Bad Aibling – Die Aiblinger Nonfiktionale feiert in diesem Jahr ihre Volljährigkeit. Vom 12. bis 15. März 2026 findet die 18. Festivalausgabe des Dokumentarfilmfestivals im Aibvision Filmtheater statt. Es erwartet die Besucher ein Programm voller Filme und intensiver Gespräche, ganz ohne Pomp und roten Teppich. Das diesjährige Motto „Mehr als der Mensch“ erweitert den Blick und öffnet den Raum hin zu Flora und Fauna. In den 17 Filmen des Hauptprogramms werden Tiere und Pflanzen zu eigenständigen Filmprotagonisten oder treten mit Menschen in eine komplexe Beziehung.
Ausgiebige Dialoge nach
den Filmvorführungen
Die Werke aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nähern sich auf unterschiedliche Weise den Fragen: Wie lassen sich Natur und Tier als Hauptfiguren in einem Dokumentarfilm etablieren? Wie lässt sich das vielschichtige Verhältnis zwischen Mensch und Natur darstellen? Und welche Rückwirkung hat dies auf unser Selbstverständnis und unsere Wahrnehmung der Welt?
Im Fokus stehen beispielsweise das Jetset-Leben eines preisgekrönten Springpferds, der Alltag im Wiener Tierschutzhaus, der viel über uns Menschen verrät, oder eine argentinische Salzwüste, in der unser Lithiumhunger auf Kosten der Umwelt gestillt werden soll. Auch der vom Fünf Seen Filmfestival ausgewählte „Carte Blanche“-Film am Sonntagnachmittag spinnt den Mottofaden auf seine eigene Weise weiter.
Das Gesehene und Gehörte lädt stets zum Weiterdenken ein. Bei der Nonfiktionale nimmt man sich nach jeder Vorführung Zeit für einen ausgiebigen Dialog, getragen von den Filmschaffenden und dem Publikum im Kinosaal. Denn das Sprechen über die Filme ist hier genauso wichtig wie die Filme selbst. Am Ende der vier dichten Festivaltage wird es bei der Preisverleihung noch einmal aufregend. Wer mit dem Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling in Höhe von 2.000 Euro, dem von Südkino gestifteten Kurzfilmpreis in Höhe von 500 Euro oder aber mit dem Bürgerpreis – ebenfalls mit 500 Euro dotiert und von einer Junge-Doks-Jury vergeben – ausgezeichnet wird, erfahren die Besucher am Sonntagabend, 15. März.
Ein besonderer Höhepunkt der Nonfiktionale ist die medienpädagogische Reihe „Junge Doks“. Hier erleben Kinder und Jugendliche die wunderbare Vielfalt des dokumentarischen Genres. Neben einem Filmkritik- und einem praktischen Filmworkshop sowie diesmal sogar vier Schulvorstellungen lockt am Sonntagnachmittag ein Familienprogramm für Kinder ab dem Grundschulalter ins Kino. Natürlich geht es auch hier darum, das Gesehene gemeinsam zu besprechen und Regie und Moderation mit Fragen zu löchern.
Einen ganz besonderen Appetithappen, der noch mehr Lust aufs Festival macht, präsentieren die Nonfiktionalisten bereits am morgigen Sonntag um 13.30 Uhr: Checker Tobi kommt und stellt seinen aktuellen Kinofilm „Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde“ im Aibvision Filmtheater vor. Selbstverständlich mit anschließendem Gespräch.
Fotoausstellung
und Sound-Installation
Am Freitag- und Samstagabend hält die Nonfiktionale außerdem wieder Einzug ins Aiblinger Jugendzentrum JiMs Bergwerk. Neben einer Fotoausstellung, in der Dromedare, Schwarzbären und Frösche uns durch die Sucher von Google-Street-View-Kameras entgegenblicken, kann man in einer Soundinstallation eine Schneckenpopulation erforschen, die es nur im Englischen Garten in München gibt. Und natürlich können dort Filmgespräche aus dem Kino fortgeführt, Reflexionen zum Motto diskutiert oder einfach nur ein Feierabenddrink genossen werden.
Alle Informationen zum Festival und Programm sind unter www.nonfiktionale.de zu finden.