Rückenwind für zweiten Fahrkartenautomaten

von Redaktion

Grüne Bundestagsabgeordnete Victoria Broßart besucht Kolbermoor

Kolbermoor – Die Grüne Bundestagsabgeordnete Victoria Broßart stellte sich kürzlich am Bahnhof Kolbermoor den Fragen der Bürger. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen rund um die Bahn- und Verkehrspolitik zu informieren.

Die Ingenieurin Victoria Broßart ist Obfrau im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags für Bündnis 90/Die Grünen. Auch über die konkreten Probleme vor Ort zeigte sie sich gut informiert. Diese betrafen beispielsweise die Situation am Kolbermoorer Bahnhof. Die dort nun übliche Abfahrt der Züge von Gleis 2 stellt die Reisenden oft vor Herausforderungen und wird von den Anwesenden als unbefriedigend wahrgenommen. Dazu äußerte sich Broßart: „Für eine Einfahrt auf Gleis 1 muss das Tempo des Zuges reduziert werden. Bei der aktuellen Taktung der Züge kostet das zu viel Zeit, sodass auf Gleis 2 ausgewichen wird.“

Mit anderen Weichen könnten die Züge schneller werden, dafür sei es jedoch nötig, die Bahnbrücke über der Flurstraße zu verbreitern. Der Aufwand dafür sei nicht verhältnismäßig.

Den Vorschlag aus dem Kreis der Gäste, einen zweiten Fahrkartenautomaten an Gleis 2 zu installieren, unterstützte Broßart hingegen vollumfänglich. Eine Fahrkarte am Bahnhof zu lösen und anschließend möglichst schnell den weiten Weg durch die Straßenunterführung zum Gleis 2 zurücklegen zu müssen, sei insbesondere für ältere Menschen, Mütter mit Kinderwagen und Personen mit eingeschränkter Mobilität eine Zumutung und nicht benutzerfreundlich.

Weitere Fragen drehten sich um die Generalsanierung der Bahnstrecke Rosenheim/Salzburg ab 2027 sowie München/Rosenheim ab Januar 2028, die auch für Kolbermoorer Bahnreisende schwerwiegende Folgen habe, so Frau Broßart. Die geplante Vollsperrung der Strecke München-Rosenheim bedeute, dass die Mangfalltal-Strecke die zentrale Umleitungsstrecke würde. „Das wird dazu führen, dass der Nahverkehr auf der Strecke deutlich ausgedünnt oder sogar eingestellt werden muss.“ Für die Bahnreisenden in Kolbermoor laufe das auf flächendeckenden Schienenersatzverkehr hinaus.

Durch die Vollsperrung würden zahlreiche Gütertransporte auf die Straße verlagert. Zu erwarten sei daher eine deutliche Zunahme des Lkw-Verkehrs in und auch nach der Generalsanierung, mit Blockabfertigungen und Staus am Brenner.

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