Schnelles Ende für das Schuhgeschäft

von Redaktion

Erst im September 2025 eröffnet, steht das Schuh-Geschäft Happy Schuh & Du im Kolbermoorer Herto-Park schon wieder vor dem Aus. Die Schließung steht im Zusammenhang mit der Übernahme der Sutor-Gruppe und könnte auch Auswirkungen auf zwei Schuhgeschäfte in Rosenheim haben.

Kolbermoor – Vor gerade einmal rund sieben Monaten eröffnet, steht das Schuhgeschäft „Happy Schuh & Du?“ im Kolbermoorer Herto-Park schon wieder vor dem Aus. Der Ausverkauf an der Carl-Jordan-Straße 14 läuft bereits und soll noch bis Ende April fortgesetzt werden. Zu den genauen Hintergründen der Schließung, die scheinbar im Zuge einer Übernahme der kompletten Sutor-Gruppe durch den Berliner Unternehmer Steffen Liebich erfolgt, halten sich die Beteiligten jedoch bedeckt.

Wo Anfang September 2025 noch plakative Werbung für die Neueröffnung gemacht wurde, informieren aktuell Plakate über den Ausverkauf und das nahende Ende des Geschäfts: „Wir schließen – alles muss raus“ ist in großen Druckbuchstaben auf den Aufstellern vor dem Geschäft „Happy Schuh & Du?“ im Herto-Park, das bislang zur Sutor-Gruppe mit Sitz bei Landshut gehört hatte, zu lesen.

„Kein Interesse“
an einer Stellungnahme

Für die Jagd nach Schnäppchen müssen sich die Kunden aktuell aber auf geänderte Öffnungszeiten des Schuhgeschäfts einstellen. Denn montags bis freitags ist nur noch von 11 bis 17 Uhr geöffnet, samstags bleibt „Happy Schuh & Du?“ geschlossen. Der letzte Verkaufstag soll – wenn dann noch Ware da ist – nach Angaben einer Mitarbeiterin Donnerstag, 30. April, sein. „Der Absatz hier war einfach zu gering“, sagt die Mitarbeiterin in Hinblick auf Gründe für das Aus des Geschäfts. „Wir Mitarbeiter sind alle auf der Suche nach einem neuen Job.“

Von offizieller Seite ist zur Schließung des Schuhfachgeschäfts sowie zur Übernahme der Sutor-Gruppe aktuell keine Stellungnahme zu bekommen. So läuft sowohl eine OVB-Anfrage bei Sutor, als auch bei der Anika-Schuhhandels GmbH & Co. KG mit Sitz in Neustrelitz, bei der der neue Sutor-Inhaber Steffen Liebich als einer von zwei Geschäftsführern eingetragen ist, ins Leere. Jörg Ullbrich, der zweite Geschäftsführer bei Anika, lässt durch einen Mitarbeiter eines seiner anderen Unternehmen ausrichten, „dass er kein Interesse hat, dazu etwas zu sagen“. Auch Herto-Park-Geschäftsführer Tobias Tomczyk lässt eine OVB-Anfrage unbeantwortet.

Laut Online-Portal schuhkurier.de hat der Berliner Unternehmer Steffen Liebich alle vier Gesellschaften der 1934 in Landshut gegründeten Sutor-Gruppe übernommen, zu der unter anderem auch die bayernweit 19 „Happy Schuh & Du?“-Filialen gehören. Insgesamt bestand die Sutor-Gruppe bislang aus 41 Filialen und rund 400 Mitarbeitern. Zum Portfolio des neuen Besitzers Liebich gehören laut schuhkurier.de unter anderem Unternehmen wie Leiser, Schuhkay, Gebrüder Götz und der Filialist Anika.

„Natürlich ist immer
ein bisschen Unruhe da“

Liebichs Strategie scheint es zu sein, per Insolvenzverfahren in Eigenregie die jeweiligen zugekauften Unternehmen zu konsolidieren und auf wirtschaftlich gesündere Beine zu stellen. So schrieb das Portal textilwirtschaft.de Anfang des Jahres über Liebich, dass nach dem Aufkauf der Unternehmen Gebrüder Götz, Schuhkay und Co. alle Filialisten „in die Insolvenz“ gegangen seien. Auch zur Übernahme der Sutor-Gruppe nahm der Berliner gegenüber dem Portal Stellung, wenn auch ohne dabei konkret zu werden: „Wir sortieren uns gerade, ich kann im Moment nicht mehr dazu sagen.“

Doch könnte die Sutor-Übernahme auch Auswirkungen auf die zwei Sutor-Filialen in Rosenheim an der Münchener Straße 1 und Münchener Straße 9 haben? „Soweit wir wissen, sollen die beiden Filialen bestehen bleiben“, sagt eine Mitarbeiterin gegenüber dem OVB. „Uns hat man dazu nichts Gegenteiliges gesagt.“ Nach Informationen der Mitarbeiterin sei sogar eine Renovierung der beiden Rosenheimer Geschäfte angedacht.

Den Vorgang der Firmenübernahme sieht die Angestellte pragmatisch. „Natürlich ist immer ein bisschen Unruhe da, wenn so etwas passiert“, so die Sutor-Mitarbeiterin, die das Gefühl hat, dass es „wohl eine Leidenschaft des neuen Inhabers ist, familiengeführte Schuhgeschäfte zu übernehmen“.

Was die bisherige Kommunikation und den Umgang zwischen neuer Unternehmensleitung und Belegschaft anbelangt, hat sie bislang keine negativen Erfahrungen gemacht. „Es verläuft alles sehr offen und ruhig. Und das Gehalt war bisher auch immer pünktlich da.“

Sutor-Übernahme auch Gesprächsthema bei Fachmesse

Artikel 2 von 7