Kolbermoor – Binnen einer Stunde mussten Polizei und Feuerwehr am gestrigen Donnerstag in der Früh zweimal zu Container-Bränden in den Nordosten der Stadt Kolbermoor ausrücken. Die mutmaßlichen Übeltäter, die die Altpapier-Container vermutlich in Brand gesteckt hatten, konnten am zweiten Tatort von der Polizei gestellt werden. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um eine 17-jährige sowie eine 18-jährige Kolbermoorerin.
Gegen 3 Uhr hatte ein Zeitungszusteller der OVB-Heimatzeitungen an der Filzenstraße in Kolbermoor einen brennenden Container entdeckt und die Polizei gerufen. „Die Einsatzkräfte konnten vor Ort kaum mehr erkennen, was da eigentlich brennt“, schildert Manuel Schlosser von der Polizeiinspektion Bad Aibling die Zerstörung durch das Feuer, das die große, grünfarbene Papiertonne komplett vernichtet hatte. „Letztlich war der Brand aber recht schnell gelöscht“, so der Polizeisprecher weiter.
Doch Durchschnaufen war für Polizei und Feuerwehr nicht möglich. „Bereits beim Einrücken in die Feuerwehrwache wurden wir darüber informiert, dass in der Nähe des ersten Brandorts ein weiterer Altpapier-Container brennt“, schildert Armin Hörl, Kommandant der Feuerwehr Kolbermoor, die zweite Alarmierung, die nicht einmal eine Stunde nach der ersten erfolgt war. So machten sich die rund 20 Einsatzkräfte der Feuerwehr erneut auf den Weg – dieses Mal in die Spielhahnstraße, Ecke Wiedehopfstraße.
Auch hier war ein Altpapier-Container in Flammen aufgegangen. „Das Problem bei diesem Container war, dass das Feuer nicht nur auf einen Verteilerkasten übergegriffen hatte, sondern auch die Gefahr bestand, dass der dahinterliegende Holzzaun sowie die Hecke Feuer fangen“, lässt Hörl gegenüber dem OVB den Einsatz Revue passieren. „Letztlich konnten wir ein weiteres Übergreifen des Feuers aber verhindern.“
Noch während der Löscharbeiten entdeckten Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr mehrere Personen, die versuchten, sich aus dem Staub zu machen, als sich ihnen Polizeikräfte nähern wollten. Doch die Polizei war schneller und konnte im Zuge einer sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahme nur wenig später eine 17-jährige sowie eine 18-jährige Kolbermoorerin stellen. Nach Angaben von Polizeisprecher Schlosser besteht bei beiden Personen „dringender Tatverdacht“. Vorübergehende Meldungen, wonach noch mehr Personen dort unterwegs gewesen sein sollen, konnten die Einsatzkräfte bislang nicht verifizieren.
Ermittelt wird gegen die beiden jungen Frauen nun wegen „Sachbeschädigung durch Brandlegung“. Den entstandenen Sachschaden bezifferten die Ermittler in einer ersten Schätzung auf einen niedrigen vierstelligen Betrag. Ob es durch die Zerstörung des Telekom-Verteilerkastens zu technischen Ausfällen im Umfeld der Einrichtung gekommen war, dazu gibt es bislang keine Erkenntnisse. „Uns liegen zumindest keine Rückmeldungen von Anwohnern vor“, so Schlosser weiter.
Nach dem Löschen des zweiten Containers konnte letztlich dann auch die Feuerwehr wieder abrücken. „Glücklicherweise kommen bei uns in Kolbermoor brennende Müllcontainer sehr, sehr selten vor“, weiß Kommandant Hörl aus seiner langjährigen Erfahrung. „Das ist der erste Einsatz dieser Art seit Langem – und wirklich ein Einzelfall.“ Mathias Weinzierl