Kolbermoor – Es ist immer wieder einen Besuch wert: das Heimat- und Industriemuseum in Kolbermoor. Als dies im Jahre 1998 vom zugewanderten Berliner Horst Rivier ins Leben gerufen wurde, konnten im alten Postamt schon zahlreiche Räume mit vielen durch ihn gesammelten Schätzen eingerichtet werden.
Von mehreren Firmen, allen voran die Baumwollspinnerei über die Tonwerke, Strumpf- oder Glasfabriken und so weiter, sind Maschinen und Erzeugnisse zu besichtigen. Die Entstehung des Moores, der Abbau und die Nutzung des Brennstoffes, welcher allerdings mit viel Schweiß erarbeitet werden musste, schilderte Museumsleiter Stefan Reischl den Trachtlern in anschaulicher Weise.
Dass die 1863 gegründete Spinnerei Kolbermoor in Spitzenzeiten etwa 1.400 Menschen beschäftigte, diese mit billigen Wohnungen (zum Beispiel „Sechs Häuser“), Kindergarten, eigener Krankenkasse und anderen Sozialeinrichtungen unterstützte, erfuhren die Besucher ebenso wie das großzügige Engagement der bis 1993 bestehenden Firma gegenüber dem Ort Kolbermoor und den Vereinen.
Eine Sonderausstellung über das Leben und Wirken von Pfarrer und Ehrenbürger Eugen Klaas, der die Kirche Wiederkunft Christi mit all ihren Nebengebäuden (Kindergarten und -hort, Pfarrsaal, Bücherei) Anfang der 1970er-Jahre erbaut und mit Leben erfüllt hat, zeugt von dem ungeheuren Einsatz des Geistlichen.
Vereinsmitglied Andrea Kellner gab einige Informationen zu der von ihr erstellten Sammlung über den vor 25 Jahren verstorbenen Seelsorger. Zum Abschluss besichtigten die „Mangfalltaler“ noch die Räume der Kolbermoorer Vereine. Leider haben sich viele Organisationen bereits aufgelöst, zahlreiche Fahnen, Urkunden und andere Erinnerungsstücke geben Zeugnis über die Vielfalt des auch heute noch regen Zusammenlebens in der Stadt.
Die bisherigen Bürgermeister, Ehrenbürger und mit hohen Auszeichnungen gewürdigten Mitmenschen haben ebenfalls einen Erinnerungsplatz erhalten. Es ist also immer wieder einen Besuch wert – allein oder mit anderen –, um sich einzulesen in die Geschichte der Stadt Kolbermoor.