VHS ist auch dabei, wenn im Frühling die Natur erwacht: Ob Kochen mit Wildkräutern am 17. April, eine Orchideenwanderung am 6. Juni, eine Muttertags-Wanderung durch die Kendlmühlfilze am 10. Mai oder eine Radltour zu drei Seen am 14. Juni. „Lust auf Garten“ weckt der Vortrag von Rainer Steidle am 2. März und Ulrike Windsperger erklärt am 18. März, wie man einen „blütenreichen Garten“ anlegt.
Viele weitere Angebote aus dem großen bunten Strauß des Lebens gibt es im Programmheft der VHS Kolbermoor oder online unter vhs-kolbermoor.de.